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	<title>Biologie &#8211; Literaturkurier.net</title>
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	<description>Bücher - Meinungen - Rezensionen</description>
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		<title>Darm mit Charme &#8211; Alles &#252;ber ein untersch&#228;tztes Organ von Giulia Enders</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Mar 2014 14:31:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Über des Menschen zweites Gehirn! Das ist DAS Buch des Jahres 2014! &#160; Warum dies Buch jeden angeht, und nun unser Buch Nr. 1 ist. Worin  buchstäblich auf jeder Seite etwas Überraschendes und überaus Wissenswertes steht, obwohl wir, weil es &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/darm-mit-charme-alles-ber-ein-unterschtztes-organ-von-giulia-enders/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Über des Menschen zweites Gehirn! Das ist <em><span style="text-decoration: underline;">DAS</span></em> Buch des J<a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/03/c1zsolhu.jpg"><img style="margin: 15px 15px 17px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="c1zsolhu" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/03/c1zsolhu_thumb.jpg" alt="c1zsolhu" width="293" height="480" align="left" border="0" /></a>ahres 2014! </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Warum dies Buch jeden angeht, und nun unser Buch Nr. 1 ist. Worin  buchstäblich auf jeder Seite etwas Überraschendes und überaus Wissenswertes steht, obwohl wir, weil es ausnahmslos jeder von Anfang an zu kennen meint, Darm und Verdauung … na ja, und?</strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Wissen wir aber wirklich alles? Wir sollten aber.. Denn dann geht es beim Lesen, sowohl mit dem Staunen als auch dem richtig Spannenden los: Enthält es doch tatsächlich so unvorstellbar vielseitige Neuigkeiten, die nicht nur spektakulär, sondern auch noch sofort praktisch nutzbar sind.</strong> Denn bis zu diesem Buch hätte sich kein Mensch vorstellen können, wie amüsant und ebenso fesselnd ein wissenschaftlicher Wissens- und Forschungskomplex sein kann. Modernste medizinische Forschungsgebiete – aber nicht besserwisserrisches  trockenes Kathederwissen,  sondern <strong>außerordentlich anschaulich, witzig und einprägsam vorgestellt. Schon allein die Sprache zeigt, Giulia Enders ist überaus befähigt und begabt, wirklich ein Glücksfall</strong>.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Wovon sie berichtet, sind unsere  allerinnersten Regungen, die Tag und Nacht  in jedem von uns ablaufen, von denen wir nahezu nichts wissen </span><span style="font-size: large;">– und von denen wir kaum bis niemals reden. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Aber ahnten sie, dass Sie hier Näheres über ein, über <em><span style="text-decoration: underline;">Ihr</span></em> zweites Gehirn erfahren würden? <span id="more-7663"></span></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Soweit es aber den Darm betrifft,  handelt es sich sozusagen um eine Art Geheimwissen.</strong>  Ausnahmslos jeder hat damit zu tun – aber <strong>wie nach einem ungeschriebenen Gesetz scheut man sich,</strong> zu reden von dem was da  mitten in uns schaltet und waltet– in unserem Bauch. Schon als Baby kann einen da was piesacken, später auch, oft immer heftiger und im Alter wäre es erst recht gut, wenn man über seine ‘Mitte’ mehr wüsste. Obendrein ist das, was dabei sichtbar herauskommt, für viele überhaupt nicht besonders reizvoll. Etwas peinlich. Eben gelegentlich ein “Pups”  und das andere, wofür man erst mühsam eine salonfähige Bezeichnung finden muss.  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Wie es bei einem Menschen aussieht, öffnet man die Bauchdecke – das kenne ich nur von Bildern. Aber ich durfte bei den Operationen meiner Hunde zusehen und war jedesmal fasziniert, von dem sowohl formschönen, kunstvoll geordneten, sauberen, blanken Inneren – schon allein die zarten Farben &#8211; man kann es nicht anders nennen – was man erblickte war <strong>Kunst in höchster Vollendung, lebendiges Kunstwerk!</strong> Und genau so sieht es auch in uns aus &#8211; </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>So kann ich die begeisterte Faszination der Autorin verstehen, die des Menschen Inneres nicht nur einmal (sowie unter dem Mikroskop) betrachtet hat, sondern nicht eher aufhören mochte, alle Informationen zu sammeln, die sie nur irgend über dieses bestaunenswerte Kunstwerk zusammentragen konnte</strong>. Das wird nun ihre Dissertation (und vielleicht auch das Lebensthema?) dieser jungen, jetzt erst vierundzwanzigjährigen angehenden Ärztin. Mit ziemlicher Sicherheit wird sie eine sehr gute Ärztin oder eine hervorragende Wissenschaftlerin, denn in ihrer Kindheit und Jugend hatte sie das ‘Glück’, Krankheiten zu erleiden, bei denen die Ärzte nicht weiterwussten und konnte dabei am eigenen Leibe erleben,  dass oft nur die unermüdliche  Phantasie des <em>Kranken</em> endlich weiterhilft. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Bei ihr waren es unverheilbare Wunden, zunächst an einem Bein, dann nach und nach am ganzen Körper. Salben vom Hautarzt halfen (natürlich) nicht. Dann las sie von einem Mann mit den gleichen Symptomen – und der hatte, aus irgendwelchen anderen Gründen, gerade so wie sie selbst, <em>vor</em> der Erkrankung Antibiotika genommen. (Weiter unten komme ich darauf nochmals zurück.) Das war bei ihr der Beginn des Verstehens ihrer Krankheit: Die hatte was mit dem Darm zu tun! Im ersten Medizin-Semester äußerte sie bei ihren Kommilitonen gelegentlich ihre vagen diesbezüglichen Vermutungen, die sich oft bestätigten, <strong>dass ganz unterschiedliche  Verstimmungen oder Krankheitsformen in dem einen oder anderen Fall, etwas mit dem Darm zu tun haben könnten</strong>. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Höchstens bei <span style="text-decoration: underline;">Babys</span> ist die Verdauung ein Thema, worüber man sich ungeniert mit anderen unterhält: Blähungen, Durchfall, unterschiedliche Farben, Verstopfung können da leicht ein abendfüllendes Thema werden.</strong>  Was aber später die Erwachsenen betrifft – da geniert man sich ungemein. &#8211; Ausgerechnet der Darm! Das schwarze Schaf unter den Organen, das einem doch bisher eher unangenehm war. <strong>Aber, keine Angst, in diesem Buch wird sogar der “Pups” zum hübschen Wort.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Denn mit diesem Buch wird sich das genierliche Image ändern. Nicht nur Durchfall oder Verstopfung, auch Übergewicht, Depressionen und Allergien hängen überraschend oft  mit einer gestörten Balance der Darmflora zusammen.</strong> Das heißt umgekehrt: Wenn wir uns in unserem Körper wohlfühlen, (oder umgekehrt: wenn dieses Gebilde in uns sich wohlfühlt ) länger leben und glücklicher werden wollen, müssen wir unseren Darm besser kennenlernen und sorgfältiger damit umgehen.  Das zumindest legen die neuesten Forschungen, von denen hier berichtet wird, nahe. In diesem Buch, das alles andere als ein Rezeptbuch oder bloß praktischer Ratgeber ist, erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders vergnüglich, welch ein hochkomplexes und wunderbares Organ der Darm ist. Warum er der Schlüssel ist zu einem gesunden Körper <strong><em>und</em></strong> einem gesunden Geist und eröffnet uns einen ganz neuen Blick. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Gleichzeitig macht sie dem Leser eindringlich klar, welche Verheerungen unnötig verwendete Antibiotika haben, die – wenn überhaupt! – nicht nur den schädlichen Eindringling vernichten, sondern gleichzeitig auch diesen kostbaren Schatz der Mikroorganismen in unserem Inneren den Gar aus machen können. Es braucht eine lange Zeit, bis das alles wieder aufgebaut ist und wirken kann. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Warum</span></strong> es der Autorin wichtig war, dies Buch zu schreiben,  erklärt sie so  und trifft damit den Nagel auf den Kopf: <strong><em>“Manchmal erschreckt es mich, wenn Wissenschaftler hinter geschlossenen Türen über wichtige Erkenntnisse diskutieren – ohne dass die Öffentlichkeit darüber informiert wird. ( …) Es gilt in der Wissenschaft als anerkannt, dass Menschen mit bestimmten Verdauungsproblemen   häufig Nervenstörungen im Darm haben. Ihr Darm sendet dann Signale an einen Bereich im Gehirn, der unangenehme Gefühle verarbeitet, obwohl sie gar nichts Schlimmes getan haben.      Die Betreffenden fühlen sich unwohl und wissen nicht, warum das so ist. <span style="text-decoration: underline;">Wenn ihr Arzt sie dann als irrationale Psychofälle behandelt, ist das sehr kontraproduktiv!</span> Das ist eines der Beispiele dafür, dass manches Forschungswissen schneller verbreitet werden sollte!”</em></strong> </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Und diese ‘Verbreitung’ gelingt ihr auf einzigartige Weise</span></strong>. Nicht nur, dass sie über diese höchst komplexen Zusammenhänge informiert, sondern auch <strong><em><span style="text-decoration: underline;">wie</span></em></strong> sie das macht, ist lebendig, plastisch, witzig und immer konkret. Am Anfang erwähnt sie einen Mitbewohner, der sie in der Küche mehr nebenher fragt: <strong><em>“Du studierst doch Medizin – wie geht kacken?”</em></strong> </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Mit einem Satz ließ sich das nicht beantworten. <em><strong>“Al</strong></em></span><span style="font-size: large;"><em><strong>s ich die Antwort fand, war ich völlig baff. Etwas so Alltägliches war viel klüger und beeindruckender, als ich jemals gedacht hatte.“ </strong></em>Regelrecht <em><span style="text-decoration: underline;">beflügelt</span></em> hat sie die Begeisterung, etwas Einzigartiges und Großartiges schildern zu können, das letztlich zu dem oben gefragten Vorgang führt; diese schwungvolle Energie – sie hält sie von der ersten bis zur letzten Seite durch – überträgt sich auch auf den Leser.  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Den lässt sie den Anfang der Reise durch den Magen selbst ertasten: Jeder kann die Speicheldrüsen im Mund fühlen – aber wussten Sie, dass Speichel gefiltertes Blut ist? Dann geht es durch die außerordentlich durchdacht konstruierte Speiseröhre (man kann sogar im Handstand etwas schlucken!) hinab in den Magen – aber nicht direkt von oben, sondern etwas seitlich versetzt, damit das dort Gespeicherte und zu Bearbeitende nicht ungewollt wieder zurück nach oben gelangen kann. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Überhaupt: Bereits am Speichel ist einiges erwähnenswert:  Darin ist beispielsweise ein Schmerzmittel enthalten (das Opiorphin), das viel stärker wirkt als Morphium. Das wird auch gebraucht, <em><strong>“denn in unserem Mund gibt es so viele Nervenenden, wie kaum an einem andern Ort im Körper.” </strong></em>Daran, dass Opiorphin auch antidepressive Eigenschaften haben könnte, wird derzeit geforscht. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Da der Magen höher sitzt, als man oft  meint, kann es  im Magen-Darm-Bereich zu gelegentlich falsch diagn</span><span style="font-size: large;">ostizierten Schmerzen kommen: Ist nämlich dort alles prall mit – Luft gefüllt, kann einem schwindelig werden, oder man gerät in Atemnot  – oder es kommt gar zu einem starken Schmerz im Brustbereich, dass man einen Herzinfarkt befürchtet &#8211; &#8211; da  helfen dann eben erstmal nur rülpsen oder pupsen und der Verzicht auf blähendes Essen – aber auch auf Alkohol: Alkohol kann gasproduzierende Bakterien bis auf das Tausendfache erhöhen! </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Insgesamt beschreibt das Buch das, was unser Leben ausmacht – diese riesige Maschinerie in unserer Körperhöhle, umschlossen von oben den Schultern und den Rippen, hinten der Wirbelsäule und unten den Beckenknochen. Es ist unser Leben das da unermüdlich weiter erzeugt,  erarbeitet und erhalten wird,</strong>. Unerwartet aber ist, dass  jene andere, gewaltige Maschinerie in der Körperhöhle unseres Kopfes, unser Gehirn, von dem dauernd und mit größter Hochachtung geredet wird, gar wenig Einfluss hat auf das, was weiter unten erarbeitet wird und – genau genommen – den ‘Kollegen da oben’ sorgsam und bevorzugt ernährt. Immerhin 20 % dessen, was irgendwo innen-weiter unten geschaffen wird, muss – eine Art Zoll – gleich mal nach oben abgeführt werden. Den entgegengesetzten Mitteilungs-Strom, von unten nach oben, den gibt es sehr wohl. Wenn einem beispielsweise etwas <em>auf den Magen geschlagen</em> ist – was bis zu Depressionen führen kann. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Das Bisschen, was von uns gefordert wird, ist, das richtige Brennmaterial für den Fabrikationsprozess <span style="text-decoration: underline;">innen-weiter-unten</span> anzuliefern</strong>. Wenig genug, angesichts des ganz Außerordentlichen, was dann daraus wird. Denn da arbeiten keine ‘ungelernten’, Tagelöhner oder Gastarbeiter. Schon allein der Dünndarm, den die Autorin als <em>Perfektionisten</em> beschreibt – mit seinen Falten, Zotten und Zotten auf Zotten – genau entspricht das etwa sieben Kilometern! </span></p>
<blockquote><p><span style="font-size: large;"><strong><em>“Insgesamt verdauen wir also auf einen Gebiet, das hundertmal größer ist als unsere Haut.  Das scheint ziemlich unverhältnismäßig für eine kleine Portion Pommes oder einen einzelnen Apfel.<br />
</em></strong></span><span style="font-size: large;"><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Aber genau genommen darum geht es in unserem Bauch: Wir vergrößern uns selbst und verkleinern alles Fremde, bis es so winzig ist, dass wir es aufnehmen können und so ein Teil von uns wird.”</span></em></strong></span></p></blockquote>
<p><span style="font-size: large;">Wovon auch wieder kaum jemand Genaueres weiß, ist das <strong><span style="text-decoration: underline;">Nervensystem des Darms</span></strong>. Hier gibt es Stellen, <strong><span style="text-decoration: underline;">wo das Unbewusste an das Bewusste grenzt.</span></strong> Bewusst nehmen wir unsere Nahrung nur mit Auge, Nase, Mund, und ein Stückchen in der Speiseröhre wahr &#8211; <strong><em>“aber dann – paff! – ist unser Essen weg. Ab hier verschwindet alles in einen Bereich, der medizinisch-sachlich ‘glatte Muskulatur’ heißt; sie ist bewusst nicht kontrollierbar. ”</em></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Dass das <strong><span style="text-decoration: underline;">Nervensystem des Darms</span></strong> <strong>nicht nur selbständig arbeitet, (es ist vielmehr das größte sensorische Organ unseres Körpers, eine Art, noch dazu lernfähiges <em><span style="text-decoration: underline;">zweites Gehirn</span></em>)</strong>  kann man dann sehen, wenn man seine Verbindung zum Gehirn durchtrennt: ‘Unten’ arbeitet alles unverdrossen und tatkräftig weiter. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Warum nun auch auch der <strong>Blinddarm</strong> gar nicht so unnötig ist, wie oft vermutet, wird uns nun auch nicht mehr erstaunen: <strong><em>“Der Wurmfortsatz  [ein Anhängsel des Dickdarms] ist nicht nur zu winzig, um sich mit Nahrungsbrei zu beschäftigen, er hängt auch nur noch an einer Stelle, zu der kaum Essen hinkommt. (…) Während in den Wänden des Dickdarms große Lager an Immunzellen sind, besteht der Wurmfortsatz fast ausschließlich aus Immungewebe. Kommt hier ein schlechter Keim vorbei, ist er rundherum umzingelt. Da heißt allerdings auch, dass sich alles rundherum entzünden kann.  (…) So kommt es zu den mehr als hunderttausend ‘Blinddarm-OPs jedes Jahr allein in Deutschland.”</em></strong>  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Nicht unkritisch erwähnt sie Ärzte, die nur zu leicht Menschen mit sehr unangenehmen und oft chronisch werdenden Darmproblemen als Hypochonder bzw. Simulanten abtun. Neuere und sehr aufschlussreiche Versuche sowohl an Mäusen als auch am Menschen beweisen, das man die Auswirkung der Darm-Hirnleitung bereits ziemlich gut zu verstehen beginnt. <strong>Eine erste Studie über die Auswirkung von Darmpflege auf gesunde menschliche Hirne wurde 2013 veröffentlicht.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Was nichts anderes heißt, als dass man Gefühle, Emotionen und Stress sichtbar (Hirnscanner)  machen und so zu verstehen lernen kann</strong>.  Sie beschreibt eindringlich die Bedeutung einer gesunden Darmflora, die viel mehr ist, als nur für gesunde Verdauung zu sorgen. Man muss also der Betrachtung dessen, <strong><em><span style="text-decoration: underline;">was ‘hinten’ rauskommt</span></em></strong>, noch einen weiteren Gedanken an das, <strong><em><span style="text-decoration: underline;">was ‘oben’ rauskommt</span></em></strong> hinzufügen. Und noch etwas Interessantes beschreibt sie: Dass jeder Mensch über eine ganz eigene, individuelle Darmflora verfügt, was so weit geht, dass bei einer bestimmten Konstellation – was man an Mäusen erprobt hat – sogenannte ‘Moppelbakterien’ über</span><span style="font-size: large;">hand nehmen, die aus der Nahrung aber auch das letzte Fitzelchen herausholen – Folge: Gewichtzunahme. Da sind viele Erwartungen in laufenden Studien, sowohl was die <strong>Gewichtsentwicklung</strong> wie aber auch die <strong>Allergie-, Schmerz-, und Depressionsbehandlung</strong> betrifft. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Gerade diese Aus- und Einblicke in die wissenschaftliche Forschung machen dieses (auch noch höchst amüsante) Buch besonders interessant. Nicht unerwähnt lassen darf man die treffenden  Illustrationen der Schwester der Autorin: Jill Enders. Sie sind genau so treffend und pfiffig wie der gesamte Text. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Fazit: Ein ganz außergewöhnliches Buch, das nahezu jeder unbedingt lesen sollte.</strong></span><span style="font-size: large;">  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">                                                                                    </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Darm mit Charme<br />
von Enders, Giulia;<br />
Gebunden<br />
Alles über ein unterschätztes Organ. 288 S. 19,5 cm 423g , in deutscher Sprache.<br />
2014   Ullstein HC<br />
ISBN 3-550-08041-7 ISBN 978-3-550-08041-8   16.99 EUR</p>
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		<title>Die gr&#252;ne Matrix    &#8211;   Naturschutz und Weltern&#228;hrung am Scheideweg  von Peter Clausing</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Feb 2014 12:28:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Die Welternährung kann bei gleichzeitigem Erhalt der biologischen Vielfalt innerhalb von zehn Jahren gesichert werden Dieser Band ist überaus wichtig, weil er das wichtigste gegenwärtige Thema der Menschheit behandelt. Hier werden überall tödliche Methoden angewandt, die – wenn auch sehr &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/die-grne-matrix-naturschutz-und-welternhrung-am-scheideweg-von-peter-clausing/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Die Welternährung kann bei gleichzeitigem Erhalt der biologischen Vielfalt innerhalb von zehn Jahren gesichert werden</strong></span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/02/r5zf12xp.jpg"><img style="margin: 0px 20px 90px 0px; display: inline; border: 0px;" title="r5zf12xp" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/02/r5zf12xp_thumb.jpg" alt="r5zf12xp" width="318" height="480" align="left" border="0" /></a></p>
<h3><span style="font-size: medium;">Dieser Band ist überaus wichtig, weil er das wichtigste gegenwärtige Thema der Menschheit behandelt. Hier werden überall tödliche Methoden angewandt, die – wenn auch sehr einträglich für Wenige – das “AUS” für sehr viele bedeuten wird. <span style="text-decoration: underline;">Meiner Meinung nach muss der Begriff Landwirtschaft  &#8211; auch bei uns – völlig neu durchdacht werden.</span> </span></h3>
<h3><span style="font-size: medium;"> Der herkömmliche Naturschutz und die unter dem Begriff ›Land Grabbing‹ bekannt gewordene Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft in Afrika, Südostasien und Lateinamerika sind mit der Vertreibung von Menschen verbunden. </span></h3>
<p><span style="font-size: medium;">Beide Herangehensweisen haben weder dazu beigetragen, den globalen Hunger erfolgreich zu bekämpfen, noch den stetigen Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.</span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Das vorliegende Buch stellt dem Konzepte gegenüber, die von Agroökologen und sozialen Bewegungen wie ›La Via Campesina‹ ausgearbeitet wurden. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Nach Einschätzung des UNO-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, <strong><span style="text-decoration: underline;">wäre es möglich, die Nahrungsmittelproduktion in den Ländern des Südens innerhalb von zehn Jahren zu verdoppeln.</span></strong> Dafür wäre allerdings ein politischer Wille erforderlich. Mit dieser wissensbasierten kleinbäuerlichen Landwirtschaft würde zugleich eine ›Matrix‹ entstehen, die zum den Erhalt der Biodiversität beitragen könnte. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Auf zwei Probleme wäre eine Antwort gefunden, die allerdings nicht kompatibel mit den derzeit dominierenden gesellschaftlichen Konzepten ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><a href="https://www.unrast-verlag.de/component/content/article/79-pressestimmen/1897-informationsstelle-lateinamerika-ila-ueber-die-gruene-matrix">Informationsstelle Lateinamerika (ila) über ›Die grüne Matrix‹</a></h4>
<p><span style="font-size: medium;">&#8222;Kenntnisreich und knapp stellt Peter Clausing die aktuelle Debatte und Entwicklung um den Naturschutz und ihre Bedeutung für die Ernährung der Menschheit dar. Der Autor ist ein ausgewiesener Experte, selbst Agrarwissenschaftler und vielfältig aktiv zum Thema, sowohl als Aktivist wie publizistisch. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">So verwundert es nicht, dass auf den 120 Textseiten so mancher spannende Aspekt des Themas nur angerissen werden kann. Dieses Manko wird wettgemacht durch ein umfassendes Literatur- und Quellenverzeichnis, das weitere Lektüre in Fülle anbietet, und ein Register, das dabei hilft, im Buch selbst die gewünschten Themen sofort aufzufinden.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Drei der vier Kapitel des Buches befassen sich mit Methoden, die für die Welternährung wie den Naturschutz gleichermaßen schädlich sind &#8211; das nämlich ist für Clausing klar, dass diese beiden Anliegen keinen Widerspruch darstellen, sondern nur gemeinsam zu</strong> haben sind. [&#8230;] </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Clausing macht allerdings sehr deutlich, dass ein nachhaltiges und gerechtes Agrarmodell auf Ernährungssouveränität setzen muss, also die eigene Verfügung der Menschen und ihrer Gemeinschaften vor Ort über die Mittel zu Nahrungsproduktion.</span></strong> Dafür werden umfassende Beispiele erörtert, wie mit ökologischen Methoden Probleme der kleinbäuerlichen wie der Landwirtschaft generell bearbeitet werden können, Schädlingsbefall etwa oder Nährstoffmangel im Boden. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Zwei Länderbeispiele (Malawi und Niger) mit positiven Erfahrungen runden den informativen Band ab.&#8220;<br />
<em>Werner Rätz,  ila 371 Dezember 2013/Januar 2014</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Peter Clausing</h3>
<p><span style="font-size: medium;">geb 1950 in Magdeburg.  Seit 1998 unterstützt er in verschiedenen Zusammenhängen mexikanische Menschenrechtsaktivist_innen und ist in der Chiapas-Solidarität aktiv. Er vertritt Partner Südmexikos e.V. in der </span><a href="http://www.mexiko-koordination.de"><span style="font-size: medium;">Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko</span></a><span style="font-size: medium;">. Ein weiterer Bereich sind für ihn sind die Themen Biodiversität und Welternährung. Dies erfolgte durch die Teilnahme an der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie und seine derzeitige Mitarbeit beim Portal </span><a href="http://www.agrardebatte.de"><span style="font-size: medium;">www.agrardebatte.de</span></a><span style="font-size: medium;">. Im Jahr 2008 erschien unter dem Pseudonym Klaus Pedersen das Buch “Naturschutz und Profit”. Seine Wortmeldungen in Tageszeitungen und Fachzeitschriften sind auf </span><a href="http://www.welt-ernaehrung.de"><span style="font-size: medium;">www.welt-ernaehrung.de</span></a><span style="font-size: medium;"> archiviert. Die Im Unrastverlag erschienenen Bücher &#8222;Biopiraterie&#8220; (Vandana Shiva) und<br />
&#8222;Mexiko&#8220; (John Ross) wurden von ihm übersetzt bzw. mitübersetzt</span></p>
<p>Peter Clausing</p>
<h3>Die grüne Matrix</h3>
<h4>Naturschutz und Welternährung am Scheideweg</h4>
<p><strong>ISBN</strong> 978-3-89771-517-2</p>
<p><strong>Erscheinungsdatum: </strong>September 2013</p>
<p><strong>Seiten: </strong>156</p>
<p><strong>Reihe: </strong>Studien z. globalen Gerechtigkeit <strong>Band: </strong>3</p>
<p><strong>Ausstattung: </strong>broschiert</p>
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		<title>Zaubergarten Biologie &#8211; Neunzehn Essays von Professor Dr. Gottfried Schatz</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jan 2014 12:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Albert Schweitzer]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Wie biologische Entdeckungen unser Menschenbild prägen Oder: Von den Gesetzen, nach denen wir angetreten Eines der Kapitel – nämlich das vierzehnte, beginnt so : “” DAS WEITE LAND. Wie Gene und chemische Botenstoffe unser Verhalten beeinflussen. Unser Charakter wird entscheidend &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/zaubergarten-biologie-neunzehn-essays-von-professor-dr-gottfried-schatz/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-7522"></span></p>
<p><span style="font-size: x-large;"> <strong> Wie biologische Entdeckungen unser Menschenbild prägen<br />
Oder: Von den Gesetzen, nach denen wir angetreten<br />
</strong> </span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/01/4kmtocdk.jpg"> <img style="margin: 10px 15px 12px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="4kmtocdk" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/01/4kmtocdk_thumb.jpg" alt="4kmtocdk" width="291" height="480" align="left" border="0" /> </a></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Eines der Kapitel – nämlich das vierzehnte, beginnt so </span> : “” <span style="font-size: medium;"> <strong> <em> DAS WEITE LAND. Wie Gene und chemische Botenstoffe unser Verhalten beeinflussen. Unser Charakter wird entscheidend durch die chemische Zwiesprache der Nervenzellen unseres Gehirns geprägt. Dieses Gesprächsnetz ist so komplex, dass es jedem Menschen eine eigene Persönlichkeit schenkt. </em> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <em> Die Seele ist ein weites Land», befand der Schriftsteller und Arzt Arthur Schnitzler, der in seinen Novellen und Dramen Sigmund Freuds Ideen mit aus der Taufe hob. Dieses weite Land der Seele ist jedoch schwer zu fassen, denn Religion, Dichtung, Psychologie und Medizin ordnen ihm jeweils andere Breitengrade zu. </em> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <em> Ist es verwegen, dieses Land auch mit dem Kompass der modernen Naturwissenschaft zu erforschen? Darf ein Molekularbiologe auf Seelensuche gehen? Dieses Wagnis kann nur gelingen, wenn wir «Seele» enger als «Verhaltensmuster» oder «Charaktereigenschaft» definieren. Erst diese Einschränkung erlaubt die genauen und überprüfbaren Fragen, an denen Naturwissenschaft ihre Kraft entfaltet. Und in der Tat – diese Kraft gewährt uns bereits atemberaubende Einblicke in die chemischen Vorgänge, die unsere Persönlichkeit prägen.” </em> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Bis zu diesem vierzehnten Kapitel hat uns Gottfried Schatz aber schon einen weiten Weg zurücklegen lassen. Menschen haben im Grund nur zwei Fragen: Wo komme ich her? und: Wo komme ich hin? Die letzte Frage, die auch den Tod umfasst, muss jeder sich selbst beantworten; ein bewusst gelebtes Leben gehört dazu. Aber wenigstens die erste Frage können wir uns mit der Hilfe der Mikrobiologie grundsätzlich  beantworten. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Und dazu helfen uns die in diesem Buch wunderschön aufeinanderfolgenden Essays – die tatsächlich damit beginnen, wie das Leben auf unserer Erde begann. Das Rätsel, wie und warum es zum Urknall kam und warum es in einem ganz winzigen Abschnitt möglich wurde, dass das Leben auf unserer Erde sich überhaupt entwickeln konnte, bleibt weiterhin ungelöst. Aber was DANN geschah  &#8211; das konnte die Wissenschaft immerhin in etwa herausfinden &#8211; wenn auch bei jeder neuen Antwort neue Fragen sich ergeben . </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Dann aber, lange nach dem Urknall,  bildlich gesprochen, kommt es  in einem kleinen warmen Tümpel – an einer oder mehreren Stellen –  zu kleinen, urtümlichen Einzellern, einige konnte man jetzt noch im kochend heissen Wasser schwefelhaltiger Geysire in unterseeischen Erdspalten finden – eigentlich hatte man dort überhaupt kein Leben mehr erwartet. Aber ganz am Anfang war es ja überall auf der Erde sehr heiß. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: medium;"> Am Stammbaum des Lebens auf dieser Erde wird noch immer viel gerätselt und umgeschrieben. Aber die Abzweigung zum Menschen ist ziemlich weit oben und sieht – zeichnerisch – gar nicht viel anders aus, als die Äste und Verzweigungen vorher. Dann nämlich, wenn man die Beschriftungen nicht lesen könnte, wie beispielsweise ein ‘Außerirdischer’ – wäre es einer von vielen – und auch uns muss man immer wieder darauf hinweisen, dass auf diesem Zweig ein ganz besonderes Lebewesen verzeichnet ist. Das sind wir. Außerordentlich erfolgreich. Nicht besonders groß – aber mit einem vergleichsweise riesigem Gehirn. Und dank dieses riesigen Gehirns kann es auch all das bewältigen, was es eigentlich nicht könnte: Es kann fliegen, tauchen, sich auch anderswo, als direkt von der Sonne, mit Energie versorgen. Es kann auch seine Vergangenheit speichern und daraus Zukunft für den Nachwuchs geben. Es kann sich gegen Hitze, Nässe und Kälte schützen, obwohl es weder Fell noch Federn hat. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Dieser riesige ‘Lebensbaum’ hat Jahrmillionen gebraucht, bis er so wie heute ist. Es war ein fortwährender Auf-, Um- und Abbau. <strong> Gottfried Schatz beschreibt aber auch, dass und wie dieser Auf-, Um- und Abbau sich bis in den einzelnen Zellen, aus denen unser Körper besteht, wiederfindet. </strong> Wie <strong>dort Zellen </strong> mit ihrem Selbstmord dem Leben dienen, das in unserem – wie in allen Organismen – Millionen <strong> Bakterien </strong> zunächst für sich selbst sorgen und damit unserem Körper lebenswichtig sind. <strong> Zellen </strong> , <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Bakterien, Gene- sie sind das Lebensthema des Verfassers. </span> </strong> Und wie viele, die sich mit den inneren Lebenszusammenhängen befassten, <span style="text-decoration: underline;"> bedauert er die allgemeine biologische Unkenntnis </span> . Die Geschichte des Lebens beginnt ja nicht mit dem Erscheinen des <em> Homo sapiens, ‘da nun das molekulare Palimpsest lebender Materie unseren Zeithorizont um fünf Größenordnungen erweitert hat. (…) <strong> <span style="text-decoration: underline;"> sollten Natur- und Geisteswissenschaften sich nicht endlich wieder die Hände reichen, um das Epos unserer Menschwerdung zu (be)schreiben?” </span> </strong>   [Was ich aus meiner Warte schon seit Jahrzehnten immer und immer wieder anfordere!] </em> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Auch in früheren Zeiten predigte man in dieser Hinsicht tauben Ohren. Vor mehr als zweihundert Jahren, als die Naturwissenschaft in den Kinderschuhen steckte und es noch nicht unsere unselige Spezialisierung des Wissens gab, hatte bereits <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Goethe </span> </strong> – <span style="text-decoration: underline;"> und er war seiner Zeit meilenweit voraus </span> – einen Großteil seines Lebens dafür verwandt, herauszubekommen, <strong> <span style="text-decoration: underline;"> was Leben eigentlich sei </span> </strong> . Er war ein Mensch der Tat und begann, alles, was er um sich herum an <strong> &#8218;Leben’ </strong> beobachten konnte, zu erforschen. <span style="text-decoration: underline;"> Er kam zu Ergebnissen, die für die damalige Zeit erstaunlich sind. Berühmt ist seine Entdeckung des Zwischenkieferknochens, mit dem er beweisen konnte, dass der Mensch zu den Tieren gehört – weil schon mal alle Säugetiere in ihrer Anatomie vergleichbar sind </span> und also irgendwo einen gemeinsamen Ursprung haben müssen. <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Ein für seine Zeit mehr als bemerkenswerter Satz ist, dass auch Mohren Menschen sind. </span> </strong>   [Was würde er wohl zu unserer derzeitigen Homosexuellen-Diskussion sagen?] Ebenso interessierten ihn Mineralien und Pflanzen. Es lohnt sich bis heute, seine naturwissenschaftlichen Schriften zu lesen. </span> <span style="font-size: medium;"> Aber das hier in unserem Zusammenhang Wichtigste seine Erkenntnis <strong> <em> :” …weil das Leben [insgesamt] in seiner Einheit sich als [eine] Kraft äußert, die in keinem der Teile besonders enthalten ist.” </em> </strong> Für Goethe war das eine der großen Erkenntnisse seines Leben, dass Leben als <strong> <span style="text-decoration: underline;"> eine Einheit zu sehen, deren ‘Sinn’ es ist – zu leben </span> </strong> . die er auch in einem seiner gewaltigen Gedichte festgehalten hat. </span></p>
<table style="width: 670px; height: 659px;" border="0" cellspacing="8" cellpadding="8">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="499"><a href="http://www.literaturwelt.com/autoren/goethe.html"> <strong> <em> Johann Wolfgang von Goethe </em> </strong> </a> <span style="font-family: Lucida Handwriting; font-size: large;"><br />
Urworte, orphisch </span></td>
<td valign="top" width="499"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="499">ΔΑΙΜΩΝ, DämonWie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,<br />
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,<br />
<strong> Bist alsobald und fort und fort gediehen<br />
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.<br />
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, </strong><br />
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;<br />
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt<br />
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.ΤΥΧΗ, das Zufällige<strong> Die strenge Grenze doch umgeht gefällig<br />
Ein Wandelndes, das mit und um uns wandelt;<br />
Nicht einsam bleibst du, bildest dich gesellig,<br />
Und handelst wohl so, wie ein andrer handelt:<br />
Im Leben ists bald hin-, bald widerfällig,<br />
</strong> Es ist ein Tand und wird so durchgetandelt.<br />
Schon hat sich still der Jahre Kreis geründet,<br />
Die Lampe harrt der Flamme, die entzündet.</p>
<p>ΕΡΩΣ, Liebe</p>
<p>Die bleibt nicht aus! &#8211; Er stürzt vom Himmel nieder,<br />
Wohin er sich aus alter Öde schwang,<br />
Er schwebt heran auf luftigem Gefieder<br />
Um Stirn und Brust den Frühlingstag entlang,<br />
Scheint jetzt zu fliehn, vom Fliehen kehrt er wieder:<br />
Da wird ein Wohl im Weh, so süß und bang.<br />
<strong> Gar manches Herz verschwebt im Allgemeinen,<br />
Doch widmet sich das edelste dem Einen. </strong></td>
<td valign="top" width="499">ΑΝΑΓΚΗ, NötigungDa ists denn wieder, wie die Sterne wollten:<br />
<strong> Bedingung und Gesetz; und aller Wille<br />
Ist nur ein Wollen, weil wir eben sollten,<br />
</strong> Und vor dem Willen schweigt die Willkür stille;<br />
Das Liebste wird vom Herzen weggescholten,<br />
Dem harten Muß bequemt sich Will und Grille.<br />
<strong> So sind wir scheinfrei denn, nach manchen Jahren<br />
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.</strong><strong> </strong>ΕΛΠΙΣ, HoffnungDoch solcher Grenze, solcher ehrnen Mauer<br />
Höchst widerwärtge Pforte wird entriegelt,<br />
Sie stehe nur mit alter Felsendauer!<br />
Ein Wesen regt sich leicht und ungezügelt:<br />
Aus Wolkendecke, Nebel, Regenschauer<br />
Erhebt sie uns, mit ihr, durch sie beflügelt,<br />
Ihr kennt sie wohl, sie schwärmt durch alle Zonen &#8211;<br />
Ein Flügelschlag &#8211; und hinter uns Äonen!</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: medium;"> Jahrhunderte später predigte ein anderer,  <strong> Albert Schweitzer </strong> , in tiefer Besorgnis bereits Ende der 1920er Jahre seinen berühmten Satz: <strong> EHRFURCHT VOR DEM LEBEN </strong>   wiederum tauben Ohren. Er wollte das Land zum Umdenken bringen – &#8211; es kam die Nazizeit! : . Er hat dies bereits 1920, später auch nach 1945  aber immer wieder gepredigt. <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Später wurde er für den Naturschutz zur Kultfigur </span> </strong> . Aber ‘Kultur und Ethik’ (1923) war wohl für viele eine philosophisch zu hoch angelegte Ebene. Erst gegen Ende des Buches schreibt er <strong> <em> :”Die Fortschritte des Wissens haben eine unmittelbare, geistige Bedeutung, wenn sie im Denken verarbeitet werden. Immer mehr lassen sie uns erkennen, <span style="text-decoration: underline;"> dass alles, was ist, Kraft, das heißt Wille zum Leben ist; immer weiter ziehen sie uns den Kreis des Willens zum Leben, den wir in Analogie mit dem unsrigen erfassen können </span> . (…) Durch das sich erweiternde Wissen werden wir zu <span style="text-decoration: underline;"> immer größerem Staunen </span> über das uns allenthalben umgebende Geheimnis des Lebens angeregt. . <span style="text-decoration: underline;"> Verzicht auf Denken ist geistige Bankrotterklärung </span>   Aus naiver Naivität gelangen wir zu tiefer Naivität.  (…) ” </em> </strong>   </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> .Ach, was würden diese und viele andere, lebten sie heute, über unseren derzeitigen Wissensstand sagen. Goethe, mit seiner – damals verlachten – Überzeugung , dass es von allem eben einen ‘Ur’Zustand geben müsse, den er freilich mit seinen Mitteln nicht erkennen konnte. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Ich zitiere hier noch die <em> <span style="text-decoration: underline;"> deutsche Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard </span> </em> :, Das Werden des Lebens: <strong> <em> ”Tiere haben außerordentlich unterschiedliche Gestalten. Ihre Ahnen waren einfacher gebaut als die jetzigen Lebewesen.  (…) Nach ihren Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten können die Arten der Tiere hierarchisch in Gruppen angeordnet werden. … Alle Individuen einer solchen Gruppe, Taxon genannt, haben eine gemeinsame Urform. . (…) Das bedeutet, dass für die Feststellung der Verwandtschaft stets mehrere Kriterien herangezogen wurden müssen. Die sichersten, weil objektivsten Kriterien in der Taxonomie sind inzwischen daher nicht morphologische, sondern <span style="text-decoration: underline;"> molekulare Merkmale.” </span> </em> </strong> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: medium;"> Und gerade das ist es ja, worauf Gottfried Schatz – nun aus seiner (Innen)Sicht als Mikrobiologe &#8211;  auch wieder kommt: Auf die <strong> unendliche Vielfalt sozusagen der Innenansicht des Lebens allgemein, das aber auch gleichzeitig IN uns abläuft. </strong> <span style="text-decoration: underline;"> Seine Art zu schreiben ist aber weit mehr als faszinierend und allgemeinverständlich, sie ist auch literarisch </span> . </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Als Leser kann man ihn eigentlich nur immer wieder darum bitten, uns weitere moderne Aufschlüsse über das Leben kenntlich zu machen, und auch, wo sie für das Überleben des Menschen notwendig und bedeutungsvoll sind. </span> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> So, wie er beispielsweise den <em> UNSICHTBAREN HUNGER </em> beschreibt, der noch heute ein Drittel aller Menschen bedroht: nach Vitaminen und anderen, winzigen Nährstoffen, der jährlich Millionen von Kindern tötet. Kann man das mit den modernen, genetisch veränderten Pflanzen beenden? </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> [Meine Kenntnisse in dieser Hinsicht sehen bislang den Weg in die falsche Richtung: Man züchtet Pflanzen wegen eines reicheren Ernte-Ertrages und macht sie gleichzeitig unangreifbar für Pestizide, die man einsetzen muss, damit diese Pflanzen nicht von Unkraut und Schädlingen befallen werden können; damit werden aber auch zunächst der Boden, dann Wasser und Grundwasser verseucht … In einiges Saatgut ist bereits alles ‘eingearbeitet’, anderes kann man nur zusammen mit den dazugehörigen Pestiziden kaufen. Ein gefährliches Spiel und sehr gewinnorientiert.  <a href="http://literaturkurier.net/schwarzbuch-wwf-dunkle-geschfte-im-zeichen-des-panda-von-wilfried-huismann/"> <strong> Ich habe das in einem früheren Beitrag ausführlich beschrieben. </strong> </a> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Aber noch immer bin ich davon überzeugt, dass unsere Erdball tatsächlich noch Ernährung für alle hervorbringen kann, wenn man endlich und global übergreifend ökologisch statt gewinnorientiert denken und handeln würde, Waldflächen nicht zunehmend für alles mögliche roden würde, die Böden nicht verdürbe und die Böden nicht mehr ausraubt, sondern erhält. Und: wenn man endlich den <strong>weltweit riesigen Fleischbedarf drosseln würde!</strong>  <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Daher möchte ich diesen neunzehn Essays einen großen Leserkreis wünschen </span> </strong> . Es MUSS Erkenntnis entstehen, zunächst für den eigenen Organismus, in dem ständig Tod und Leben sich abwechseln, um an diesem, jedem zugänglichen Modell begreifen zu lernen, dass man nirgendwo auf dem Erdball das Weiter-Leben behindern darf. <span style="text-decoration: underline;"> Man muss seinen Horizont weiten, bis weit über Meere und Ozeane, die man nicht vermüllen und überfischen darf, bis hinein unter die Erdoberfläche, wo wir unsere wichtigste Ressource, das Grundwasser erhalten müssen und die dort außerdem lagernden Rohstoffe – die nur <em> einmal entnehmbar </em> sind – schonend verwenden; </span> (Was da nur in den Millionen Handys weltweit verschleudert wird!)  Man weiß ja noch gar nicht, was man von diesen kostbaren Rohstoffen in ferner Zukunft einmal dringend für andere Zwecke benötigen könnte? Wie es uns jetzt mit Gas und Erdöl bereits in naher Zukunft passieren wird! </span></p>
<p><strong> <span style="font-size: medium;"> Bemerken möchte ich endlich noch </span> , </strong> <span style="font-size: medium;"> <strong> dass dies Buch sich wunderbar liest, und selbst ein Beispiel dafür ist, wie sich Natur- und Geisteswissenschaften die Hand reichen. Es regt ganz wunderbar zum Nachdenken an. </strong> Es lässt aber, obwohl es bei den <strong> ersten Einzellern </strong> beginnt und bis zu <strong> Leben auf anderen Planeten </strong> reicht,  auch viele Fragen offen, sodass man hoffen kann, von Gottfried Schatz bald manch weiteres Buch lesen zu können. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Aber fangen Sie doch gleich bei diesem an, das der Verlag knapp so zusammenfasst:  Der weltbekannte Chemiker und Biologe Gottfried Schatz beschreibt in 19 Essays biologische Phänomene, die unser Menschenbild prägen. Er denkt über die Anfänge des Lebens nach, stellt Überlegungen zu Energieknappheit und Wissensspeicherung auf Datenträgern an und betrachtet chemische Körperprozesse durch die Lupe des allumfassend gebildeten Wissenschaftlers. Dabei sind für Gottfried Schatz Naturwissenschaft und Kultur zwei Seiten einer einzigen Medaille. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Ach ja, sein Kapitel zur modernen Datenspeicherung bitte ich viele, gleich zweimal zu lesen!! </span> </strong> Ältere Leser, die die Anfänge der Datenspeicherung noch miterlebt haben, wissen genau, wie fragwürdig das elektronische Speichern von Wissen in womöglich naher Zukunft sein könnte. Schon heute gibt es für Datenträger, die erst vor zwanzig Jahren erstellt wurden, keine Wiedergabemöglichkeit mehr. Unsere ersten Texte in Keilschrift, die Hieroglyphen der Ägypter und ein Alphabet der Maya – man kann sie heute noch entziffern. Auch das als Buch – wann und wo immer einmal veröffentlicht – man kann es auftreiben. Das elektronisch Gespeicherte hingegen … dort könnte uns erstmals in unserer Geschichte etwas in der Natur Unmögliches begegnen: Dass etwas sich in  &#8211; &#8211; NICHTS aufgelöst hat. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Von dem Energieverbrauch, diese Datenmassen zu nutzen und zu speichern, auch davon hat mancher kaum eine Vorstellung.: Es könnte unsere gesamte Kultur vernichten: <em><strong> “ Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich in immer kürzeren Abständen,  lässt sich aber mühelos digital speichern, analysieren, verbreiten. Unbeständigkeit und rasant ansteigender Energiehunger digitaler Datenspeicher sowie Anfälligkeit digitaler Daten gegenüber zufälliger oder absichtlicher [weder bemerk- noch nachvollziehbarer ] Verfälschung werden jedoch zu einer immer akuteren Bedrohung.  … Die Zahl der Transistoren hat sich in den letzten vier Jahrzehnten alle 18 Monate (! ) verdoppelt…<br />
Das BUCH Domesday Book, ein 1085 von William dem Eroberer in Auftrag gegebene Rechtsgrundbuch, kann noch heute bewundert werden, doch seine digitale Version aus dem Jahre 1986 überdauerte nur zwei Jahrzehnte. Digitale Datenträger müssten laufend in die neuesten Formate umgeschrieben werden, jeweils in das für sie gültige Betriebs&#8211; und Leseprogramm verpackt werden … welche Bibliothek könnte sich dies wohl leisten? </strong> </em></span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"> <strong> Auch der wachsende Energiehunger unserer Speichersysteme gibt Anlass zur Sorge. … In den USA verbrauchen solche Speicher mit Kühlung und Beleuchtung etwa 1 Prozent der gesamten Elektrizität und Computer, Bildschirme sowie das Internet dürften diesen Anteil wohl um das Mehrfache erhöhen. (…)” </strong> </span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> Diesem Buch sind viele Leser zu wünschen </strong> , die sich wirklich umfassen informieren können. Es regt zum vielfachen Nach- und Weiterdenken an – und zu <strong> <span style="text-decoration: underline;"> der Bitte an den Autor: Bitte noch weitere Bücher wie dieses zu verfassen! </span> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Denn darin möchte ich Albert Schweitzer rechtgeben: </span> <span style="font-size: large;"> <strong> Wir alle <span style="text-decoration: underline;"> müssen </span> oder müssten viel mehr nachdenken – was aber, wenn wir gar nicht wissen, worüber??? </strong> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zaubergarten Biologie<br />
von Schatz, Gottfried;<br />
Gebunden<br />
Wie biologische Entdeckungen unser Menschenbild prägen. Vorw. v. Rolf Zinkernagel. Erlebnis Wissenschaft 170 S. 21 cm 370g , in deutscher Sprache.<br />
2012   Wiley-VCHISBN 978-3-527-33339-4 | 24.90 EUR.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Autor:</p>
<p>Gottfried Schatz, geb. 1936 in Strem, einem kleinen österreichischen Dorf an der ungarischen Grenze, studierte Chemie an der Universität Graz und arbeitete dann als Assistent von Hans Tuppy an der Universität Wien, wo er zusammen mit anderen die DNS der Mitochondrien entdeckte.</p>
<p>Von 1964-66 forschte er am Public Health Research Institute der Stadt New York als Postdoktorand des Wiener Emigranten Efraim Racker über die ATP-Bildung in Mitochondrien. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Wien emigrierte er 1968 mit seiner Familie in die USA, wo er als Professor für Biochemie an der Cornell University in Ithaca (Staat New York) tätig war.</p>
<p>1974 berief ihn die Universität Basel an das neu gegründete Biozentrum, das er zeitweise leitete. Für seine Entdeckungen über die Bildung von Mitochondrien erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und zwei Ehrendoktorate. Nach seiner Emeritierung im Jahre 2000 präsidierte er vier Jahre lang den Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat. In jungen Jahren spielte er auch als Geiger im Grazer Philharmonischen Orchester, an der Grazer Oper und an der Wiener Volksoper. Seine dänische Frau Merete und er haben drei Kinder.</p>
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