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	<title>Nachkriegs-Bundesrepublik &#8211; Literaturkurier.net</title>
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	<description>Bücher - Meinungen - Rezensionen</description>
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		<title>Heimatschutz &#8211; von Aust, Stefan; Laabs, Dirk;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2014 12:55:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Zschäpe]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>&#160; Eine Anatomie des rechten Terrors in Deutschland und des unfähigen BND  also wohl eher: “Heimatschutz???” Wer dies Buch gelesen hat, schreibt “Heimatschutz???” künftig nur noch in Anführungszeichen und mit drei Fragezeichen. Und: Leider muss jeder dieses Buch lesen – &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/heimatschutz-von-aust-stefan-laabs-dirk/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Eine Anatomie des rechten Terrors in Deutschland und des unfähigen BND  also </strong></span><strong><span style="font-size: x-large;">wohl eher:<a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/08/knm02pua.jpg"><img style="margin: 0px 20px 22px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="knm02pua" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/08/knm02pua_thumb.jpg" alt="knm02pua" width="302" height="480" align="left" border="0" /></a> <em>“Heimatschutz</em><span style="font-size: xx-large;"><em>???</em>”</span> </span></strong></p>
<p><span style="font-size: medium;">Wer dies Buch gelesen hat, schreibt <strong><span style="text-decoration: underline;">“Heimatschutz???”</span></strong> künftig nur noch in Anführungszeichen und mit drei Fragezeichen. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Und: Leider muss jeder dieses Buch lesen – denn es beschreibt den Kampf gegen einen (für uns unvermuteten) wirklichen Feind. Der umgibt uns  sozusagen bei jedem unserer Schritte– ohne dass wir die geringste Ahnung davon haben.</strong>  </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Wir müss(t)en also geschützt werden. Jeder. Ohne Ansehen auf Hautfarbe, ‘Rasse’, Religion,  usw. usf. Denn ganz selbstverständlich hat wohl jeder angenommen, dass es dafür auch in unserem Land eine verdeckt arbeitende Institution gäbe, die das besorgt. Eventuell mit der Polizei.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Welch ein <span style="text-decoration: underline;">Irrtum</span>!  Mindestens dreizehn Jahre funktioniert da so ziemlich alles NICHT!  <span id="more-7914"></span></strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Ganz offensichtlich war zuletzt dies:  <span style="text-decoration: underline;">Keiner sagt z.B. der Kanzlerin, dass sie abgehört wird. Muss erst ein Snowden kommen? Wir haben doch einen BND – dachten wir. Nun sieht alles ganz anders aus.</span> </strong></span></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Die Mitglieder des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund <span style="text-decoration: underline;">= NeoNazis!)</span> konnte</span><span style="font-size: medium;">n dreizehn Jahre im Untergrund leben, dabei <span style="text-decoration: underline;">zehn Menschen </span></span><span style="font-size: medium;"><span style="text-decoration: underline;">umbringen</span>, <span style="text-decoration: underline;">über ein Dutzend Banken überfallen</span> und <span style="text-decoration: underline;">mutmaßlich drei Sprengstoffanschläge </span></span><span style="font-size: medium;"><span style="text-decoration: underline;">begehen.</span> Dabei wurden sie gerade in den ersten Jahren von <span style="text-decoration: underline;">mehreren Geheimdiensten gesucht</span>, sie waren <span style="text-decoration: underline;">umstellt von Verrätern, den V-Männern des Verfassungsschutzes</span>. </span></strong></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Warum hat man sie nicht entdeckt? Was lief schief? Das Buch Heimatschutz rekonstruiert die erfolglose Jagd detailliert, spannend, kontrovers.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen die (verstummte) Beate Zschäpe und weitere Angeklagte, die mit der Mordserie des &#8222;Nationalsozialistischen Untergrunds&#8220; (NSU) in Verbindung gebracht werden. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Diese Mordserie endete mit dem mutmaßlichen Selbstmord von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in ihrem Wohnmobil in Eisenach im November 2011. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Seit der Festnahme Zschäpes, die sich nach dem Selbstmord (?) der beiden gestellt hat,  und einer <span style="text-decoration: underline;">beispiellosen Serie von Aktenvernichtungen und V-Mann-Enttarnungen</span> rätseln die ermittelnden Behörden und die deutsche Öffentlichkeit, <span style="text-decoration: underline;">was genau sich in all den Jahren zwischen 1994 und 2011 in der rechten Szene zugetragen hat</span>.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Nun also dieses Buch: Wo der Prozess bislang wenig ans Licht bringt, haben Stefan Aust und Dirk Laabs umso gründlicher recherchiert. und <strong>enthüllen in einer genauen Chronik der Ereignisse die fast unglaubliche Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Es war wohl das blanke Entsetzen der Autoren, dass sie immer gründlicher zu recherchieren anhielt, bis sie einen fast minutiösen Bericht aneinanderreihen konnten..Dabei entdeckten sie auch den Grund für die – alle verwirrenden – plötzlich geschredderten Akten.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Alle, die von einem geordneten Rechtssystem in Deutschland felsenfest überzeugt waren – das Allerselbstverständigste in unserem Dasein – begannen ab sofort, alle Nachrichen in Presse, Rundfunk und Fernsehen zu hinterfragen: Was ist wohl die Wahrheit? Was steckt wohl dahinter? Unser blindes Vertrauen hat tiefe Risse bekommen.</span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Mehr als zehn Jahre zogen die Protagonisten des &#8222;Nationalsozialistischen Untergrunds&#8220; durch Deutschland, ermordeten aus rassistischen Motiven mindestens zehn Menschen, begingen 14 Banküberfälle und ve<span style="font-size: medium;">rübten mindestens zwei Bombenanschläge. Fest steht: Weder die Polizei noch die Verfassungsschutzbehörden haben die Taten des NSU verhindert. Mehr noch: Bis zum Tod der beiden Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 scheinen die Behörden nicht einmal einen rechtsradikalen Hintergrund vermutet zu haben. </span></span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Besonders widerlich erscheint es mir, dass man zunächst Morde aus dem Milieu mit  migrantischem Hintergrund vermutete bzw. durchblicken ließ – ein Umstand, der die Hinterbliebenen der Mordopfer zusätzlich zutiefst beleidigte. </span><span style="font-size: large;">Aber Stefan Aust und Dirk Laabs gehen in dem Buch &#8222;Heimatschutz&#8220; zum NSU der dubiosen Rolle des Verfassungsschutzes nach. Sie bezweifeln stark, dass dieser nichts vom Terrortrio wusste</span>.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Die Recherchen setzten ein am 1. September 1992,  und nach mehr als 100 Interviews und einer akribischen Auswertung der Anhörungen im NSU-Untersuchungsausschuss sowie vieler weiterer Quellen, halten die Autoren schlicht für undenkbar, dass der Verfassungsschutz nicht darüber im Bilde war, was die Terrorzelle trieb und wer dahintersteckte. Sie schildern auch den (zum Teíl geschichtlich entwickelten) inneren Aufbau und die Zusammenarbeit der Verfassungsschützer da sind offensichtlich Pannen vorgezeichnet , womöglich beabsichtigt. (Im Anschluss an diesen Text weise ich noch auf ein anderes Buch zu diesem Themenkomplex hin).</strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Es ist vor allem ein Satz, der Stefan Aust immer erneut beschäftigt:  Genauer gesagt handelt es sich um ein Zitat des Geheimdienstkoordinators und ehemaligen Vizepräsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Klaus-Dieter Fritsche. Die Worte fielen bei einer Anhörung des </span><a name="_art_link_" href="http://www.welt.de/themen/nsu/"></a><span style="font-size: large;">NSU</span><span style="font-size: large;">-Untersuchungsausschusses und lauten: </span></p>
<blockquote><p><span style="font-size: large;"><span style="text-decoration: underline;">&#8222;Es dürfen keine Staatsgeheimnisse bekannt werden, die ein Regierungshandeln unterminieren.&#8220;</span> </span></p></blockquote>
<p><span style="font-size: large;">Womit sich auch teilweise das Schreddern von aktuellen Akten erklären lässt. </span> <span style="font-size: large;">Dass nach der Lektüre dieses Buches  mehr Fragen als endgültige Antworten hervorgehen, scheint angesichts der dubiosen Rolle des Bundesamts für Verfassungsschutz und mancher nachgeordneter Landesämter geradezu unvermeidbar. So weist Aust zu Beginn der Pressekonferenz denn auch darauf hin, dass &#8222;dieses Buch ein Anfang sein soll und nicht das letzte Wort&#8220;. </span></p>
<p><strong>Stefan Aust, geboren 1946,</strong> langjähriger Chefredakteur des &#8222;Spiegel&#8220; und des von ihm mitbegründeten &#8222;Spiegel TV Magazins&#8220;, zuvor unter anderem Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks, vor allem für &#8222;Panorama&#8220;, ist seit 2009 als Filmproduzent, Medienberater und Teilhaber einer Fernsehproduktionsesellschaft tätig.</p>
<p><strong>Dirk Laabs, geboren 1973</strong> in Hamburg, ist Autor und Filmemacher. 2005 erschien von ihm &#8222;Tödliche Fehler &#8211; die Fehler der Geheimdienste vor dem 11. September 2001&#8220;. Sein Film &#8222;Die Fremden im Paradies &#8211; Warum Gotteskrieger töten&#8220; wurde 2004 mit dem Dokumentarfilmpreis des BR ausgezeichnet.</p>
<p>Heimatschutz<br />
von <a href="http://www.buchkatalog.de/gtw-bin/gtwxml.cgi?opacdb=XMLKOD&amp;uid=KNO%2D08072014%2D113850496%2DF05808&amp;intid=CPC2ZBF&amp;ldbname=KNO&amp;a_search=xxx&amp;AT=Aust%2C%20Stefan&amp;shorthtm=shortcfg&amp;cfflevel=0&amp;cffcluster=dbindex&amp;resultname=ASSIGN">Aust, Stefan</a>; <a href="http://www.buchkatalog.de/gtw-bin/gtwxml.cgi?opacdb=XMLKOD&amp;uid=KNO%2D08072014%2D113850496%2DF05808&amp;intid=CPC2ZBF&amp;ldbname=KNO&amp;a_search=xxx&amp;AT=Laabs%2C%20Dirk&amp;shorthtm=shortcfg&amp;cfflevel=0&amp;cffcluster=dbindex&amp;resultname=ASSIGN">Laabs, Dirk</a>;<br />
Gebunden <strong>Der Staat und die Mordserie des NSU. 864 S. 227 mm 1158g , in deutscher Sprache.<br />
2014   </strong><a href="http://www.buchkatalog.de/gtw-bin/gtwxml.cgi?opacdb=XMLKOD&amp;uid=KNO%2D08072014%2D113850496%2DF05808&amp;intid=CPC2ZBF&amp;ldbname=KNO&amp;a_search=xxx&amp;PU=Pantheon&amp;shorthtm=shortcfg&amp;cfflevel=0&amp;cffcluster=dbindex&amp;resultname=ASSIGN"><strong>Pantheon</strong></a><strong><br />
ISBN 3-570-55202-0  22.99 EUR</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="font-size: large;">In diesem Zusammen noch ein weiteres Buch, das Sie mit Spannung lesen werden, weil es Ihnen viele weitere Einzelheiten berichtet:</span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/08/mxynfihc.jpg"><img style="margin: 5px 20px 17px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="mxynfihc" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/08/mxynfihc_thumb.jpg" alt="mxynfihc" width="153" height="240" align="left" border="0" /></a></p>
<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Bedingt dienstbereit</strong></span><br />
<span style="font-size: large;"><strong>von Juretzko, Norbert; Dietl, Wilhelm;</strong></span><br />
Kartoniert<br />
<strong>Im Herzen des BND &#8211; Die Abrechnung eines Aussteigers. Ullstein Taschenbuch Nr.36795 384 S. 18 cm 252g , in deutscher Sprache. </strong></p>
<p><span style="font-size: large;">Mit schonungsloser Offenheit berichtet Norbert Juretzko über seine Tätigkeit bei der wichtigsten deutschen Spionagebehörde. Er enthüllt nicht nur skandalöse politische Verflechtungen des BND in den 90er Jahren sowie atemberaubende Pannen, sondern schildert auch, wie er mit seinem Partner Informanten der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte angeworben hat &#8211; und wie ihnen ihre ehrenhafte Dienstauffassung letztlich zum Verhängnis wurde.</span></p>
<p>2005   <a href="http://www.buchkatalog.de/gtw-bin/gtwxml.cgi?opacdb=XMLKOD&amp;uid=KNO%2D19082014%2D143437024%2DE03756&amp;intid=CPC2ZBE&amp;ldbname=KNO&amp;a_search=xxx&amp;PU=Ullstein%20TB&amp;shorthtm=shortcfg&amp;cfflevel=0&amp;cffcluster=dbindex&amp;resultname=ASSIGN">Ullstein TB</a>  ISBN 3-548-36795-X   ISBN 978-3-548-36795-8   9.99 EUR</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/08/knm02pua.jpg"> </a></p>
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		<title>Kronhardt &#8211; Roman von Ralph Dohrmann</title>
		<link>https://literaturkurier.net/kronhardt-roman-von-ralph-dohrmann/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 14:42:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Bestseller Belletristik]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>&#8222;&#8218;Kronhardt&#8216; gehört zu den außergewöhnlichsten und aufregendsten Veröffentlichungen des Jahres.&#8220;, Die Rheinpfalz, Frank Pommer. Obwohl ich  – wie nahezu alle seiner Leser – nichts von diesem Autor wusste, mir diesen Autor aber jetzt merken werde,  dessen Kurzbiographie so aussieht: Ralph &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/kronhardt-roman-von-ralph-dohrmann/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong>&#8222;&#8218;Kronhardt&#8216; gehört zu den außergewöhnlichsten und aufregendsten Veröffentlichungen des Jahres.&#8220;, Die Rheinpfalz, Frank Pommer.</strong></span><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/05/omzwkd32.jpg"><img style="margin: 0px 15px 17px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="omzwkd32" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/05/omzwkd32_thumb.jpg" alt="omzwkd32" width="305" height="484" align="left" border="0" /></a></p>
<p><strong>Obwohl ich  – wie nahezu alle seiner Leser – nichts von diesem Autor wusste, mir diesen Autor aber jetzt merken werde,</strong>  dessen Kurzbiographie so aussieht:</p>
<p><strong>Ralph Dohrmann, 1963 in Bederkesa geboren, wuchs in Bremen auf.</strong> 1998 veröffentlichte er unter dem Titel <em>Perros/Hunde. Erzählungen aus Mexiko und einer unglaublichen Wirklichkeit</em> seinen ersten Band mit Erzählungen. Für das vorliegende Romanprojekt erhielt er ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds e.V.wuchs in Bremen auf. Er arbeitete u.a. als Reiseführer in Mexiko und Guatemala. Er lebt in der Nähe von Bremen.</p>
<p><strong>Obwohl ich, wenn es ich um einen ‘Roman’ handelt, immer ein bisschen zurückhaltend bin, ob es sich lohnt, ihn zu lesen …  bin ich diesmal das Risiko eingegangen, und als das Buch Ostersamstag ankam, auch sofort mal kurz auf Seite Eins  hineingeschaut – und vor der letzten Seite nicht mehr mit Lesen aufgehört … – <span style="text-decoration: underline;">da war Ostern vorüber</span>.</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Denn das Lesen hat sich gelohnt!</span></strong> <strong>Auf fast magische Weise hält er uns fest, dieser bis dato unbekannte Autor. Mehr als zehn Jahre hat er an diesem Buch gearbeitet</strong>, und obwohl es eine erfundene Geschichte ist, werden einem die Personen bald wie Nachbarskinder ungemein vertraut werden  <strong><span style="text-decoration: underline;">schade, dass auf Seite 920 Schluss ist.</span></strong></p>
<p><strong>Die Hauptperson ist Willem Kronhardt,  er ist vaterloser, eher verträumter  Erbe einer Bremer Stickerei-Manufaktur, dessen Kindheit und Jugend in die Zeit zwischen Trümmern und Wirtschaftwunder fällt, die dann sozusagen unterschwellig auch eines der Themen dieses Buches ist.</strong> Willem lebt bei seiner sehr dominierenden Mutter – sehr gut geschilderte harte Nachkriegs-Unternehmerfrau – und seinem Stiefvater, dem Bruder seines früh verstorbenen Vaters. Dessen Tod scheint zwar irgendwie dubios zu sein, aber er passiert beim letzten gemeinsamen Ausflug, einer Hafenrundfahrt von Vater und Sohn – zwischen denen wegen ihres so ähnlichen Charakters &#8211; eine tiefe Zuneigung und Verbundenheit besteht.<span id="more-7274"></span></p>
<p><strong>Willem und seine Mutter bleiben sich eher fremd</strong>, wenn Willem wohl auch eine gewisse, zielgerichtete, zähe Durchsetzungsgabe von ihr geerbt hat – dank derer er ihr ausweichen und entweichen kann, um sich in seine Gedankenwelt zurückzuziehen, die der ihren absolut unverständlich bleiben wird, denn ihre Gegenwart ist das amerikafreundliche Wirtschaftwunder, und der tiefsitzende Anti-Kommunismus.</p>
<p><strong>Während In der Maschinenstickerei Kronhardt &amp; Sohn die Maschinen  nach dem Krieg rattern, als wäre nichts gewesen, ziehen mehr als sechzig Jahre Bremer Geschichte, Deutscher Bundesrepublik an uns vorbei,</strong> aber dieser rasante Strom scheint aufgehalten und jenseits von Grenzen, wenn Willem und sein Freund Schlosser ihre ureigene Welt vor den Toren Bremens durchstreifen.</p>
<p>Einmal gilt es – natürlich durchziehen sie verbotenes Gelände – den Wächtern von Deutschmeisters Wächtern zu entgehen: Diesen Kerlen, die meist zu vorausberechenbaren Zeiten auftauchten, mit Hunden bewaffnet und das Emblem MSD auf den Uniformen.</p>
<p><span style="font-size: large;"><em>“Willem hatte natürlich längst erkannt, dass diese Dinger bei Kronhardt &amp; Sohn gefertigt wurden und er, der Sohn, wusste auch, in welcher Lade die Lochbandrolle für den Sicherheitsdienst lagerte. Er wusste, dass sich auf so einer Rolle gut fünfzehn Minuten Information befanden, die von einem Ende der Maschine zum anderen gesaugt wurden; achttausend Mal das Auf und Ab der Nadeln, achttausend Mal Vierkopf oder Achtkopf synchron geschaltet…. . </em></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><em>So zottelten die Jungs [Willem und sein Freund Schlosser] den Grubenrand hoch, die hellgebänderten Sedimente der Jahrtausende, vorbei an an Disteln und Ginster – “Dalli und faule Bande!” riefen die Männer. Über ihnen lachten die Dohlen, voran blitzte ein Eidechse … So ging es gegen den dünenhaften Rand, die nackten Füße im weißen Sand, im Treibgut der Eiszeit, und manchmal brachen Placken aus und rutschten abwärts. Der Wind langte in die Kolonien von Strandhafer, die Rispen zerstreuten das Licht; eine Lerche flog empor und ließ sich singend wieder fallen, und gegen die Wölkchen zogen Libellen ihre Linien. Es waren seltsame Bilder, und die Jungs stiegen voran wie Gefangene. … So stiegen sie den Grubenrand hoch, und hinter ihnen das Gebell wurde leiser. Bald sahen die Jungs eine Libelle; die mathematische Anmut ihrer Geraden, und sie spürten diesen Augenblick in sich, diesen Blick, wenn man frei ist.&#8220;</em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Dohrmann erzählt mehr als ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte. Und Geschichten von Menschen auf der Suche nach sich selbst. Aber jetzt  musste Willem lernen, diese Uniformen, die sein Emblem trugen, berechenbar zu machen. Diese faulen Säcke, die am Ende selber [wie ihre Hunde] schnappend und kurzgehalten an der Deutschmeister-Leine hingen.</span></p>
<p>Deutschmeister also. Ein solider Kunde, der solide Arbeit schätzte und offen war für gegenseitige Gefälligkeiten.   Wer hier auf Distanz gehen will, muss sich was einfallen lassen. Die innere Rebellion des Antihelden findet auf kleinstem Raum statt. Freiheit sucht er in Freundschaften und auf seinen Ausflügen in die Natur. Das Fernglas &#8211; immer dabei &#8211; wird zum Symbol. Die Blase, in der Wilhelm gefangen bleibt, kann es nicht wirklich durchdringen. Viele unerforschte Möglichkeiten des Lebens und der Natur blitzen in der Ferne auf, bleiben aber unerreichbar.</p>
<p><strong>Aber nichts gerät weinerlich, Dohrmann holt noch viele andere Personen in dies Boot, andere Lebensumstände, Schicksale, Persönlichkeiten und sie geraten ihm auf geradezu perfekte Weise – was man doch alles mit diesen paar Buchstaben herbeizaubern kann! – <em>wenn</em> man es kann. Und das kann er – malen mit Worten, alles steigt um einen auf, Szene um Szene, Jahr um Jahr.</strong> Auch wenn es nicht immer gefällige Schilderungen sind – Wahrheit ist oft hart – bleibt man beim Lesen beglückt und zufrieden, denn so große Genauigkeit und diese perfekte Sprache findet man selten.</p>
<p><strong>Willem rettet seinen inneren Kern vor den Zumutungen der ihn umgebenden Welt.</strong> Er nimmt sich Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Für Literatur, Kunst und Wissenschaft. Für das, was Romantiker Herzensbildung nennen. All das gelingt ihm nur mit Mühe, letztlich aber vor allem mithilfe einer ebenso geschäftstüchtigen wie verständnisvollen Frau an seiner Seite, die ihm mit viel Empathie diese Freiräume lässt.</p>
<p><strong>Es ergibt sich eine Ehe, in der jeder gerade von den Schwächen des anderen lebt – und Willem erinnert uns ein bissel  an den Taugenichts – was man nur zu gern liest. Wenn Willem zum Müßiggang tendiert – so zumindest empfindet die Umwelt einen, der sich hinter Büchern verschanzt oder bloß daliegt, um nachzudenken – kann seine Frau sich bei Kronhardt &amp; Sohn selbst verwirklichen</strong>.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong><em>“Vor allem der Kopf!” hatte der Doktor gerufen. “Da  entsteht, was später als Welt erscheint, da keimt etwas, da wachsen im Grunde phantastische Möglichkeiten. Und doch verfestigen sich die jungen Köpfe ganz nach dem Muster der alten, erstarren innerlich und werden selber alt, sobald sie die nächste Generation auf die Welt werfen. Und dann geht das ganze Gezeter wieder von vorne los.”</em></strong></span></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;"><span style="text-decoration: underline;">Und hier ist in einem Kopf ein Stück wirkliche Literatur entstanden, ein Buch, das die Bestseller-Wellen überragt und überdauern wird. Freuen Sie sich darauf, es selbst zu lesen!</span></span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kronhardt<br />
von Dohrmann, Ralph;<br />
Gebunden<br />
Roman. 2. Aufl. 920 S. 22 cm 946g Mit Lesebändchen , in deutscher Sprache.<br />
2012   Ullstein HC ISBN 3-550-08878-7  ISBN 978-3-550-08878-0  24.99 EUR</p>
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