 

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><?xml-stylesheet type="text/xsl" href="https://literaturkurier.net/wp-content/plugins/xslt/template.xsl"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Gehirnentwicklung und Verhalten &#8211; Literaturkurier.net</title>
	<atom:link href="https://literaturkurier.net/category/gehirnentwicklung-und-verhalten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://literaturkurier.net</link>
	<description>Bücher - Meinungen - Rezensionen</description>
	<lastBuildDate>Wed, 07 Oct 2020 21:19:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Darm mit Charme &#8211; Alles &#252;ber ein untersch&#228;tztes Organ von Giulia Enders</title>
		<link>https://literaturkurier.net/darm-mit-charme-alles-ber-ein-unterschtztes-organ-von-giulia-enders/</link>
		<comments>https://literaturkurier.net/darm-mit-charme-alles-ber-ein-unterschtztes-organ-von-giulia-enders/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Mar 2014 14:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[BestsellerSachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnentwicklung und Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Mikrobiologie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Antibiotika]]></category>
		<category><![CDATA[Blähungen]]></category>
		<category><![CDATA[Darmflora]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Dickdarm]]></category>
		<category><![CDATA[Dünndarm]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Gewichtregulierung]]></category>
		<category><![CDATA[Imunzellen]]></category>
		<category><![CDATA[Magen]]></category>
		<category><![CDATA[Medizinische Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Nervensystem Darm]]></category>
		<category><![CDATA[Opiorphin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://literaturkurier.net/?p=7663</guid>
		<description><![CDATA[<p>Über des Menschen zweites Gehirn! Das ist DAS Buch des Jahres 2014! &#160; Warum dies Buch jeden angeht, und nun unser Buch Nr. 1 ist. Worin  buchstäblich auf jeder Seite etwas Überraschendes und überaus Wissenswertes steht, obwohl wir, weil es &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/darm-mit-charme-alles-ber-ein-unterschtztes-organ-von-giulia-enders/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/darm-mit-charme-alles-ber-ein-unterschtztes-organ-von-giulia-enders/">Darm mit Charme &#8211; Alles &uuml;ber ein untersch&auml;tztes Organ von Giulia Enders</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Über des Menschen zweites Gehirn! Das ist <em><span style="text-decoration: underline;">DAS</span></em> Buch des J<a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/03/c1zsolhu.jpg"><img style="margin: 15px 15px 17px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="c1zsolhu" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/03/c1zsolhu_thumb.jpg" alt="c1zsolhu" width="293" height="480" align="left" border="0" /></a>ahres 2014! </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Warum dies Buch jeden angeht, und nun unser Buch Nr. 1 ist. Worin  buchstäblich auf jeder Seite etwas Überraschendes und überaus Wissenswertes steht, obwohl wir, weil es ausnahmslos jeder von Anfang an zu kennen meint, Darm und Verdauung … na ja, und?</strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Wissen wir aber wirklich alles? Wir sollten aber.. Denn dann geht es beim Lesen, sowohl mit dem Staunen als auch dem richtig Spannenden los: Enthält es doch tatsächlich so unvorstellbar vielseitige Neuigkeiten, die nicht nur spektakulär, sondern auch noch sofort praktisch nutzbar sind.</strong> Denn bis zu diesem Buch hätte sich kein Mensch vorstellen können, wie amüsant und ebenso fesselnd ein wissenschaftlicher Wissens- und Forschungskomplex sein kann. Modernste medizinische Forschungsgebiete – aber nicht besserwisserrisches  trockenes Kathederwissen,  sondern <strong>außerordentlich anschaulich, witzig und einprägsam vorgestellt. Schon allein die Sprache zeigt, Giulia Enders ist überaus befähigt und begabt, wirklich ein Glücksfall</strong>.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Wovon sie berichtet, sind unsere  allerinnersten Regungen, die Tag und Nacht  in jedem von uns ablaufen, von denen wir nahezu nichts wissen </span><span style="font-size: large;">– und von denen wir kaum bis niemals reden. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Aber ahnten sie, dass Sie hier Näheres über ein, über <em><span style="text-decoration: underline;">Ihr</span></em> zweites Gehirn erfahren würden? <span id="more-7663"></span></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Soweit es aber den Darm betrifft,  handelt es sich sozusagen um eine Art Geheimwissen.</strong>  Ausnahmslos jeder hat damit zu tun – aber <strong>wie nach einem ungeschriebenen Gesetz scheut man sich,</strong> zu reden von dem was da  mitten in uns schaltet und waltet– in unserem Bauch. Schon als Baby kann einen da was piesacken, später auch, oft immer heftiger und im Alter wäre es erst recht gut, wenn man über seine ‘Mitte’ mehr wüsste. Obendrein ist das, was dabei sichtbar herauskommt, für viele überhaupt nicht besonders reizvoll. Etwas peinlich. Eben gelegentlich ein “Pups”  und das andere, wofür man erst mühsam eine salonfähige Bezeichnung finden muss.  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Wie es bei einem Menschen aussieht, öffnet man die Bauchdecke – das kenne ich nur von Bildern. Aber ich durfte bei den Operationen meiner Hunde zusehen und war jedesmal fasziniert, von dem sowohl formschönen, kunstvoll geordneten, sauberen, blanken Inneren – schon allein die zarten Farben &#8211; man kann es nicht anders nennen – was man erblickte war <strong>Kunst in höchster Vollendung, lebendiges Kunstwerk!</strong> Und genau so sieht es auch in uns aus &#8211; </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>So kann ich die begeisterte Faszination der Autorin verstehen, die des Menschen Inneres nicht nur einmal (sowie unter dem Mikroskop) betrachtet hat, sondern nicht eher aufhören mochte, alle Informationen zu sammeln, die sie nur irgend über dieses bestaunenswerte Kunstwerk zusammentragen konnte</strong>. Das wird nun ihre Dissertation (und vielleicht auch das Lebensthema?) dieser jungen, jetzt erst vierundzwanzigjährigen angehenden Ärztin. Mit ziemlicher Sicherheit wird sie eine sehr gute Ärztin oder eine hervorragende Wissenschaftlerin, denn in ihrer Kindheit und Jugend hatte sie das ‘Glück’, Krankheiten zu erleiden, bei denen die Ärzte nicht weiterwussten und konnte dabei am eigenen Leibe erleben,  dass oft nur die unermüdliche  Phantasie des <em>Kranken</em> endlich weiterhilft. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Bei ihr waren es unverheilbare Wunden, zunächst an einem Bein, dann nach und nach am ganzen Körper. Salben vom Hautarzt halfen (natürlich) nicht. Dann las sie von einem Mann mit den gleichen Symptomen – und der hatte, aus irgendwelchen anderen Gründen, gerade so wie sie selbst, <em>vor</em> der Erkrankung Antibiotika genommen. (Weiter unten komme ich darauf nochmals zurück.) Das war bei ihr der Beginn des Verstehens ihrer Krankheit: Die hatte was mit dem Darm zu tun! Im ersten Medizin-Semester äußerte sie bei ihren Kommilitonen gelegentlich ihre vagen diesbezüglichen Vermutungen, die sich oft bestätigten, <strong>dass ganz unterschiedliche  Verstimmungen oder Krankheitsformen in dem einen oder anderen Fall, etwas mit dem Darm zu tun haben könnten</strong>. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Höchstens bei <span style="text-decoration: underline;">Babys</span> ist die Verdauung ein Thema, worüber man sich ungeniert mit anderen unterhält: Blähungen, Durchfall, unterschiedliche Farben, Verstopfung können da leicht ein abendfüllendes Thema werden.</strong>  Was aber später die Erwachsenen betrifft – da geniert man sich ungemein. &#8211; Ausgerechnet der Darm! Das schwarze Schaf unter den Organen, das einem doch bisher eher unangenehm war. <strong>Aber, keine Angst, in diesem Buch wird sogar der “Pups” zum hübschen Wort.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Denn mit diesem Buch wird sich das genierliche Image ändern. Nicht nur Durchfall oder Verstopfung, auch Übergewicht, Depressionen und Allergien hängen überraschend oft  mit einer gestörten Balance der Darmflora zusammen.</strong> Das heißt umgekehrt: Wenn wir uns in unserem Körper wohlfühlen, (oder umgekehrt: wenn dieses Gebilde in uns sich wohlfühlt ) länger leben und glücklicher werden wollen, müssen wir unseren Darm besser kennenlernen und sorgfältiger damit umgehen.  Das zumindest legen die neuesten Forschungen, von denen hier berichtet wird, nahe. In diesem Buch, das alles andere als ein Rezeptbuch oder bloß praktischer Ratgeber ist, erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders vergnüglich, welch ein hochkomplexes und wunderbares Organ der Darm ist. Warum er der Schlüssel ist zu einem gesunden Körper <strong><em>und</em></strong> einem gesunden Geist und eröffnet uns einen ganz neuen Blick. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Gleichzeitig macht sie dem Leser eindringlich klar, welche Verheerungen unnötig verwendete Antibiotika haben, die – wenn überhaupt! – nicht nur den schädlichen Eindringling vernichten, sondern gleichzeitig auch diesen kostbaren Schatz der Mikroorganismen in unserem Inneren den Gar aus machen können. Es braucht eine lange Zeit, bis das alles wieder aufgebaut ist und wirken kann. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Warum</span></strong> es der Autorin wichtig war, dies Buch zu schreiben,  erklärt sie so  und trifft damit den Nagel auf den Kopf: <strong><em>“Manchmal erschreckt es mich, wenn Wissenschaftler hinter geschlossenen Türen über wichtige Erkenntnisse diskutieren – ohne dass die Öffentlichkeit darüber informiert wird. ( …) Es gilt in der Wissenschaft als anerkannt, dass Menschen mit bestimmten Verdauungsproblemen   häufig Nervenstörungen im Darm haben. Ihr Darm sendet dann Signale an einen Bereich im Gehirn, der unangenehme Gefühle verarbeitet, obwohl sie gar nichts Schlimmes getan haben.      Die Betreffenden fühlen sich unwohl und wissen nicht, warum das so ist. <span style="text-decoration: underline;">Wenn ihr Arzt sie dann als irrationale Psychofälle behandelt, ist das sehr kontraproduktiv!</span> Das ist eines der Beispiele dafür, dass manches Forschungswissen schneller verbreitet werden sollte!”</em></strong> </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Und diese ‘Verbreitung’ gelingt ihr auf einzigartige Weise</span></strong>. Nicht nur, dass sie über diese höchst komplexen Zusammenhänge informiert, sondern auch <strong><em><span style="text-decoration: underline;">wie</span></em></strong> sie das macht, ist lebendig, plastisch, witzig und immer konkret. Am Anfang erwähnt sie einen Mitbewohner, der sie in der Küche mehr nebenher fragt: <strong><em>“Du studierst doch Medizin – wie geht kacken?”</em></strong> </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Mit einem Satz ließ sich das nicht beantworten. <em><strong>“Al</strong></em></span><span style="font-size: large;"><em><strong>s ich die Antwort fand, war ich völlig baff. Etwas so Alltägliches war viel klüger und beeindruckender, als ich jemals gedacht hatte.“ </strong></em>Regelrecht <em><span style="text-decoration: underline;">beflügelt</span></em> hat sie die Begeisterung, etwas Einzigartiges und Großartiges schildern zu können, das letztlich zu dem oben gefragten Vorgang führt; diese schwungvolle Energie – sie hält sie von der ersten bis zur letzten Seite durch – überträgt sich auch auf den Leser.  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Den lässt sie den Anfang der Reise durch den Magen selbst ertasten: Jeder kann die Speicheldrüsen im Mund fühlen – aber wussten Sie, dass Speichel gefiltertes Blut ist? Dann geht es durch die außerordentlich durchdacht konstruierte Speiseröhre (man kann sogar im Handstand etwas schlucken!) hinab in den Magen – aber nicht direkt von oben, sondern etwas seitlich versetzt, damit das dort Gespeicherte und zu Bearbeitende nicht ungewollt wieder zurück nach oben gelangen kann. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Überhaupt: Bereits am Speichel ist einiges erwähnenswert:  Darin ist beispielsweise ein Schmerzmittel enthalten (das Opiorphin), das viel stärker wirkt als Morphium. Das wird auch gebraucht, <em><strong>“denn in unserem Mund gibt es so viele Nervenenden, wie kaum an einem andern Ort im Körper.” </strong></em>Daran, dass Opiorphin auch antidepressive Eigenschaften haben könnte, wird derzeit geforscht. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Da der Magen höher sitzt, als man oft  meint, kann es  im Magen-Darm-Bereich zu gelegentlich falsch diagn</span><span style="font-size: large;">ostizierten Schmerzen kommen: Ist nämlich dort alles prall mit – Luft gefüllt, kann einem schwindelig werden, oder man gerät in Atemnot  – oder es kommt gar zu einem starken Schmerz im Brustbereich, dass man einen Herzinfarkt befürchtet &#8211; &#8211; da  helfen dann eben erstmal nur rülpsen oder pupsen und der Verzicht auf blähendes Essen – aber auch auf Alkohol: Alkohol kann gasproduzierende Bakterien bis auf das Tausendfache erhöhen! </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Insgesamt beschreibt das Buch das, was unser Leben ausmacht – diese riesige Maschinerie in unserer Körperhöhle, umschlossen von oben den Schultern und den Rippen, hinten der Wirbelsäule und unten den Beckenknochen. Es ist unser Leben das da unermüdlich weiter erzeugt,  erarbeitet und erhalten wird,</strong>. Unerwartet aber ist, dass  jene andere, gewaltige Maschinerie in der Körperhöhle unseres Kopfes, unser Gehirn, von dem dauernd und mit größter Hochachtung geredet wird, gar wenig Einfluss hat auf das, was weiter unten erarbeitet wird und – genau genommen – den ‘Kollegen da oben’ sorgsam und bevorzugt ernährt. Immerhin 20 % dessen, was irgendwo innen-weiter unten geschaffen wird, muss – eine Art Zoll – gleich mal nach oben abgeführt werden. Den entgegengesetzten Mitteilungs-Strom, von unten nach oben, den gibt es sehr wohl. Wenn einem beispielsweise etwas <em>auf den Magen geschlagen</em> ist – was bis zu Depressionen führen kann. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Das Bisschen, was von uns gefordert wird, ist, das richtige Brennmaterial für den Fabrikationsprozess <span style="text-decoration: underline;">innen-weiter-unten</span> anzuliefern</strong>. Wenig genug, angesichts des ganz Außerordentlichen, was dann daraus wird. Denn da arbeiten keine ‘ungelernten’, Tagelöhner oder Gastarbeiter. Schon allein der Dünndarm, den die Autorin als <em>Perfektionisten</em> beschreibt – mit seinen Falten, Zotten und Zotten auf Zotten – genau entspricht das etwa sieben Kilometern! </span></p>
<blockquote><p><span style="font-size: large;"><strong><em>“Insgesamt verdauen wir also auf einen Gebiet, das hundertmal größer ist als unsere Haut.  Das scheint ziemlich unverhältnismäßig für eine kleine Portion Pommes oder einen einzelnen Apfel.<br />
</em></strong></span><span style="font-size: large;"><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Aber genau genommen darum geht es in unserem Bauch: Wir vergrößern uns selbst und verkleinern alles Fremde, bis es so winzig ist, dass wir es aufnehmen können und so ein Teil von uns wird.”</span></em></strong></span></p></blockquote>
<p><span style="font-size: large;">Wovon auch wieder kaum jemand Genaueres weiß, ist das <strong><span style="text-decoration: underline;">Nervensystem des Darms</span></strong>. Hier gibt es Stellen, <strong><span style="text-decoration: underline;">wo das Unbewusste an das Bewusste grenzt.</span></strong> Bewusst nehmen wir unsere Nahrung nur mit Auge, Nase, Mund, und ein Stückchen in der Speiseröhre wahr &#8211; <strong><em>“aber dann – paff! – ist unser Essen weg. Ab hier verschwindet alles in einen Bereich, der medizinisch-sachlich ‘glatte Muskulatur’ heißt; sie ist bewusst nicht kontrollierbar. ”</em></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Dass das <strong><span style="text-decoration: underline;">Nervensystem des Darms</span></strong> <strong>nicht nur selbständig arbeitet, (es ist vielmehr das größte sensorische Organ unseres Körpers, eine Art, noch dazu lernfähiges <em><span style="text-decoration: underline;">zweites Gehirn</span></em>)</strong>  kann man dann sehen, wenn man seine Verbindung zum Gehirn durchtrennt: ‘Unten’ arbeitet alles unverdrossen und tatkräftig weiter. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Warum nun auch auch der <strong>Blinddarm</strong> gar nicht so unnötig ist, wie oft vermutet, wird uns nun auch nicht mehr erstaunen: <strong><em>“Der Wurmfortsatz  [ein Anhängsel des Dickdarms] ist nicht nur zu winzig, um sich mit Nahrungsbrei zu beschäftigen, er hängt auch nur noch an einer Stelle, zu der kaum Essen hinkommt. (…) Während in den Wänden des Dickdarms große Lager an Immunzellen sind, besteht der Wurmfortsatz fast ausschließlich aus Immungewebe. Kommt hier ein schlechter Keim vorbei, ist er rundherum umzingelt. Da heißt allerdings auch, dass sich alles rundherum entzünden kann.  (…) So kommt es zu den mehr als hunderttausend ‘Blinddarm-OPs jedes Jahr allein in Deutschland.”</em></strong>  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Nicht unkritisch erwähnt sie Ärzte, die nur zu leicht Menschen mit sehr unangenehmen und oft chronisch werdenden Darmproblemen als Hypochonder bzw. Simulanten abtun. Neuere und sehr aufschlussreiche Versuche sowohl an Mäusen als auch am Menschen beweisen, das man die Auswirkung der Darm-Hirnleitung bereits ziemlich gut zu verstehen beginnt. <strong>Eine erste Studie über die Auswirkung von Darmpflege auf gesunde menschliche Hirne wurde 2013 veröffentlicht.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Was nichts anderes heißt, als dass man Gefühle, Emotionen und Stress sichtbar (Hirnscanner)  machen und so zu verstehen lernen kann</strong>.  Sie beschreibt eindringlich die Bedeutung einer gesunden Darmflora, die viel mehr ist, als nur für gesunde Verdauung zu sorgen. Man muss also der Betrachtung dessen, <strong><em><span style="text-decoration: underline;">was ‘hinten’ rauskommt</span></em></strong>, noch einen weiteren Gedanken an das, <strong><em><span style="text-decoration: underline;">was ‘oben’ rauskommt</span></em></strong> hinzufügen. Und noch etwas Interessantes beschreibt sie: Dass jeder Mensch über eine ganz eigene, individuelle Darmflora verfügt, was so weit geht, dass bei einer bestimmten Konstellation – was man an Mäusen erprobt hat – sogenannte ‘Moppelbakterien’ über</span><span style="font-size: large;">hand nehmen, die aus der Nahrung aber auch das letzte Fitzelchen herausholen – Folge: Gewichtzunahme. Da sind viele Erwartungen in laufenden Studien, sowohl was die <strong>Gewichtsentwicklung</strong> wie aber auch die <strong>Allergie-, Schmerz-, und Depressionsbehandlung</strong> betrifft. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Gerade diese Aus- und Einblicke in die wissenschaftliche Forschung machen dieses (auch noch höchst amüsante) Buch besonders interessant. Nicht unerwähnt lassen darf man die treffenden  Illustrationen der Schwester der Autorin: Jill Enders. Sie sind genau so treffend und pfiffig wie der gesamte Text. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Fazit: Ein ganz außergewöhnliches Buch, das nahezu jeder unbedingt lesen sollte.</strong></span><span style="font-size: large;">  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">                                                                                    </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Darm mit Charme<br />
von Enders, Giulia;<br />
Gebunden<br />
Alles über ein unterschätztes Organ. 288 S. 19,5 cm 423g , in deutscher Sprache.<br />
2014   Ullstein HC<br />
ISBN 3-550-08041-7 ISBN 978-3-550-08041-8   16.99 EUR</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/darm-mit-charme-alles-ber-ein-unterschtztes-organ-von-giulia-enders/">Darm mit Charme &#8211; Alles &uuml;ber ein untersch&auml;tztes Organ von Giulia Enders</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://literaturkurier.net/darm-mit-charme-alles-ber-ein-unterschtztes-organ-von-giulia-enders/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Digitale Demenz  von Prof. Dr. Manfred Spitzer</title>
		<link>https://literaturkurier.net/digitale-demenz-von-prof-dr-manfred-spitzer/</link>
		<comments>https://literaturkurier.net/digitale-demenz-von-prof-dr-manfred-spitzer/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Sep 2012 12:07:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnentwicklung und Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Lernspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitlale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendlich und Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder und Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen und Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Neurowissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://literaturkurier.net/myblog/?p=6831</guid>
		<description><![CDATA[<p>Dumm durch digitale Medien?  Ein besonders wichtiges Buch! 30.08.2012 Börsenblatt-Interview Interview mit Manfred Spitzer &#8222;Wir liegen hier klar in einem toxischen Bereich&#8220; Der Ulmer Psychiater, Neurowissenschaftler und Lernforscher Manfred Spitzer warnt in seinem neuen Buch &#8222;Digitale Demenz&#8220; vor der Verblödung &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/digitale-demenz-von-prof-dr-manfred-spitzer/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/digitale-demenz-von-prof-dr-manfred-spitzer/">Digitale Demenz  von Prof. Dr. Manfred Spitzer</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4><span style="font-size: large;"><strong>Dumm durch digitale Medien?  Ein besonders wichtiges Buch!</strong></span></h4>
<h4>30.08.2012 Börsenblatt-Interview Interview mit Manfred Spitzer</h4>
<h5>&#8222;<span style="font-size: large;">Wir liegen hi<img style="margin: 0px 15px 15px 0px; display: inline; float: left;" title="Digitale Demenz" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2012/09/Digitale-Demenz1.jpg" alt="Digitale Demenz" width="270" height="420" />er klar in einem toxischen Bereich&#8220;</span></h5>
<p>Der Ulmer Psychiater, Neurowissenschaftler und Lernforscher Manfred Spitzer warnt in seinem neuen Buch &#8222;Digitale Demenz&#8220; vor der Verblödung durch digitale Medien. Für das Lernen seien sie völlig ungeeignet. Ein Interview.</p>
<p><strong>In Ihrem Buch schreiben Sie digitalen Medien einen negativen Einfluss auf die Gehirnentwicklung vor allem junger Menschen zu. Sind es die Medien selbst oder nicht vielmehr ihr unreflektierter, übermäßiger Gebrauch?<br />
</strong><br />
Natürlich ist es der Gebrauch. Alkohol selbst ist auch nicht schädlich – nur wenn man zu viel davon trinkt. Der Umgang mit den Medien ist das Problem, und auch hier macht die Dosis das Gift, wie Paracelsus schon sagte. Da liegen wir ganz klar in einem toxischen Bereich – mit täglich 7,5 Stunden Medienkonsum in Deutschland und 10,75 Stunden in den USA. Das ist jenseits all dessen, was man vielleicht als vernünftig bezeichnen könnte.<br />
<strong><br />
Sie leugnen nicht die Bedeutung digitaler Medien in einer vernetzten Welt – gleichzeitig gewinnt man jedoch den Eindruck, Sie würden ihnen nicht trauen. Wiederholt Ihr Buch nicht die Schelte, die mediale und technische Innovationen schon in der Vergangenheit auslösten – angefangen von der Eisenbahn über den Rundfunk bis zum Fernsehen?<br />
</strong><br />
Beim Fernsehen war die Schelte durchaus berechtigt: Ich habe darüber 2005 ein fernsehkritisches Buch – &#8222;Vorsicht, Bildschirm!&#8220; – geschrieben. Wir haben damals anhand von Langzeitstudien gezeigt, dass Fernsehen – salopp gesprochen – dumm, dick und aggressiv macht. Der negative Einfluss übermäßigen Fernsehens auf den Bildungserfolg und die Bildungskarriere war damals schon nachgewiesen.</p>
<p><span id="more-6831"></span></p>
<p><strong>Reichen naturwissenschaftliche, insbesondere medizinische und neurowissenschaftliche Erkenntnisse aus, um komplexe Sachverhalte wie die misslingende kognitive Entwicklung von Kindern zu erklären?</strong><br />
Das Wesen von Wissenschaft besteht darin, Komplexität zu reduzieren, um dadurch Zusammenhänge aufzuzeigen. Manchen Medienwissenschaftlern, die immer wieder betonen, wie kompliziert und komplex alles sei, gebe ich einerseits zwar recht – die Welt ist grundsätzlich beliebig komplex – aber von dieser Erkenntnis hat niemand etwas. Nehmen Sie an, ich würde einem krebskranken Patienten sagen: &#8222;Ihr Körper ist höllisch kompliziert und Sie haben einen schwierigen psychosozialen Hintergrund. Wie können Sie erwarten, dass ich Ihnen eine lehrbuchartige Therapie vorschlage?&#8220; Der Patient würde mit Recht sagen, dass er von diesen Aussagen nichts hat. Der Verweis auf Komplexität gehört zu den bekannten Strategien der Verneblung von Fakten. Und das ärgert mich, denn es geht um die Gehirne der nächsten Generation – und die werden derzeit vermüllt, da kann ich als Mediziner nicht zuschauen.</p>
<p><strong>Wenn digitale Medien – Computer, Internet und andere – aus unserer Lebenswelt nicht mehr hinwegzudenken sind – warum sollten Kinder und Jugendliche nicht frühzeitig den selbstverantwortlichen Umgang mit diesen Medien lernen, auch im Klassenzimmer?<br />
</strong><br />
Die Behauptung, dass Computer zum Lernen besonders gut geeignet sind, stimmt zunächst einmal gar nicht, weil Computer geistige Arbeit abnehmen. Lernen kann man nur, wenn man geistig arbeitet. Je tiefer man über Dinge nachdenkt, je mehr man sich mit Dingen beschäftigt, desto mehr verändert sich das Gehirn, und desto mehr lernt man. Wenn man nur noch Texte aus dem Internet in eine Powerpoint-Präsentation hineinkopiert, hat man überhaupt nichts gelernt. Ein weiteres Problem: Computerspiele machen nachweislich süchtig und sind so programmiert, dass sie abhängig machen. Es gibt in Deutschland nach amtlichen Angaben 250.000 Computer- und Internetsüchtige. Ich habe selbst junge Patienten – Mittzwanziger – in meiner Klinik, deren Leben durch die Internet- und Computersucht zerstört wurde.<br />
<strong>Aber dass man Computer als Werkzeug benutzt, um mit ihnen zu lernen – was wäre dagegen einzuwenden?</strong><br />
Ich kann nur wiederholen: Computer sind ganz schlechte Lernwerkzeuge, weil sie uns geistige Arbeit abnehmen und nicht zu einer vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten führen.</p>
<p><strong>Aber liegt das nicht auch daran, dass wir bisher nicht kompetent mit diesen Medien umgehen? Der Computer nimmt ja nicht die komplette Denkleistung ab, sondern vorwiegend mechanische Leistungen wie Schreiben oder das Verschieben von Inhalten …</strong><br />
Es gibt Vergleichsstudien der empirischen Bildungsforschung dazu, die zeigen, dass das nicht so ist. Bei Schulen mit und bei Schulen ohne Computernutzung konnte man keinen Unterschied in der Lernleistung feststellen. Die PISA-Daten (von immerhin rund 250.000 15-Jährigen) zeigen, dass ein Computer in der Schule den Bildungserfolg nicht bessert und einer im Jugendzimmer zu schlechteren Schulleistungen führt.</p>
<p><strong>Den harten Fakten will ich gar nicht widersprechen. Aber die Szenarios für den Schulunterricht sehen ja nicht so aus, dass man nur noch mit digitalen Medien lernt. Pädagogen und Didaktiker betonen immer wieder, dass traditionelle Medien wie das Buch durch digitale Medien nicht überflüssig werden. Sollte das Ziel nicht eine komplementäre Nutzung aller Mediengattungen sein, und kommt es nicht letztlich auf die Balance zwischen den Medien an?</strong><br />
Sicher geht es auch um ein ausbalanciertes Verhältnis. Ich habe auch Lernsoftware getestet, die wirklich etwas taugt: das Mathematik-Lernprogramm der Firma bettermarks. Aber das ist die sprichwörtliche Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Außerdem erweisen sich die Hindernisse für das Unternehmen, um mit diesem guten Lernprogramm in die Schulen zu kommen, als riesengroß. Die Kultusverwaltungen geben statt dessen große Summen für Hardware aus, ohne einen Plan zu haben, was damit an den Schulen geschieht. Die Hersteller dieser Produkte sind es, die mit Macht in den Markt drängen. Es geht nicht um gute Bildung, sondern ums Verkaufen. Wir können aber nicht die Bildung der nächsten Generation dem Markt allein überlassen.</p>
<p><strong>Ist es wirklich ein &#8222;Allgemeinplatz&#8220;, wie Sie in Ihrem Buch behaupten, dass das Lesen und Erfassen auf digitalen Trägermedien oberflächlicher geschieht und einen geringeren Lerneffekt hat als bei der Lektüre eines gedruckten Buchs?</strong><br />
Auf einem Lese-Device wie dem Kindle oder dem iPad kann ich genau so gut lesen wie in einem Papierbuch. Das Problem beginnt dann, wenn man die Bücher multimedial aufpeppt. Dann fangen die Leute wieder an herumzuklicken statt mit Verstand zu lesen.<br />
<strong><br />
Sie schreiben, Aktivitäten im Internet würden reale soziale Beziehungen und Betätigungen in den Hintergrund drängen und zu Vereinsamung und Depression führen. Was würden Sie dann einem 24-jährigen Studenten und Sympathisanten der &#8222;Piraten&#8220; erklären, der Ihnen sagt, das Internet sei sein &#8222;Lebensraum&#8220;?<br />
</strong><br />
Wer erwachsen ist, der kann Kontakte, die er schon hat, über soziale Netzwerke pflegen, auch per Facebook – dagegen ist gar nichts einzuwenden. Nur zu glauben, dass man sein soziales Leben durch Facebook ersetzen könnte, dass man soziales Verhalten über Facebook lernt, das ist völlig abwegig. Mir graust es, wenn ich weiß, dass acht- bis zwölfjährige Mädchen in den USA durchschnittlich sieben Stunden online sind und nur zwei Stunden reale Kontakte pflegen. Das kann nicht gut gehen.</p>
<p><em><br />
Interview: Michael Roesler-Graichen</em></p>
<p><strong>Zur Person</strong><br />
Manfred Spitzer, Jahrgang 1958, hat seit 1997 den neu eingerichteten Lehrstuhl für Psychiatrie der Universität Ulm inne und leitet die seit 1998 bestehende Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm. Im Jahr 2004 gründete er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm. Spitzer hat neben seiner Forschungsliteratur zahlreiche Sachbücher veröffentlicht, darunter &#8222;Vorsicht Bildschirm! Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft&#8220; (2005), &#8222;Aufklärung 2.0 – Gehirnforschung als Selbsterkenntnis&#8220; (2009) und zuletzt &#8222;Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen&#8220; (Droemer Knaur, 2012).</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/digitale-demenz-von-prof-dr-manfred-spitzer/">Digitale Demenz  von Prof. Dr. Manfred Spitzer</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://literaturkurier.net/digitale-demenz-von-prof-dr-manfred-spitzer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von der Seele des Hundes &#8211; Nach wie vor das umfassende Standardwerk  von Eric H.W.Aldington&#8216;   von Ingeborg Gollwitzer</title>
		<link>https://literaturkurier.net/von-der-seele-des-hundes-nach-wie-vor-das-umfassende-standardwerk-von-eric-h-w-aldington-von-ingeborg-gollwitzer/</link>
		<comments>https://literaturkurier.net/von-der-seele-des-hundes-nach-wie-vor-das-umfassende-standardwerk-von-eric-h-w-aldington-von-ingeborg-gollwitzer/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 10:44:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Eric H.W.Aldington]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirnentwicklung und Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Hund als sozialer Helfer]]></category>
		<category><![CDATA[Hund und Verhalten]]></category>
		<category><![CDATA[Hunde-Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Hundebücher]]></category>
		<category><![CDATA[Hundepsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Hundeverhalten Genetik]]></category>
		<category><![CDATA[Pschychologie des Hundes]]></category>
		<category><![CDATA[Welpenentwicklung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://literaturkurier.net/myblog/?p=6448</guid>
		<description><![CDATA[<p>Eben habe ich es mir wieder vorgenommen, das ebenso ge- und beliebte und gründliche Buch über die Seele unserer vierbeinigen Gefährten. Was alles steht darin, was man woanders oft vergeblich sucht&#8230; Vor allem kann man sich darauf verlassen, dass hier &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/von-der-seele-des-hundes-nach-wie-vor-das-umfassende-standardwerk-von-eric-h-w-aldington-von-ingeborg-gollwitzer/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/von-der-seele-des-hundes-nach-wie-vor-das-umfassende-standardwerk-von-eric-h-w-aldington-von-ingeborg-gollwitzer/">Von der Seele des Hundes &#8211; Nach wie vor das umfassende Standardwerk  von Eric H.W.Aldington&#8216;   von Ingeborg Gollwitzer</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 0px 15px 15px 0px;" src="https://multimedia.knv.de/cgi-bin/knvmmdb.cgi?herkunft=knv&amp;MM_IDENTNR=999pcbis.de&amp;typ=cover&amp;vknr=29072&amp;id=19942323&amp;kennwort=NODFMNEGJPCHLN&amp;variante=zoom" alt="" align="left" /><span style="font-size: small;">Eben habe ich es mir wieder vorgenommen, das ebenso ge- und beliebte und gründliche Buch über die Seele unserer vierbeinigen Gefährten. Was alles steht darin, was man woanders oft vergeblich sucht&#8230; Vor allem kann man sich darauf verlassen, dass hier exakt recherchiert wurde. Natürlich habe ich mich auch diesmal darin festgelesen, wohl auch deshalb, weil man oft über Aldingtons untergründigen Humor schmunzeln muss. Er kannte unsere Vierbeiner wie kaum ein anderer! Er sagt das so:</span></p>
<p><span style="font-size: small;"><em><strong>&#8222;Keiner meiner Hunde war auch nur annäherungsweise einem anderen ähnlich; selbst Hunde der gleichen Rasse waren dabei keine Ausnahme. Trotzdem versucht dieses Buch zu erklären, wie Hunde</strong></em></span><span style="font-size: small;"><em><strong> sich verhalten und warum sie so sind wie sie sind. Denn, obwohl keiner ist, wie der andere, ist ihr Verhalten immer das eines Hundes, nicht vergleichbar mit Pferden, Kühen, Vögeln oder &#8211; Menschen.<br />
Sie denken nicht, wie wir denken, obwohl wir ihnen vieles beibringen können, was sie verstehen und, wie gewünscht, in unserem Sinne auch tun. Sie verfahren dabei nach ihrer eigenen Logik, haben ihren bestimmten Standpunkt und es ist interessant genug zu ergründen, warum sie so sind und sich so und nicht anders verhalten.&#8220; (Eric H.W. Aldington)</strong></em></span></p>
<p><span id="more-6448"></span></p>
<p><span style="font-size: small;">Wer mit Hunden zusammenlebt und wer mit Hunden zu tun hat &#8211; und es gibt fast niemanden, der nicht mit ihnen in Kontakt kommt &#8211; sollte über Verhalten und Eigenschaften des Hundes gründlich Bescheid wissen. Selbst dem, der mit einem Hund zusammenlebt, gibt er noch immer viele Rätsel auf. Das ist nicht nur nachteilig für die Erziehung und Gesundheit des Hundes, sondern bringt auch den Menschen um viele Freuden, die er mit seinem Hund erleben könnte.Hunde gehören unzweifelhaft zum Menschen und sind aus seinem Leben nicht fortzudenken.<br />
Auch wer selbst keinen Hund besitzt, kommt mit ihnen in Berührung und empfindet oft zu Unrecht Furcht und Abneigung, weil er gar nicht weiß, was für ein Tier der Hund eigentlich ist und wie er sich einem Hund gegenüber verhalten soll.</span></p>
<p><em>‘<strong>Noch nie ist in der Bundesrepublik ein kompetenteres Hundebuch erschienen’</strong></em> schrieb gleich bei Erscheinen des Buches eine große deutsche Sonntagszeitung. Inzwischen haben 10-Tausende dieses Buch nicht nur mit wachsenden Erstaunen fasziniert gelesen, sondern es immer wieder weiterempfohlen – denn fürwahr, es sei gleich hier gesagt: <strong><span style="text-decoration: underline;">In keinem anderen Buch über das Verhalten des Hundes ist eine derartige Fülle von Informationen über den Hund zu finden.</span></strong></p>
<p><strong>Vieles, was man über das Verhalten des Hundes erforscht hat, war bisher in der Literatur unter dem Stichwort ‘Hund’ bis heute gar nicht zu finden, da viele Untersuchungen am Hund eigentlich nur durchgeführt worden sind, um bestimmte Verhältnisse beim – <span style="text-decoration: underline;">Menschen</span> &#8211; genauer zu klären.</strong> Daher sind in diesem Buch eine Fülle von Forschungsergebnissen aus den USA zwischen 1920 und 1960 zu finden, die der Autor mit großer Akribie in lebenslanger Arbeit zusammengetragen hat. Wenn man dieses Buch gelesen hat – und man liest es mit wachsendem Interesse – wird man den Hund (aber auch seinen Menschen!) völlig neu zu sehen lernen. Es sei gleich hier gesagt, auch dieses Buch des Verfassers ist – trotz aller wissenschaftlichen Genauigkeit – mit keiner Zeile unverständlich oder gar langweilig. Seitenweise muß man sogar hellauf lachen, wenn ganz typische Verhaltensbesonderheiten bei Hunden am Beispiel erklärt werden – man sieht es regelrecht vor sich!</p>
<p>Selbst auf scheinbar nebensächliche Einzelheiten wird erklärend eingegangen: Nämlich: Viele Hunde mögen Bier! Auch das ‘Schwanzwedeln’ tritt, rassenunterschiedlich, früher oder später in der Entwicklung auf. Selbst das selten zitierte Phänomen der ‘Kriegshunde’ wird ausführlich beschrieben und die dabei unternommenen Versuche über die Eignung der Hunde zu wahrhaft erstaunlichen Leistungen. Haben Hunde einen ’sechsten Sinn’? Viele wollen das schon längst einmal wissen, wenn sie Erstaunliches beobachten können. Hier wird auch diese Frage beantwortet.</p>
<p><strong>Das Buch ist in 5 Teile gegliedert, die auch in dieser Reihensfolge gelesen werden sollten.</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Im ersten Teil</span> <strong>wird zunächst einmal geklärt, was der Hund eigentlich für ein Tier ist. Natürlich geht es dabei um seine Abstammung vom Wolf, um Gemeinsamkeiten und die Dinge, die sich beim Hund verändert haben.</strong> Es geht um die Gehirnentwicklung in den ersten Lebensmonaten und um die schrittweise Entwicklung dessen, was letztlich die <strong>Persönlichkeit des Hundes ausmacht</strong>. Ebenfalls hier nachzulesen sind die <strong>großen rassebedingten Unterschiede</strong>, aber auch, inwieweit die <strong>Entwicklung des Verhaltens genetisch- oder umweltbedingt ist</strong>. Außerdem wird erklärt, wie eigentlich ‘Dominanzverhältnisse’ entstehen.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Im zweiten Teil</span> <strong>geht es um den Konstitutions- und Verhaltenstyp, die Zusammenhänge zwischen Körperbau, Konstitution und Verhalten. Man kann den ‘Charakter-Typ’ bereits an der Körperform erkennen, weil Hunde nicht zufällig verschiedenes ‘Temperament’ haben</strong>. Dieses wurde an Kreuzungsversuchen (die hier zum Teil wiedergegeben werden) eindrucksvoll geklärt, wie auch die Merkmale Bewegungsaktivität und Körperindex wichtige <strong>Hinweise liefern, die auf den Charakter und die Verwendbarkeit eines Hundes /einer Rasse schließen lassen</strong>.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Im dritten Teil<strong> </strong></span><strong>wird die, beim Hund wie beim Menschen immer wieder neu gestellte Frage geklärt, welche Verhaltensbestandteile des Hundes ‘angeboren’ oder ‘erworben’, also unweltbedingt sind.</strong> Sind ‘Instinkt’ und ‘Verstand’ Gegensätze, die sich ausschließen? <strong>Können Hunde denken?</strong> Natürlich können sie es, aber worin unterscheidet sich ihr Denkvermögen von dem des Menschen? <strong>Ist Verhalten ‘nur’ eine Folge von Reflexen’?</strong> Die Arbeiten bedeutender Wissenschaftler, unter ihnen Pawlow oder der russische Forscher Kruschinski, wie auch die Amerikaner <strong>Fox, Scott &amp; Fuller, Pfaffenberger, James</strong> u.a. kommen mit ihren Werken zu Wort. Ebenfalls veranschaulicht wird das <strong>Nervensystem des Hundes, seine Hormone, Transmitterstoffe</strong>, also die ‘körperliche’ Grundlage dessen, woraus das Verhalten entsteht.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Im vieren Teil </span><strong>geht es um das Verhalten des Hundes aufgrund angeborener arteigener Anlagen. Beobachtungen an wildlebenden Caniden und das Jagdverhalten des Wolfes werden ausführlich erläutert.</strong> So gelangt man ganz von selbst zu einem ganz neuen Verständnis des hundlichen Wesens, denn es sind <strong>uralte Anlagen, die hier bei unseren Hunden zu so wertvollen </strong>– oder <strong>warum der Hund seinen Herrn liebt <span style="text-decoration: underline;">und</span> versteht.</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Im fünften Teil geht es um Grundlagen und Entstehung von <strong>Verhaltensmerkmalen</strong>. Wie funktionieren Gehirn und Sinnesleistungen des Hundes? Woher kommt das rätselhafte Gemeinschaftsgefühl ten Teil</span> <strong>ist vom Hund und seiner Beziehung zum Menschen ausführlich die Rede. Was man heute über die Körpersprache des Hundes weiß, die Grammatik seiner Körperhaltungen und Bewegungen.</strong> Was ist eigentlich das ‘Wesen’ des Hundes? Hochinteressant sind die <strong>Charakterbilder verschiedener Rassen,</strong> die sich in wesentlichen Punkten unterscheiden. Oft ist allein schon die Wahl des falschen Hundetyps die Ursache späterer Komplikationen.</p>
<p>Besonders interessant und, vor allem wichtig ist auch <strong>‘Der Hund auf Rezept’</strong>. Nämlich <strong>Blindenhunde, Hunde als Helfer von Behinderten, Hunde gar als ‘Therapeuten’ bei seelischen Erkrankungen und körperlichen Leiden?</strong> In diesem Zusammenhang haben Wissenschaftler weltweit festgestellt, dass <strong>der Hund im Zusammenleben mit seinem Menschen mehr als nur ein Haustier ist. Welche Eigenschaften des Hundes sind es aber, die ihn zu ‘mehr als nur ein Haustier’ machen?</strong></p>
<p><strong>Das Buch ist eine einzige Liebeserklärung an unsere vierbeinigen Gefährten. Beeindruckend beschreibt Aldington, dass es ‘dem Hund, so wie er ist, nahe zu kommen’, auch bedeutet, Tier und Mensch – <span style="text-decoration: underline;">also auch uns selbst</span> – begreifen zu lernen. Hunde sind für ihn nicht nur ‘Tiere’, sondern unverzichtbarer Bestandteil seines Lebens – aber, warum dies bei ihm, wie auch seit Jahrtausenden bei Millionen Menschen so ist, diese Frage hat er erstmals in diesem Buch beeindruckend beantwortet.</strong> Kein Zweifel, dass auch der Hund eine ‘Seele’ hat. Aber, wie das, was man ‘Seele’ nennt, bei Tier und – Mensch im Laufe einer langen Entwicklung entsteht, das begreift man staunend, wenn man dieses Buch, <strong>das man nicht genug empfehlen kann,</strong> liest. <strong>Denn, man kann es nicht genug betonen: Wie alle Bücher des Verfassers ist auch dieses von der ersten bis zur letzten Zeile, mit keinem Wort langweilig, faszinierend zu lesen! Gerade eben ist die 12. Auflage dieses hervorragenden Buches erschienen!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ingeborg Gollwitzer</p>
<p>Titel:</p>
<p><strong>Eric H.W. Aldington, </strong><a href="http://literaturkurier.net/product_info.php/info/p453302_Von-der-Seele-des-Hundes.html"><strong>Von der Seele des Hundes</strong></a>. 384 S., viele Bilder, Tabellen. <strong>EURO 32.80</strong> ISBN 9783938071489<strong> Kynos Verlag </strong></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/von-der-seele-des-hundes-nach-wie-vor-das-umfassende-standardwerk-von-eric-h-w-aldington-von-ingeborg-gollwitzer/">Von der Seele des Hundes &#8211; Nach wie vor das umfassende Standardwerk  von Eric H.W.Aldington&#8216;   von Ingeborg Gollwitzer</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>https://literaturkurier.net/von-der-seele-des-hundes-nach-wie-vor-das-umfassende-standardwerk-von-eric-h-w-aldington-von-ingeborg-gollwitzer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
