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	<title>Ausbeutung &#8211; Literaturkurier.net</title>
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	<description>Bücher - Meinungen - Rezensionen</description>
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		<title>Die gr&#252;ne Matrix    &#8211;   Naturschutz und Weltern&#228;hrung am Scheideweg  von Peter Clausing</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Feb 2014 12:28:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Die Welternährung kann bei gleichzeitigem Erhalt der biologischen Vielfalt innerhalb von zehn Jahren gesichert werden Dieser Band ist überaus wichtig, weil er das wichtigste gegenwärtige Thema der Menschheit behandelt. Hier werden überall tödliche Methoden angewandt, die – wenn auch sehr &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/die-grne-matrix-naturschutz-und-welternhrung-am-scheideweg-von-peter-clausing/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Die Welternährung kann bei gleichzeitigem Erhalt der biologischen Vielfalt innerhalb von zehn Jahren gesichert werden</strong></span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/02/r5zf12xp.jpg"><img style="margin: 0px 20px 90px 0px; display: inline; border: 0px;" title="r5zf12xp" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/02/r5zf12xp_thumb.jpg" alt="r5zf12xp" width="318" height="480" align="left" border="0" /></a></p>
<h3><span style="font-size: medium;">Dieser Band ist überaus wichtig, weil er das wichtigste gegenwärtige Thema der Menschheit behandelt. Hier werden überall tödliche Methoden angewandt, die – wenn auch sehr einträglich für Wenige – das “AUS” für sehr viele bedeuten wird. <span style="text-decoration: underline;">Meiner Meinung nach muss der Begriff Landwirtschaft  &#8211; auch bei uns – völlig neu durchdacht werden.</span> </span></h3>
<h3><span style="font-size: medium;"> Der herkömmliche Naturschutz und die unter dem Begriff ›Land Grabbing‹ bekannt gewordene Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft in Afrika, Südostasien und Lateinamerika sind mit der Vertreibung von Menschen verbunden. </span></h3>
<p><span style="font-size: medium;">Beide Herangehensweisen haben weder dazu beigetragen, den globalen Hunger erfolgreich zu bekämpfen, noch den stetigen Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten.</span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Das vorliegende Buch stellt dem Konzepte gegenüber, die von Agroökologen und sozialen Bewegungen wie ›La Via Campesina‹ ausgearbeitet wurden. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Nach Einschätzung des UNO-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, <strong><span style="text-decoration: underline;">wäre es möglich, die Nahrungsmittelproduktion in den Ländern des Südens innerhalb von zehn Jahren zu verdoppeln.</span></strong> Dafür wäre allerdings ein politischer Wille erforderlich. Mit dieser wissensbasierten kleinbäuerlichen Landwirtschaft würde zugleich eine ›Matrix‹ entstehen, die zum den Erhalt der Biodiversität beitragen könnte. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Auf zwei Probleme wäre eine Antwort gefunden, die allerdings nicht kompatibel mit den derzeit dominierenden gesellschaftlichen Konzepten ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><a href="https://www.unrast-verlag.de/component/content/article/79-pressestimmen/1897-informationsstelle-lateinamerika-ila-ueber-die-gruene-matrix">Informationsstelle Lateinamerika (ila) über ›Die grüne Matrix‹</a></h4>
<p><span style="font-size: medium;">&#8222;Kenntnisreich und knapp stellt Peter Clausing die aktuelle Debatte und Entwicklung um den Naturschutz und ihre Bedeutung für die Ernährung der Menschheit dar. Der Autor ist ein ausgewiesener Experte, selbst Agrarwissenschaftler und vielfältig aktiv zum Thema, sowohl als Aktivist wie publizistisch. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">So verwundert es nicht, dass auf den 120 Textseiten so mancher spannende Aspekt des Themas nur angerissen werden kann. Dieses Manko wird wettgemacht durch ein umfassendes Literatur- und Quellenverzeichnis, das weitere Lektüre in Fülle anbietet, und ein Register, das dabei hilft, im Buch selbst die gewünschten Themen sofort aufzufinden.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Drei der vier Kapitel des Buches befassen sich mit Methoden, die für die Welternährung wie den Naturschutz gleichermaßen schädlich sind &#8211; das nämlich ist für Clausing klar, dass diese beiden Anliegen keinen Widerspruch darstellen, sondern nur gemeinsam zu</strong> haben sind. [&#8230;] </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Clausing macht allerdings sehr deutlich, dass ein nachhaltiges und gerechtes Agrarmodell auf Ernährungssouveränität setzen muss, also die eigene Verfügung der Menschen und ihrer Gemeinschaften vor Ort über die Mittel zu Nahrungsproduktion.</span></strong> Dafür werden umfassende Beispiele erörtert, wie mit ökologischen Methoden Probleme der kleinbäuerlichen wie der Landwirtschaft generell bearbeitet werden können, Schädlingsbefall etwa oder Nährstoffmangel im Boden. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Zwei Länderbeispiele (Malawi und Niger) mit positiven Erfahrungen runden den informativen Band ab.&#8220;<br />
<em>Werner Rätz,  ila 371 Dezember 2013/Januar 2014</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Peter Clausing</h3>
<p><span style="font-size: medium;">geb 1950 in Magdeburg.  Seit 1998 unterstützt er in verschiedenen Zusammenhängen mexikanische Menschenrechtsaktivist_innen und ist in der Chiapas-Solidarität aktiv. Er vertritt Partner Südmexikos e.V. in der </span><a href="http://www.mexiko-koordination.de"><span style="font-size: medium;">Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko</span></a><span style="font-size: medium;">. Ein weiterer Bereich sind für ihn sind die Themen Biodiversität und Welternährung. Dies erfolgte durch die Teilnahme an der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie und seine derzeitige Mitarbeit beim Portal </span><a href="http://www.agrardebatte.de"><span style="font-size: medium;">www.agrardebatte.de</span></a><span style="font-size: medium;">. Im Jahr 2008 erschien unter dem Pseudonym Klaus Pedersen das Buch “Naturschutz und Profit”. Seine Wortmeldungen in Tageszeitungen und Fachzeitschriften sind auf </span><a href="http://www.welt-ernaehrung.de"><span style="font-size: medium;">www.welt-ernaehrung.de</span></a><span style="font-size: medium;"> archiviert. Die Im Unrastverlag erschienenen Bücher &#8222;Biopiraterie&#8220; (Vandana Shiva) und<br />
&#8222;Mexiko&#8220; (John Ross) wurden von ihm übersetzt bzw. mitübersetzt</span></p>
<p>Peter Clausing</p>
<h3>Die grüne Matrix</h3>
<h4>Naturschutz und Welternährung am Scheideweg</h4>
<p><strong>ISBN</strong> 978-3-89771-517-2</p>
<p><strong>Erscheinungsdatum: </strong>September 2013</p>
<p><strong>Seiten: </strong>156</p>
<p><strong>Reihe: </strong>Studien z. globalen Gerechtigkeit <strong>Band: </strong>3</p>
<p><strong>Ausstattung: </strong>broschiert</p>
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		<title>Zaubergarten Biologie &#8211; Neunzehn Essays von Professor Dr. Gottfried Schatz</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jan 2014 12:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Albert Schweitzer]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Biologie]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Wie biologische Entdeckungen unser Menschenbild prägen Oder: Von den Gesetzen, nach denen wir angetreten Eines der Kapitel – nämlich das vierzehnte, beginnt so : “” DAS WEITE LAND. Wie Gene und chemische Botenstoffe unser Verhalten beeinflussen. Unser Charakter wird entscheidend &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/zaubergarten-biologie-neunzehn-essays-von-professor-dr-gottfried-schatz/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-7522"></span></p>
<p><span style="font-size: x-large;"> <strong> Wie biologische Entdeckungen unser Menschenbild prägen<br />
Oder: Von den Gesetzen, nach denen wir angetreten<br />
</strong> </span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/01/4kmtocdk.jpg"> <img style="margin: 10px 15px 12px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="4kmtocdk" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/01/4kmtocdk_thumb.jpg" alt="4kmtocdk" width="291" height="480" align="left" border="0" /> </a></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Eines der Kapitel – nämlich das vierzehnte, beginnt so </span> : “” <span style="font-size: medium;"> <strong> <em> DAS WEITE LAND. Wie Gene und chemische Botenstoffe unser Verhalten beeinflussen. Unser Charakter wird entscheidend durch die chemische Zwiesprache der Nervenzellen unseres Gehirns geprägt. Dieses Gesprächsnetz ist so komplex, dass es jedem Menschen eine eigene Persönlichkeit schenkt. </em> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <em> Die Seele ist ein weites Land», befand der Schriftsteller und Arzt Arthur Schnitzler, der in seinen Novellen und Dramen Sigmund Freuds Ideen mit aus der Taufe hob. Dieses weite Land der Seele ist jedoch schwer zu fassen, denn Religion, Dichtung, Psychologie und Medizin ordnen ihm jeweils andere Breitengrade zu. </em> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <em> Ist es verwegen, dieses Land auch mit dem Kompass der modernen Naturwissenschaft zu erforschen? Darf ein Molekularbiologe auf Seelensuche gehen? Dieses Wagnis kann nur gelingen, wenn wir «Seele» enger als «Verhaltensmuster» oder «Charaktereigenschaft» definieren. Erst diese Einschränkung erlaubt die genauen und überprüfbaren Fragen, an denen Naturwissenschaft ihre Kraft entfaltet. Und in der Tat – diese Kraft gewährt uns bereits atemberaubende Einblicke in die chemischen Vorgänge, die unsere Persönlichkeit prägen.” </em> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Bis zu diesem vierzehnten Kapitel hat uns Gottfried Schatz aber schon einen weiten Weg zurücklegen lassen. Menschen haben im Grund nur zwei Fragen: Wo komme ich her? und: Wo komme ich hin? Die letzte Frage, die auch den Tod umfasst, muss jeder sich selbst beantworten; ein bewusst gelebtes Leben gehört dazu. Aber wenigstens die erste Frage können wir uns mit der Hilfe der Mikrobiologie grundsätzlich  beantworten. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Und dazu helfen uns die in diesem Buch wunderschön aufeinanderfolgenden Essays – die tatsächlich damit beginnen, wie das Leben auf unserer Erde begann. Das Rätsel, wie und warum es zum Urknall kam und warum es in einem ganz winzigen Abschnitt möglich wurde, dass das Leben auf unserer Erde sich überhaupt entwickeln konnte, bleibt weiterhin ungelöst. Aber was DANN geschah  &#8211; das konnte die Wissenschaft immerhin in etwa herausfinden &#8211; wenn auch bei jeder neuen Antwort neue Fragen sich ergeben . </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Dann aber, lange nach dem Urknall,  bildlich gesprochen, kommt es  in einem kleinen warmen Tümpel – an einer oder mehreren Stellen –  zu kleinen, urtümlichen Einzellern, einige konnte man jetzt noch im kochend heissen Wasser schwefelhaltiger Geysire in unterseeischen Erdspalten finden – eigentlich hatte man dort überhaupt kein Leben mehr erwartet. Aber ganz am Anfang war es ja überall auf der Erde sehr heiß. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: medium;"> Am Stammbaum des Lebens auf dieser Erde wird noch immer viel gerätselt und umgeschrieben. Aber die Abzweigung zum Menschen ist ziemlich weit oben und sieht – zeichnerisch – gar nicht viel anders aus, als die Äste und Verzweigungen vorher. Dann nämlich, wenn man die Beschriftungen nicht lesen könnte, wie beispielsweise ein ‘Außerirdischer’ – wäre es einer von vielen – und auch uns muss man immer wieder darauf hinweisen, dass auf diesem Zweig ein ganz besonderes Lebewesen verzeichnet ist. Das sind wir. Außerordentlich erfolgreich. Nicht besonders groß – aber mit einem vergleichsweise riesigem Gehirn. Und dank dieses riesigen Gehirns kann es auch all das bewältigen, was es eigentlich nicht könnte: Es kann fliegen, tauchen, sich auch anderswo, als direkt von der Sonne, mit Energie versorgen. Es kann auch seine Vergangenheit speichern und daraus Zukunft für den Nachwuchs geben. Es kann sich gegen Hitze, Nässe und Kälte schützen, obwohl es weder Fell noch Federn hat. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Dieser riesige ‘Lebensbaum’ hat Jahrmillionen gebraucht, bis er so wie heute ist. Es war ein fortwährender Auf-, Um- und Abbau. <strong> Gottfried Schatz beschreibt aber auch, dass und wie dieser Auf-, Um- und Abbau sich bis in den einzelnen Zellen, aus denen unser Körper besteht, wiederfindet. </strong> Wie <strong>dort Zellen </strong> mit ihrem Selbstmord dem Leben dienen, das in unserem – wie in allen Organismen – Millionen <strong> Bakterien </strong> zunächst für sich selbst sorgen und damit unserem Körper lebenswichtig sind. <strong> Zellen </strong> , <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Bakterien, Gene- sie sind das Lebensthema des Verfassers. </span> </strong> Und wie viele, die sich mit den inneren Lebenszusammenhängen befassten, <span style="text-decoration: underline;"> bedauert er die allgemeine biologische Unkenntnis </span> . Die Geschichte des Lebens beginnt ja nicht mit dem Erscheinen des <em> Homo sapiens, ‘da nun das molekulare Palimpsest lebender Materie unseren Zeithorizont um fünf Größenordnungen erweitert hat. (…) <strong> <span style="text-decoration: underline;"> sollten Natur- und Geisteswissenschaften sich nicht endlich wieder die Hände reichen, um das Epos unserer Menschwerdung zu (be)schreiben?” </span> </strong>   [Was ich aus meiner Warte schon seit Jahrzehnten immer und immer wieder anfordere!] </em> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Auch in früheren Zeiten predigte man in dieser Hinsicht tauben Ohren. Vor mehr als zweihundert Jahren, als die Naturwissenschaft in den Kinderschuhen steckte und es noch nicht unsere unselige Spezialisierung des Wissens gab, hatte bereits <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Goethe </span> </strong> – <span style="text-decoration: underline;"> und er war seiner Zeit meilenweit voraus </span> – einen Großteil seines Lebens dafür verwandt, herauszubekommen, <strong> <span style="text-decoration: underline;"> was Leben eigentlich sei </span> </strong> . Er war ein Mensch der Tat und begann, alles, was er um sich herum an <strong> &#8218;Leben’ </strong> beobachten konnte, zu erforschen. <span style="text-decoration: underline;"> Er kam zu Ergebnissen, die für die damalige Zeit erstaunlich sind. Berühmt ist seine Entdeckung des Zwischenkieferknochens, mit dem er beweisen konnte, dass der Mensch zu den Tieren gehört – weil schon mal alle Säugetiere in ihrer Anatomie vergleichbar sind </span> und also irgendwo einen gemeinsamen Ursprung haben müssen. <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Ein für seine Zeit mehr als bemerkenswerter Satz ist, dass auch Mohren Menschen sind. </span> </strong>   [Was würde er wohl zu unserer derzeitigen Homosexuellen-Diskussion sagen?] Ebenso interessierten ihn Mineralien und Pflanzen. Es lohnt sich bis heute, seine naturwissenschaftlichen Schriften zu lesen. </span> <span style="font-size: medium;"> Aber das hier in unserem Zusammenhang Wichtigste seine Erkenntnis <strong> <em> :” …weil das Leben [insgesamt] in seiner Einheit sich als [eine] Kraft äußert, die in keinem der Teile besonders enthalten ist.” </em> </strong> Für Goethe war das eine der großen Erkenntnisse seines Leben, dass Leben als <strong> <span style="text-decoration: underline;"> eine Einheit zu sehen, deren ‘Sinn’ es ist – zu leben </span> </strong> . die er auch in einem seiner gewaltigen Gedichte festgehalten hat. </span></p>
<table style="width: 670px; height: 659px;" border="0" cellspacing="8" cellpadding="8">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="499"><a href="http://www.literaturwelt.com/autoren/goethe.html"> <strong> <em> Johann Wolfgang von Goethe </em> </strong> </a> <span style="font-family: Lucida Handwriting; font-size: large;"><br />
Urworte, orphisch </span></td>
<td valign="top" width="499"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="top" width="499">ΔΑΙΜΩΝ, DämonWie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,<br />
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,<br />
<strong> Bist alsobald und fort und fort gediehen<br />
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.<br />
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, </strong><br />
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;<br />
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt<br />
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.ΤΥΧΗ, das Zufällige<strong> Die strenge Grenze doch umgeht gefällig<br />
Ein Wandelndes, das mit und um uns wandelt;<br />
Nicht einsam bleibst du, bildest dich gesellig,<br />
Und handelst wohl so, wie ein andrer handelt:<br />
Im Leben ists bald hin-, bald widerfällig,<br />
</strong> Es ist ein Tand und wird so durchgetandelt.<br />
Schon hat sich still der Jahre Kreis geründet,<br />
Die Lampe harrt der Flamme, die entzündet.</p>
<p>ΕΡΩΣ, Liebe</p>
<p>Die bleibt nicht aus! &#8211; Er stürzt vom Himmel nieder,<br />
Wohin er sich aus alter Öde schwang,<br />
Er schwebt heran auf luftigem Gefieder<br />
Um Stirn und Brust den Frühlingstag entlang,<br />
Scheint jetzt zu fliehn, vom Fliehen kehrt er wieder:<br />
Da wird ein Wohl im Weh, so süß und bang.<br />
<strong> Gar manches Herz verschwebt im Allgemeinen,<br />
Doch widmet sich das edelste dem Einen. </strong></td>
<td valign="top" width="499">ΑΝΑΓΚΗ, NötigungDa ists denn wieder, wie die Sterne wollten:<br />
<strong> Bedingung und Gesetz; und aller Wille<br />
Ist nur ein Wollen, weil wir eben sollten,<br />
</strong> Und vor dem Willen schweigt die Willkür stille;<br />
Das Liebste wird vom Herzen weggescholten,<br />
Dem harten Muß bequemt sich Will und Grille.<br />
<strong> So sind wir scheinfrei denn, nach manchen Jahren<br />
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.</strong><strong> </strong>ΕΛΠΙΣ, HoffnungDoch solcher Grenze, solcher ehrnen Mauer<br />
Höchst widerwärtge Pforte wird entriegelt,<br />
Sie stehe nur mit alter Felsendauer!<br />
Ein Wesen regt sich leicht und ungezügelt:<br />
Aus Wolkendecke, Nebel, Regenschauer<br />
Erhebt sie uns, mit ihr, durch sie beflügelt,<br />
Ihr kennt sie wohl, sie schwärmt durch alle Zonen &#8211;<br />
Ein Flügelschlag &#8211; und hinter uns Äonen!</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: medium;"> Jahrhunderte später predigte ein anderer,  <strong> Albert Schweitzer </strong> , in tiefer Besorgnis bereits Ende der 1920er Jahre seinen berühmten Satz: <strong> EHRFURCHT VOR DEM LEBEN </strong>   wiederum tauben Ohren. Er wollte das Land zum Umdenken bringen – &#8211; es kam die Nazizeit! : . Er hat dies bereits 1920, später auch nach 1945  aber immer wieder gepredigt. <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Später wurde er für den Naturschutz zur Kultfigur </span> </strong> . Aber ‘Kultur und Ethik’ (1923) war wohl für viele eine philosophisch zu hoch angelegte Ebene. Erst gegen Ende des Buches schreibt er <strong> <em> :”Die Fortschritte des Wissens haben eine unmittelbare, geistige Bedeutung, wenn sie im Denken verarbeitet werden. Immer mehr lassen sie uns erkennen, <span style="text-decoration: underline;"> dass alles, was ist, Kraft, das heißt Wille zum Leben ist; immer weiter ziehen sie uns den Kreis des Willens zum Leben, den wir in Analogie mit dem unsrigen erfassen können </span> . (…) Durch das sich erweiternde Wissen werden wir zu <span style="text-decoration: underline;"> immer größerem Staunen </span> über das uns allenthalben umgebende Geheimnis des Lebens angeregt. . <span style="text-decoration: underline;"> Verzicht auf Denken ist geistige Bankrotterklärung </span>   Aus naiver Naivität gelangen wir zu tiefer Naivität.  (…) ” </em> </strong>   </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> .Ach, was würden diese und viele andere, lebten sie heute, über unseren derzeitigen Wissensstand sagen. Goethe, mit seiner – damals verlachten – Überzeugung , dass es von allem eben einen ‘Ur’Zustand geben müsse, den er freilich mit seinen Mitteln nicht erkennen konnte. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Ich zitiere hier noch die <em> <span style="text-decoration: underline;"> deutsche Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard </span> </em> :, Das Werden des Lebens: <strong> <em> ”Tiere haben außerordentlich unterschiedliche Gestalten. Ihre Ahnen waren einfacher gebaut als die jetzigen Lebewesen.  (…) Nach ihren Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten können die Arten der Tiere hierarchisch in Gruppen angeordnet werden. … Alle Individuen einer solchen Gruppe, Taxon genannt, haben eine gemeinsame Urform. . (…) Das bedeutet, dass für die Feststellung der Verwandtschaft stets mehrere Kriterien herangezogen wurden müssen. Die sichersten, weil objektivsten Kriterien in der Taxonomie sind inzwischen daher nicht morphologische, sondern <span style="text-decoration: underline;"> molekulare Merkmale.” </span> </em> </strong> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: medium;"> Und gerade das ist es ja, worauf Gottfried Schatz – nun aus seiner (Innen)Sicht als Mikrobiologe &#8211;  auch wieder kommt: Auf die <strong> unendliche Vielfalt sozusagen der Innenansicht des Lebens allgemein, das aber auch gleichzeitig IN uns abläuft. </strong> <span style="text-decoration: underline;"> Seine Art zu schreiben ist aber weit mehr als faszinierend und allgemeinverständlich, sie ist auch literarisch </span> . </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Als Leser kann man ihn eigentlich nur immer wieder darum bitten, uns weitere moderne Aufschlüsse über das Leben kenntlich zu machen, und auch, wo sie für das Überleben des Menschen notwendig und bedeutungsvoll sind. </span> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> So, wie er beispielsweise den <em> UNSICHTBAREN HUNGER </em> beschreibt, der noch heute ein Drittel aller Menschen bedroht: nach Vitaminen und anderen, winzigen Nährstoffen, der jährlich Millionen von Kindern tötet. Kann man das mit den modernen, genetisch veränderten Pflanzen beenden? </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> [Meine Kenntnisse in dieser Hinsicht sehen bislang den Weg in die falsche Richtung: Man züchtet Pflanzen wegen eines reicheren Ernte-Ertrages und macht sie gleichzeitig unangreifbar für Pestizide, die man einsetzen muss, damit diese Pflanzen nicht von Unkraut und Schädlingen befallen werden können; damit werden aber auch zunächst der Boden, dann Wasser und Grundwasser verseucht … In einiges Saatgut ist bereits alles ‘eingearbeitet’, anderes kann man nur zusammen mit den dazugehörigen Pestiziden kaufen. Ein gefährliches Spiel und sehr gewinnorientiert.  <a href="http://literaturkurier.net/schwarzbuch-wwf-dunkle-geschfte-im-zeichen-des-panda-von-wilfried-huismann/"> <strong> Ich habe das in einem früheren Beitrag ausführlich beschrieben. </strong> </a> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Aber noch immer bin ich davon überzeugt, dass unsere Erdball tatsächlich noch Ernährung für alle hervorbringen kann, wenn man endlich und global übergreifend ökologisch statt gewinnorientiert denken und handeln würde, Waldflächen nicht zunehmend für alles mögliche roden würde, die Böden nicht verdürbe und die Böden nicht mehr ausraubt, sondern erhält. Und: wenn man endlich den <strong>weltweit riesigen Fleischbedarf drosseln würde!</strong>  <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Daher möchte ich diesen neunzehn Essays einen großen Leserkreis wünschen </span> </strong> . Es MUSS Erkenntnis entstehen, zunächst für den eigenen Organismus, in dem ständig Tod und Leben sich abwechseln, um an diesem, jedem zugänglichen Modell begreifen zu lernen, dass man nirgendwo auf dem Erdball das Weiter-Leben behindern darf. <span style="text-decoration: underline;"> Man muss seinen Horizont weiten, bis weit über Meere und Ozeane, die man nicht vermüllen und überfischen darf, bis hinein unter die Erdoberfläche, wo wir unsere wichtigste Ressource, das Grundwasser erhalten müssen und die dort außerdem lagernden Rohstoffe – die nur <em> einmal entnehmbar </em> sind – schonend verwenden; </span> (Was da nur in den Millionen Handys weltweit verschleudert wird!)  Man weiß ja noch gar nicht, was man von diesen kostbaren Rohstoffen in ferner Zukunft einmal dringend für andere Zwecke benötigen könnte? Wie es uns jetzt mit Gas und Erdöl bereits in naher Zukunft passieren wird! </span></p>
<p><strong> <span style="font-size: medium;"> Bemerken möchte ich endlich noch </span> , </strong> <span style="font-size: medium;"> <strong> dass dies Buch sich wunderbar liest, und selbst ein Beispiel dafür ist, wie sich Natur- und Geisteswissenschaften die Hand reichen. Es regt ganz wunderbar zum Nachdenken an. </strong> Es lässt aber, obwohl es bei den <strong> ersten Einzellern </strong> beginnt und bis zu <strong> Leben auf anderen Planeten </strong> reicht,  auch viele Fragen offen, sodass man hoffen kann, von Gottfried Schatz bald manch weiteres Buch lesen zu können. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Aber fangen Sie doch gleich bei diesem an, das der Verlag knapp so zusammenfasst:  Der weltbekannte Chemiker und Biologe Gottfried Schatz beschreibt in 19 Essays biologische Phänomene, die unser Menschenbild prägen. Er denkt über die Anfänge des Lebens nach, stellt Überlegungen zu Energieknappheit und Wissensspeicherung auf Datenträgern an und betrachtet chemische Körperprozesse durch die Lupe des allumfassend gebildeten Wissenschaftlers. Dabei sind für Gottfried Schatz Naturwissenschaft und Kultur zwei Seiten einer einzigen Medaille. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> <span style="text-decoration: underline;"> Ach ja, sein Kapitel zur modernen Datenspeicherung bitte ich viele, gleich zweimal zu lesen!! </span> </strong> Ältere Leser, die die Anfänge der Datenspeicherung noch miterlebt haben, wissen genau, wie fragwürdig das elektronische Speichern von Wissen in womöglich naher Zukunft sein könnte. Schon heute gibt es für Datenträger, die erst vor zwanzig Jahren erstellt wurden, keine Wiedergabemöglichkeit mehr. Unsere ersten Texte in Keilschrift, die Hieroglyphen der Ägypter und ein Alphabet der Maya – man kann sie heute noch entziffern. Auch das als Buch – wann und wo immer einmal veröffentlicht – man kann es auftreiben. Das elektronisch Gespeicherte hingegen … dort könnte uns erstmals in unserer Geschichte etwas in der Natur Unmögliches begegnen: Dass etwas sich in  &#8211; &#8211; NICHTS aufgelöst hat. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Von dem Energieverbrauch, diese Datenmassen zu nutzen und zu speichern, auch davon hat mancher kaum eine Vorstellung.: Es könnte unsere gesamte Kultur vernichten: <em><strong> “ Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich in immer kürzeren Abständen,  lässt sich aber mühelos digital speichern, analysieren, verbreiten. Unbeständigkeit und rasant ansteigender Energiehunger digitaler Datenspeicher sowie Anfälligkeit digitaler Daten gegenüber zufälliger oder absichtlicher [weder bemerk- noch nachvollziehbarer ] Verfälschung werden jedoch zu einer immer akuteren Bedrohung.  … Die Zahl der Transistoren hat sich in den letzten vier Jahrzehnten alle 18 Monate (! ) verdoppelt…<br />
Das BUCH Domesday Book, ein 1085 von William dem Eroberer in Auftrag gegebene Rechtsgrundbuch, kann noch heute bewundert werden, doch seine digitale Version aus dem Jahre 1986 überdauerte nur zwei Jahrzehnte. Digitale Datenträger müssten laufend in die neuesten Formate umgeschrieben werden, jeweils in das für sie gültige Betriebs&#8211; und Leseprogramm verpackt werden … welche Bibliothek könnte sich dies wohl leisten? </strong> </em></span></p>
<p><em><span style="font-size: medium;"> <strong> Auch der wachsende Energiehunger unserer Speichersysteme gibt Anlass zur Sorge. … In den USA verbrauchen solche Speicher mit Kühlung und Beleuchtung etwa 1 Prozent der gesamten Elektrizität und Computer, Bildschirme sowie das Internet dürften diesen Anteil wohl um das Mehrfache erhöhen. (…)” </strong> </span></em></p>
<p><span style="font-size: medium;"> <strong> Diesem Buch sind viele Leser zu wünschen </strong> , die sich wirklich umfassen informieren können. Es regt zum vielfachen Nach- und Weiterdenken an – und zu <strong> <span style="text-decoration: underline;"> der Bitte an den Autor: Bitte noch weitere Bücher wie dieses zu verfassen! </span> </strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> Denn darin möchte ich Albert Schweitzer rechtgeben: </span> <span style="font-size: large;"> <strong> Wir alle <span style="text-decoration: underline;"> müssen </span> oder müssten viel mehr nachdenken – was aber, wenn wir gar nicht wissen, worüber??? </strong> </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zaubergarten Biologie<br />
von Schatz, Gottfried;<br />
Gebunden<br />
Wie biologische Entdeckungen unser Menschenbild prägen. Vorw. v. Rolf Zinkernagel. Erlebnis Wissenschaft 170 S. 21 cm 370g , in deutscher Sprache.<br />
2012   Wiley-VCHISBN 978-3-527-33339-4 | 24.90 EUR.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Autor:</p>
<p>Gottfried Schatz, geb. 1936 in Strem, einem kleinen österreichischen Dorf an der ungarischen Grenze, studierte Chemie an der Universität Graz und arbeitete dann als Assistent von Hans Tuppy an der Universität Wien, wo er zusammen mit anderen die DNS der Mitochondrien entdeckte.</p>
<p>Von 1964-66 forschte er am Public Health Research Institute der Stadt New York als Postdoktorand des Wiener Emigranten Efraim Racker über die ATP-Bildung in Mitochondrien. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Wien emigrierte er 1968 mit seiner Familie in die USA, wo er als Professor für Biochemie an der Cornell University in Ithaca (Staat New York) tätig war.</p>
<p>1974 berief ihn die Universität Basel an das neu gegründete Biozentrum, das er zeitweise leitete. Für seine Entdeckungen über die Bildung von Mitochondrien erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und zwei Ehrendoktorate. Nach seiner Emeritierung im Jahre 2000 präsidierte er vier Jahre lang den Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat. In jungen Jahren spielte er auch als Geiger im Grazer Philharmonischen Orchester, an der Grazer Oper und an der Wiener Volksoper. Seine dänische Frau Merete und er haben drei Kinder.</p>
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		<title>&#034;Buch des Monats&#034; Januar 2014 der Darmst&#228;dter &#8211; Rafael Chirbes: Am Ufer</title>
		<link>https://literaturkurier.net/buch-des-monats-januar-2014-der-darmstdter-rafael-chirbes-am-ufer/</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Nov 2013 13:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Abzocke]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Im Abzocke-Vernebelungs-Sumpf &#8211; Spekulation, Größenwahn, Geldgier Literarisches Leben Im Abzocke-Vernebelungs-Sumpf: Die Darmstädter Jury hat für den Januar 2014 &#8222;Am Ufer&#8220; von Rafeal Chirbes zum &#8222;Buch des Monats&#8220; gewählt. Der Titel erscheint Mitte Januar auf Deutsch im Antje Kunstmann Verlag. In &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/buch-des-monats-januar-2014-der-darmstdter-rafael-chirbes-am-ufer/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/buch-des-monats-januar-2014-der-darmstdter-rafael-chirbes-am-ufer/">&quot;Buch des Monats&quot; Januar 2014 der Darmst&auml;dter &ndash; Rafael Chirbes: Am Ufer</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Im Abzocke-Vernebelungs-Sumpf &#8211; Spekulation, Größenwahn, Geldgier</strong></span></p>
<h1 class="hl10">Literarisches Leben</h1>
<p><a class="thickbox" href="http://www.boersenblatt.net/media/747/thumbnails/Am_Ufer.jpg.996634.jpg"><img style="margin: 7px 8px 8px 0px; display: inline;" title="" src="http://www.boersenblatt.net/media/747/thumbnails/Am_Ufer.jpg.996629.jpg" alt="" width="301" height="480" align="left" /></a> <span style="font-size: large;">Im Abzocke-Vernebelungs-Sumpf: Die Darmstädter Jury hat für den Januar 2014 &#8222;Am Ufer&#8220; von Rafeal Chirbes zum &#8222;Buch des Monats&#8220; gewählt. Der Titel erscheint Mitte Januar auf Deutsch im Antje Kunstmann Verlag.</span></p>
<p><span style="font-size: large;"><span style="text-decoration: underline;">In der Begründung der Jury heißt es:</span> &#8222;Wie sich Menschen verhalten, die durch Spekulation, Größenwahn und Geldgier alles verlieren: Existenzgrundlage, Mitarbeiter, Freunde, Familie, − wie Verantwortung in Feigheit und Angst in Brutalität umschlägt, <strong><span style="text-decoration: underline;">wird am Beispiel eines mittelständischen, spanischen Familienbetriebes vorgeführt</span></strong>. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Die Betroffenen geben in Selbstgesprächen ihre Probleme preis, der Leser sieht sich konfrontiert mit Neid, Überheblichkeit und Intrigen. Es sind zornige, verzweifelte Monologe, anklagende, resignierte auch, die dem Leser Empathie abverlangen. Hier wird die Immobilienblase, der Abzocke-Vernebelungs-Sumpf aus der Perspektive der Protagonisten krass beleuchet. </span></p>
<p><span id="more-7510"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: large;">&#8218;Ich stecke in allen Figuren&#8216;, sagt Chirbes. &#8218;Ein Blitzableiter&#8216; sei er, der die &#8218;Spannungen seiner Epoche anzieht&#8216;. Sein Buch hält Europa den Spiegel vor, es ist beklemmend aktuell.&#8220; </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Kurzbeschreibung:</strong><br />
Die Immobilienblase in Spanien ist geplatzt, die Profiteure haben ihr Geld rechtzeitig in Sicherheit gebracht. <strong>Zurückgeblieben sind nur noch Verlierer</strong>. Ihnen gilt Rafael Chirbes&#8216; Interesse und seine Empathie.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Esteban hatte sich als junger Mann ein anderes Leben erträumt, ist dann aber doch in der Familienschreinerei hängengeblieben. Aber anders als sein sozialistisch strenger Vater, der nach der Maxime lebt: Wir beuten niemanden aus, wir leben von dem, was wir erarbeiten, wollte Esteban wie alle anderen auch sein Stückchen vom großen Immobilienkuchen. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Und als sein Vater alt und nicht mehr handlungsfähig ist, investiert er das im Familienbetrieb erarbeitete Geld in eine Baufirma. Zu spät. Die Firma geht pleite und mit ihr die Schreinerei. Insolvenz, Beschlagnahmung der Maschinen, die Mitarbeiter stehen auf der Straße, auch die kolumbianische Pflegerin des alten Vaters kann nicht mehr bezahlt werden. Doch Esteban ist auch mit siebzig noch ein vitaler Mann. Und er ist Realist. Eine Perspektive für die Zukunft sieht er nicht und zieht die Konsequenzen. </span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Rafael Chirbes erzählt einen Wirtschaftskrimi und eine Familiengeschichte.</span></strong> Und er <strong>schreibt die Mentalitätsgeschichte Spaniens fort.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Sarkastisch, mit viel Humor und Witz zeigt er uns die gesellschaftlichen Verwerfungen, den Tanz um das goldene Kalb, der immer weiter geht.<br />
<strong></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;"><strong>Zum Autor:</strong><br />
Rafael Chirbes, geboren 1949 in Tabernes de Valldigna bei Valencia, studierte in Madrid und lebt in Beniarbeig bei Alicante. Er arbeitete als Literatur- und Filmkritiker für verschiedene Zeitschriften, u.a. für das Reise- und Gourm<span style="font-size: large;">etmagazin Sobremesa. Rafael Chirbes gehört zu den international bekanntesten spanischen Autoren, seine Romane, u.a. Der lange Marsch, Der Fall von Madrid, Alte Freunde, wurden in viele Sprachen übersetzt<span style="text-decoration: underline;">, für seinen letzten Roman Krematorium erhielt er 2008 den Spanischen Nationalpreis der Kritik</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Titel</span></p>
<p><span style="font-size: large;"><img style="margin: 7px 15px 15px 0px; display: inline;" src="http://www.boersenblatt.net/sixcms/media.php/1191/thumbnails/vlb_cover_0-4323612.jpg.996591.jpg" alt="" width="75" align="left" /><br />
Chirbes, Rafael<br />
<strong>Am Ufer</strong><br />
Kunstmann, A &#8211; gebunden, 24,95 Euro<br />
ISBN: 978-3-88897-867-8<br />
PPP </span><span style="font-size: large;">Verlagsinfos</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="imgs"></div>
<div class="imgs"><span style="font-size: large;"> </span></div>
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		</item>
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		<title>Kongo &#8211; Eine Geschichte &#8211; von David Van Reybrouck</title>
		<link>https://literaturkurier.net/kongo-eine-geschichte-von-david-van-reybrouck/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Sep 2013 16:52:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Analphabetismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
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		<category><![CDATA[Sachbuch des Jahres]]></category>
		<category><![CDATA[SWR-Bestenliste]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Im Herzen von Afrika – Hundert Jahre  blutiger und leidvoller Weg in die Gegenwart Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2012 Warum das Buch auch für westliche Leser wichtig ist Eine Stimme aus dem überwältigenden Presse-Echo zu diesem Buch ist &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/kongo-eine-geschichte-von-david-van-reybrouck/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size: x-large;">Im Herzen von Afrika – Hundert Jahre  blutiger und leidvoller Weg in die Gegenwart</span></strong></p>
<p><span style="font-size: x-large;">Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2012<br />
Warum das Buch auch für westliche Leser wichtig ist</span></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;"><strong><span style="font-size: medium;"><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/09/ajptgy2f.jpg"><img style="margin: 0px 15px 17px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="ajptgy2f" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/09/ajptgy2f_thumb.jpg" alt="ajptgy2f" width="309" height="480" align="left" border="0" /></a></span></strong></span></strong></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Eine Stimme aus dem überwältigenden Presse-Echo zu diesem Buch ist die von Andreas Eckert in der FAZ:<br />
&#8222;Der belgische Kulturhistoriker David Van Reybrouck erzählt die Geschichte Kongos ohne Klischees und legt <span style="text-decoration: underline;">das beste Afrikabuch der letzten Jahre</span> vor.&#8220;<br />
</strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Das hier ist ein Jahrhundertbuch und setzt völlig neue Maßstäbe! Es beweist, dass eine historische Darstellung bei aller Genauigkeit es an Spannung durchaus mit jedem Krimi aufnehmen kann.  </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Fesselnd und atemberaubend erzählt David van Reybrouck die Geschichte Kongos, wie wir sie noch nie gelesen haben. Der Autor, der den Bogen von der kolonialen Gewaltherrschaft unter Leopold II. über die 32jährige Mobutu-Diktatur bis hinein in die Gegenwart spannt, berichtet aus der eindrücklichen Perspektive derjenigen, die in ihrem Land leiden, kämpfen, leben im Mittelpunkt stehen die Träume, Hoffnungen und Schicksale der sogenannten einfachen Bevölkerung. </span></p>
<blockquote><p><span style="font-size: medium;">Zum Weiterlesen hier klicken<span id="more-7446"></span></span></p></blockquote>
<p><span style="font-size: medium;">Er selbst beschreibt das so:<strong><em> &gt;(…) Ich wollte also gewöhnliche Kongolesen interviewen über das gewöhnliche Leben, auch wenn ich das Wort ‘gewöhnlich’ nicht mag, denn oft waren die Geschichten , die ich zu hören bekam, wirklich außergewöhnlich. Die Zeit ist eine Maschine, die Leben zermahlt, das habe ich beim Schreiben dieses Buches gemerkt, aber hin und wieder gibt es auch Menschen, die die Zeit zermahlen.<br />
Wie ließ sich das bewerkstelligen? Ich hatte gehofft, hier und da mit jemandem sprechen zu können, der noch klare Erinnerungen an die letzten Jahre der Kolonialzeit hatte. Für die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war ich selbstverständlich davon ausgegangen, dass kaum noch Zeugen leben würden und ich schon sehr froh sein könnte, wenn ein älterer Informant noch etwas über seine Eltern oder Großeltern in der Zwischenkriegszeit zu erzählen wusste.  Für die Zeiträume davor würde ich mich auf die zittrige Kompassnadel der schriftlichen Quellen verlassen müssen. Es dauerte eine Weile, bis mir denn bewusst wurde, dass die durchschnittliche Lebenserwartung im heutigen Kongo nicht so niedrig ist, weil es so wenige alte Menschen gibt, sondern weil so viele Kinder starben. Es ist die schreckliche Kindersterblichkeit, die den Durchschnittswert senkt. Auf meinen zehn Reisen im Kongo begegnete ich Menschen von siebzig, achtzig sogar neunzig Jahren. Einmal erzählte mir ein alter, blinder Mann von fast neunzig, viel über das Leben, das sein Vater geführt hatte: indirekt konnte ich so hinabsteigen bis in die 1890er Jahre, eine schwindelerregende Tiefe. Aber das war noch nichts gegen das, was ich von’ <span style="text-decoration: underline;">Nkasi’</span> erfuhr… &lt;</em></strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Auf diese Weise bekommt die Geschichte des Kongo Farbe, Glaubwürdigkeit, Leben und Tiefe. An vielen Stellen merkt man deutlich, dass hier auch ein begabter Autor schreibt, der auch seine eigenen Gefühle und Ansichten wiederzugeben vermag. Es sind seine Gespräche und Erlebnisse mit Zeitzeugen, die er unterwegs <strong>sammelt wie ein Archäologe seine Kostbarkeiten. Denn die sind es, die in diesem Buch versammelt sind: Die Stimmen des alten Kongo, von denen schon jetzt manche für immer verstummt sind mitsamt ihrem Erinnern und Wissen.</strong> </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Für sein aus diesen Gründen mehrfach preisgekröntes Buch hat der Autor zahlreiche Reisen in das zentralafrikanische Land unternommen, in dem er einzigartige Interviews führen konnte. Der Älteste, mit dem er sprach, <span style="text-decoration: underline;">Nkasi</span> wurde 1882 geboren. Seine Stimme und die vieler hundert anderer, Kindersoldaten und Rebellenführer, Politiker und Missionare, machen dieses Buch zu einer Sensation. Mit zahlreichen Augenzeugenberichten, bisher unbekannten Dokumenten aus Archiven und Van Reybroucks fundierter Kenntnis der Forschung stellt es einen Meilenstein auf dem Gebiet der Sachbuchliteratur dar.</span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Tatsächlich ist der Kongo ein ebenso riesiges wie in vieler Hinsicht außergewöhnliches Land. Tatsächlich wurde es in den letzten hundert Jahren aus einer wohl als vor-mittelalterlichen , durchaus lebensfähigen Lebensform   nahezu übergangslos in unser modernes Leben verpflanzt. Beginnend in einer Zeit, als man bei uns sich nicht einmal sicher war, ob ‘Neger’ überhaupt Menschen seien. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Der Kongo ist obendrein überreich an Bodenschätzen: Gold und Diamanten, Kautschuk und Elfenbein.<em><strong> &gt;Disasi Makulo … kaufte Elfenbein auf. Schon in Kinshana boten ihm Einheimische Stoßzähne an. Irgendwann hatte er sechzig Stück um sein Haus herum gelagert, jeder zwischen zehn und fünfzig Kilo schwer. Doch sobald Swinburne über ein eigenes kleines Dampfschiff verfügte, fuhr er flussaufwärts, wo er das Elfenbein für weniger als ein Drittel des Preises erwerben konnte. Er war nicht der Einzige. Der Flusshandel, der fast vier Jahrhunderte lang in den Händen lokaler Schiffseigner gewesen war, wurde nun vollständig von den Europäern übernommen. Leopolds internationaler Freihandel zerstörte die alten Handelsnetze binnen kürzester Zeit. Europäische Faktoreien mit Lagerräumen wurden errichtet. In Matadi legten Ozeandampfer an, die das Elfenbein mit Kränen an Bord hievten. In Antwerpen waren Speicherhäuser mit Stoßzähnen gefüllt. 1897 wurden 245 Tonnen Elfenbein nach Europa exportiert, fast die Hälfte der weltweiten Handelsmenge jenes Jahres. &lt;</strong></em></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Auch an Bodenschätzen ist der Kongo reich. In Katanga, einer Riesenprovinz mit der Hauptstadt Lubumbashi ist das Bergbaugebiet das wirtschaftliche Herz des Kongo. Katanga ist sehr reich an <span style="text-decoration: underline;">Kupfer</span> und <span style="text-decoration: underline;">Kobalt</span>, und Kasai ist von seinen <span style="text-decoration: underline;">Diamantenvorkommen</span> abhängig. Der Boden in Kivu enthält <span style="text-decoration: underline;">Zinn</span> und <span style="text-decoration: underline;">Coltan</span>, in der Provinz Orientale auch <span style="text-decoration: underline;">Gold</span>. </strong>Durch den Krieg nahm die Nachfrage nach Kupfer dramatisch zu. Die britischen und amerikanischen Granaten hatten Messingummantelungen, die 75 % kantangesisches Kupfer enthielten. Aus reinem, gehärteten Kuper waren Teile der Geschütze. In den aus Neusilber bestehenden Patronenhülsen der Gewehrmunition war zu 80 % Kupfer verarbeitet. Torpedo und Schiffinstrumente wurden aus Kupfer, Bronze und Messing gefertigt. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">In der Landwirtschaft wurden Bauern gezwungen, Reis für die Truppenversorgung anzubauen, andernorts zum Baumwollanbau. Dadurch konnten diese die eigene Landwirtschaft nur immer sporadischer fortführen. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Das riesige Territorium im Herzen von Afrika war schon immer überreich an begehrten Rohstoffen. Beispielsweise steckt in jedem Handy ein Stückchen Kongo. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">In diesem Buch finden Sie die ganze Geschichte des von grausamen Konflikten zerrissenen faszinierenden Landes. Sie beginnt weit vor der Ankunft des Entdeckungsreisenden Stanley und spannt sich bis zum Vordringen Chinas in den letzten zehn Jahren und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. </span></p>
<p><span style="font-size: medium;">Von 1885 bis 1908 wurde das Land von König Leopold II. regiert, der mit Kautschuk aus dem Kongo ein Vermögen verdiente. Die Kolonalisierung durch Belgien von 1908 bis 1960 durch Belgien brachte Industrie und Infrastruktur, aber auch Paternalismus, Ausbeutung und Gewalt. Idealismus und finstere Machenschaften prägten den Übergang von einer Kolonie zum unabhängigen Staat um 1960. </span></p>
<p>D<span style="font-size: medium;"><strong>as neue Land stürzte sich in ein immer chaotischer werdendes Abenteuer , das nach zweiunddreißig Jahren Diktatur unter Mobuto in einen der todbringendsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg mündete.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Im Mittelpunkt dieses Buches mit seinen Hunderten von Gesprächen mit Kongolesen stehen die Träume, Hoffnungen und Schicksale derjenigen, die in ihrem Land leiden, kämpfen, leben – des sogenannten einfachen Volkes. </strong></span></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;"><span style="text-decoration: underline;">Das Buch ist aber nicht nur hinsichtlich des Kongo hochinteressant</span>. Man bekommt nämlich vor Augen geführt, welche inneren Verhältnisse vorhanden sein müssen, damit sich ein Land zu einer Demokratie entwickeln kann, was ja die [wenn auch nicht immer vollkommene] beste derzeit mögliche Staatsform ist. Und wie lang der Weg einer solchen Entwicklung ist. Sehr lang sogar. </span></strong></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Dazu braucht man zuallererst Schulsysteme für eine überwiegend analphabetische Bevölkerung. Man braucht fähige Lehrer, denen es gelingen muss, möglichst viele Schüler aus einer Grundfähigkeit zu weiterbildenden Schulen und Universitäten zu bringen, damit diese mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten wiederum ihr Land fördern und aufbauen können.</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;"><span style="text-decoration: underline;"><span style="font-size: large;">Die folgende Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen:</span></span> Derartige Verhältnisse wie die im Kongo sind uns in unserem so sicheren Deutschland überhaupt nicht klar. Gerade die Achtzehn- bis Vierzigjährigen, jene Gruppe, die derzeit bei uns blasiert und lauthals tönen, nicht zur Wahl gehen zu wollen, weil ihnen dies und das nicht passt, sollten dieses Kongo-Buch dringend lesen. <span style="text-decoration: underline;">Eine gut funktionierende Demokratie, die in der Lage ist, das Land sicher durch die Weltgeschehnisse zu steuern, ist letztlich das Werk ihrer Wähler</span>. Jeder sollte sich gründlich mit den Parteiprogrammen und den dafür aufgestellten Personen beschäftigen, damit er <em><span style="text-decoration: underline;">die</span></em> Leute heraussuchen kann, in deren Händen er unser Land sicher verwahrt und gestaltet weiß.  Eigentlich sollten sich auch viel mehr Personen bemüßigt fühlen, innerhalb der Parteien mitzuwirken, damit mehr, als dies möglicherweise geschieht, fähige Personen sich dazu bereit finden, im Bundestag mitzuwirken. Von den derzeitigen Abgeordneten wird ein hohes Maß an Fleiß, Intelligenz und Lernfähigkeit verlangt, um sich in die von Jetzt auf Gleich auftretenden Änderungen und Probleme gestalterisch einarbeiten zu können.  Dazu gehört aber auch, über das Schul- und Studien-System nachzudenken. Es geht nicht an, dass jährlich hunderttausend Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. </span></strong></p>
<p><strong><span style="font-size: medium;"><span style="text-decoration: underline;">Demokratie ist das Abbild der Intelligenz und Bildung der Bevölkerung eines ganzen Landes. Auch das kann man bei diesem Kongobuch zu begreifen lernen.</span> <span style="text-decoration: underline;">Denn: Demokratie ist die beste derzeit ‘verfügbare’ Staatsform.</span></span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kongo von <a href="http://www.buchkatalog.de/gtw-bin/gtwxml.cgi?opacdb=XMLKOD&amp;uid=KNO%2D31082013%2D124206136%2DB02984&amp;intid=CPC2ZBB&amp;ldbname=KNO&amp;a_search=xxx&amp;AT=Reybrouck%2C%20David%20Van&amp;shorthtm=shortcfg&amp;cfflevel=0&amp;cffcluster=dbindex&amp;resultname=ASSIGN">Reybrouck, David Van</a>;<br />
Gebunden<br />
Eine Geschichte. Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2012. Übersetzung: Hüsmert, Waltraud .   Originaltitel: Congo. Een geschiedenis 4. Aufl. 782 S. 22 cm 904g , in deutscher Sprache.2012   <a href="http://www.buchkatalog.de/gtw-bin/gtwxml.cgi?opacdb=XMLKOD&amp;uid=KNO%2D31082013%2D124206136%2DB02984&amp;intid=CPC2ZBB&amp;ldbname=KNO&amp;a_search=xxx&amp;PU=Suhrkamp&amp;shorthtm=shortcfg&amp;cfflevel=0&amp;cffcluster=dbindex&amp;resultname=ASSIGN">Suhrkamp</a><br />
ISBN 3-518-42307-X ISBN 978-3-518-42307-3 | 29.95 EUR</p>
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