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	<title>Evangelische Kirche &#8211; Literaturkurier.net</title>
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		<title>Das evangelische Pfarrhaus von Cord Aschenbrenner</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2015 10:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Baltikum]]></category>
		<category><![CDATA[BestsellerSachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Das evangelische Pfarrhaus]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Sehr lesenswert! 300 Jahre Glaube, Geist und Macht: Eine Pfarrer-Familiengeschichte Deutsche Geistesgeschichte von Luther bis in die Gegenwart. Das evangelische Pfarrhaus war über Jahrhunderte ein seelisch-geistiger Fixpunkt der deutschen Geschichte. Seit Martin Luther ging von ihm eine ungeheure Wirkung aus: &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/das-evangelische-pfarrhaus-von-cord-aschenbrenner/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong><em>Sehr lesenswert!</em> 300 Jahre Glaube, Geist und Macht: Eine Pfarrer-Familiengeschichte</strong></span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2015/04/yozqcqp4.jpg"><img style="margin: 0px 25px 22px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="yozqcqp4" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2015/04/yozqcqp4_thumb.jpg" alt="yozqcqp4" width="301" height="480" align="left" border="0" /></a></p>
<p><span style="font-size: large;">Deutsche Geistesgeschichte von Luther bis in die Gegenwart. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Das evangelische Pfarrhaus war über Jahrhunderte ein seelisch-geistiger Fixpunkt der deutschen Geschichte. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Seit Martin Luther ging von ihm eine ungeheure Wirkung aus: Aus dem Ideal des für alle offen stehenden, christlichen Hauses mit geistiger Ausstrahlung und kultureller Ansprache erwuchs ein bis heute lebendiger Mythos</span>.</p>
<p><span style="font-size: large;">Schriftsteller wie Gryphius, Gottsched, Lessing und Wieland, Jean Paul und Matthias Claudius. Hermann Hesse, Albert Schweitzer,  und Gottfried Benn setzten den Weg fort, so wie Friedrich Dürrenmatt, (der sich daran erinnert, dass er einige Schleichwege zur Schule nehmen musste, weil ihn die Bauernjungen so gern verprügelten), Christine Brückner, Klaus Harpprecht, Gabriele Wohmann oder F. C. Delius. Auch Gegensätze: Gudrun Ensslin, Angela Merkel.  Auch ohne die Philosophen Nietzsche, Schleiermacher oder die Brüder Schlegel wäre deutsche Geistesgeschichte undenkbar. </span><span id="more-8315"></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Und damit ist die Liste wohl noch lange nicht vollständig. Das protestantische Pfarrhaus selbst prägte die deutsche Geistesgeschichte wie kaum eine andere Institution. Was machte diese Pfarrerskinder so besonders? </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Unwillkürlich musste ich beim Lesen an Wilhelm Raabes <em>Hungerpastor</em> denken, der zunächst etwas rätselhaft so beginnt: <span style="font-family: David; font-size: small;">”Vom Hunger will ich in diesem schönen Buche handeln, von dem, was er bedeutet, was er will und was er vermag. Wie er für die Welt im Ganzen von Schiwa und Wischnu, Zerstörer und Erhalter in einer Person ist, kann ich freilich nicht auseinandersetzen, denn das ist die Sache der Geschichte; aber schildern kann ich, wie er im Einzelnen zerstörend und erhaltend wirkt und wirken wird, bis an das Ende der Welt. […]</span> “</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Cord Aschenbrenner erzählt die Geschichte des Pfarrhauses am Beispiel nicht nur der deutsch-baltischen Pastorenfamilie von Hoerschelmann, die er über neun Generationen hinweg begleitet, und deren Leben  geradezu idealtypisch das Wirken und Walten zwischen Glauben, Macht und bürgerlichem Leben verkörpert.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Neun Generationen:  Und das beginnt wie bei all den aufgereihten Lebensbeschreibungen und Hindernissen und Erfolgen typisch damit: Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein musste der evangelische Pastor von den Pfründen des Amtssitzes leben, oft nur vom kärglichen Pfarracker. Der Idealfall war ein großes Stück Land, das genügend einträglich war, dass man davon leben konnte. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Es war ein hartes Leben als geistlicher Landmann, auch für ihre Frauen und Familien. Und nicht alle Pfarrfrauen waren aus einem solchen Holz geschnitzt, wie Katharina von Bora, Luthers tüchtigem Ehegesponst.  Er musste nicht, wie viele Pfarrer, hungern oder sich bei der Feldarbeit verausgaben. . </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Seit Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden im Pfarrhaus aber auch Enklaven musischer Interessen und bemerkenswerten Wissens. Zunehmend konnten Pfarrerskinder in einer väterlichen Bibliothek stöbern, wuchsen mit der Sprachmacht von Luthers Bibelübersetzung und der Strahlkraft von Choraltexten auf.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Es waren regelrechte Bildungsinseln, wo Menschen lebten und heranwuchsen, die kein materielles Erbe antreten konnten, im Gegenzug jedoch eine hohe Affinität zu Sprache und Literatur ererbten. Auch die Musik zählte zunehmend zum Inventar des pfarrhäuslichen Milieus. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">So wuchsen die Kinder mit jener besonderen Art von <em>‘Hunger’</em> heran, wie ihn Wilhelm Raabe schildert.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Cord Aschenbrenner gelingt es, auf Grundlage des einzigartigen Quellenfundus der Hoerschelmanns ein schillerndes, neun Generationen währendes Familienepos zu schreiben und die Geschichte und Bedeutung des Pfarrhauses in großen Linien nachzuzeichnen. Sein Buch ist reichbebildert mit eindrucksvollen Portraits und Ansichten von Pfarrhäusern. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Familien- und Zeitgeschichte verschränken sich so zu einem großen Panorama deutscher Geistlichkeit, die die Verwerfungen der deutschen Geschichte überdauert und bis heute Bestand hat.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Dazu schreibt der Autor: </span><span style="font-family: David; font-size: small;"><strong><em>‘Dieses Buch zu schreiben wäre nicht möglich gewesen, ohne die schriftlichen Hinterlassenschaften der Familie Hoerschelmann aus drei Jahrhunderten: Predigten, Artikel, Briefe, Erinnerungen, Gedichte und anderes mehr. Vieles  ist durch den Zweiten Weltkrieg, beziehungseise auf der Flucht nach Westen verlorengegangen, oder ist 1939 in Estland geblieben.</em></strong></span></p>
<p><span style="font-family: David; font-size: small;"><strong><em>Gotthard Hoerschelmnn hat nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft in Russland das, woran er sich aus Erzählungen, Lektüre und eigenem Erleben in seiner Kindheit erinnerte, zu Papier gebracht. Geholfen haben ihm dabei Untelragen aus der Familiengeschichte, die den weiten Weg von Thüringen nach Estland und schließlich zurück nach Deutschland gefunden hatten, und die Vorarbeit, die Pastor Constantin (Costi) Hoerschelmann bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts geleistet hatte.  […] ‘</em></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Jedes der Kapitel hat seinen eigenen Reiz. Es ist einerseits gerade der Hintergrund des damaligen Baltikums und da er auch die eine oder andere Anekdote zitiert, muss man sie sich auch in der dortigen breiten Sprechweise mit dem rollenden R vorstellen. In den frühen Zeiten gab es auch die überaus sinnvolle Anweisung, dass Paare nicht eher getraut werden durfte, als bis die jeweilige Braut lesen und schreiben konnte, um später die Kinder unterweisen zu können.  (Was auch heute noch, in den vielen buchlosen Familien, garnicht so sinnlos wäre.)  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Besonders betroffen macht aber der letzte Abschnitt, wo die Familie mit dem Nationalsozialismus konfrontiert und davon betroffen wird und die Flucht am Kriegsende, bis zur Heimkehr Gotthard Hoerschelmanns, der zu den letzten Spätheimkehrern aus Russland gehörte. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Immer wieder einmal erscheinen Bücher über das Deutsche Pfarrhaus. Das hier vorliegende hat einen eigenen, ganz persönlichen – ja fast Charme. Es liest sich wie ein Roman, ist aber durch seinen ausführlichen Anhang mit Quellen und Literaturhinweisen ein wunderbar zu lesendes Sachbuch geworden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Cord Aschenbrenner, geboren 1959, Enkel und Großneffe evangelischer Pastoren, ist freier Journalist und Historiker. Er ist Autor der Neuen Zürcher Zeitung und der Süddeutschen Zeitung zu vorwiegend historischen und kulturwissenschaftlichen Themen. Darüber hinaus lehrt er an der Akademie für Publizistik. 2012 erhielt er den Journalistenpreis der Stiftung Weltbevölkerung. Cord Aschenbrenner lebt mit seiner Familie in Hamburg.</strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das evangelische Pfarrhaus<br />
von Aschenbrenner, Cord;<br />
Gebunden<br />
300 Jahre Glaube, Geist und Macht: Eine Familiengeschichte. 368 S. mit Abb. 215 mm 596g , in deutscher Sprache.<br />
2015   Siedler<br />
ISBN 3-8275-0013-3<br />
ISBN 978-3-8275-0013-7 |   24.99 EUR &#8211;</p>
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		<title>Glauben an einen Gott, den es nicht gibt von Klaas Hendrikse</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 15:28:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Altes Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd Lüdemann]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrzuchtverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Rudolf Bultmann]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein evangelischer Pastor der nicht an Gott glaubt?  – mutig! ? Oder: Wie er sich Gott also doch vorstellt! Dies brisante Buch werden viele lesen und diskutieren! Auch Pastor Hendrikse wundert sich über seine Kirche, die meint:  &#8222;Wir müssen ertragen &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/glauben-an-einen-gott-den-es-nicht-gibt-von-klaas-hendrikse/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;">Ein evangelischer Pastor der nicht an Gott glaubt?  – mutig! ?<br />
</span><span style="font-size: x-large;">Oder: <span style="text-decoration: underline;">W<em>ie</em></span> er sich Gott also doch vorstellt!</span><br />
<span style="font-size: x-large;"><strong>Dies brisante Buch werden viele lesen und diskutieren!</strong></span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/03/3bf8a325fa2.jpg"><img style="margin: 7px 15px 17px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="3bf8a325fa[2]" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/03/3bf8a325fa2_thumb.jpg" alt="3bf8a325fa[2]" width="338" height="504" align="left" border="0" /></a></p>
<p><strong>Auch Pastor Hendrikse wundert sich über seine Kirche, die meint</strong>:  &#8222;Wir müssen ertragen können, dass ein Pfarrer sagt, Gott bestehe nicht. <span style="text-decoration: underline;">Das ist Teil der theologischen Debatte.</span></p>
<p><strong><em><span style="text-decoration: underline;">Eine solche Meinung tastet die Fundamente der Kirche nicht an.&#8220;</span></em></strong> So begründet Pfarrer Michiel de Zeeuw, einer der Kirchenoberen aus der PKN, den überraschenden Entscheid. <strong>&#8222;Wir müssen weg von dem Gottesbild, das manche haben, die sich Gott als einen alten Mann mit einem langen Bart vorstellen.&#8220;</strong></p>
<p><strong>[Unter uns gesagt: Dies DIN-gemäße Gottesbild entstand u.a. vor tausenden von Jahren im orientalischen Raum und wurde von den vormaligen Juden ins Alte Testament geschrieben! Das Alte Testament ist eine Zusammenstellung unterschiedlichster Texte. Neben historischen Berichten, Gesetzen, alten Mythen und Legenden finden sich dort Weisheiten, Gedichte und Gesänge sowie prophetische Texte. Also: <span style="text-decoration: underline;">Ab dem Alten Testament schon mal nur <em>ein</em> Gott!</span> </strong></p>
<p><strong>Aber, dass nicht mehr von <span style="text-decoration: underline;">Göttern</span> sondern von <span style="text-decoration: underline;">einem Gott</span> gesprochen wird, geht bis in die Eisenzeit  zurück, die neben der Steinzeit und der Bronzezeit als dritte große Periode der Frühgeschichte gilt. </strong></p>
<p><strong>An das Alte Testament schließt sich das Neue Testament, die Grundlage des Christentums,  an, beides zusammen ist dann die <span style="text-decoration: underline;">Heilige Schrift der Christenheit</span> – Der <span style="text-decoration: underline;">Jesus</span>, hier der Gottessohn, ist ganz neu, aber der ‘alte Gott’ ist irgendwie erhalten geblieben.] </strong></p>
<p><strong>Pastor Hendrikse ist Sohn atheistischer Eltern – aber was er in christlichen Familien erlebte: deren <span style="text-decoration: underline;">Frömmigkeit</span> beeindruckte ihn sehr. So studierte er als Zweitberuf Theologie – und er wunderte sich wieder, als es dann tatsächlich <span style="text-decoration: underline;">Gemeinden gab, die ausgerechnet <em>ihn</em> wollten</span>.</strong></p>
<p><strong>Ehrlich gesagt: Mich wundert das nicht: Ich hätte auch gern so einen Pastor, der darüber nachdenkt, ob die immerhin menschgemachte Bibel genau das noch sagt,</strong> <strong>was ein Gott im 21. Jahrhundert  seinen Menschen zu sagen hätte. Oder was er sagen würde, wenn er das dürfte. Und dass die Bibel ein menschengemachtes Buch ist, das lernt man eben während des Theologiestudiums! Und dass man lernen kann, auch noch im 21. Jahrhundert mit Genuss in der Bibel zu lesen , und erstaunlich viel findet, das gerade heute gilt.</strong></p>
<p><span id="more-7213"></span><strong>Zum Glück ist Pastor Hendrikse <em>protestantischer</em> Theologe geworden, was letztlich auf Luther zurückgeht, dem einiges an der damaligen katholischen Kirche nicht passte. Und tatsächlich ist es bis heute so, dass das Meiste, was an der Bibel und in der Religion ‘kritisch’ untersucht wurde, von protestantischen Geistlichen stammt. Fragt sich nur, ob ein protestantischer Pastor bei uns  heute soetwas sagen dürfte, wie Pastor Hendrikse in Holland. </strong></p>
<p>Aber da gibt es wenig Hoffnung bei uns in Deutschland: Ich fürchte nämlich, man lässt ihn – Gott &#8211; mehr und mehr einfach nicht zu Wort kommen. Während nämlich Klaas Hendrikse in den Niederlanden sagen darf, dass er zwar <strong><span style="text-decoration: underline;">göttliche Begegnungen</span></strong> kennt, bei denen es aber keinen ‘Rauschebart-Gott’  gibt. Die <strong>evangelische Kirche bei uns ist da ganz eindeutig</strong>: <span style="font-family: times new roman,times;">.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-family: times new roman,times;"> <strong><span style="text-decoration: underline;">„Wer sagt, es gibt keinen Gott und der Heiland ist nicht auferstanden, steht eindeutig außerhalb des kirchlichen Konsenses“.</span></strong></span>  (O-Ton EKD)</p>
<p>Wenn ein <strong>Pastor, Paul Schulz</strong> z.B:, früher Pastor an der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi, der schon in den 70er Jahren predigte, dass es Gott nicht gibt, der muss sich wie dieser  nach vielen Debatten  einem <strong>Lehrzuchtverfahren</strong> [hat nichts mit Landwirtschaft zu tun!] unterziehen und wird aus dem Dienst entlassen. das war aber  das bisher einzige Mal, dass die evangelische Kirche derart drastisch gegen einen Pfarrer vorgegangen ist.</p>
<p>Anders erging es allerdings in neuerer Zeit dem Professor für evangelische Theologie <strong><span style="text-decoration: underline;">Gerd Lüdemann.</span></strong> Der hat untersucht, welche der Jesus zugeschriebenen Sätze tatsächlich auf Jesus selbst zurückgehen. Er kam zu ähnlichen Ergebnissen wie vor ihm der protestantische Professor <strong><span style="text-decoration: underline;">Rudolf Bultmann</span></strong>, der einmal festgestellt hat, dass <strong><span style="text-decoration: underline;">die ‘echten’ Worte Jesu auf einer Postkarte Platz hätten</span></strong>. Rudolf Bultmann konnte das ungestraft sagen, Gerd Lüdemann nicht. Aber der sollte ja auch künftigen Pastoren beibringen, was sie zu glauben haben.</p>
<p><strong>Klaas Hendrikse lässt uns teilhaben an seinen ‘atheistischen’ Überlegungen</strong>. Auf Seite 110 drückt er es sehr schön aus<strong><em>: “Gott ist ein Teil Deiner Geschichte, er ist eines der Worte, mit denen Du Deine Lebensgeschichte erzählst.”</em></strong>  Einige Seiten vorher hat er nämlich beispielsweise an den <strong><em>“Nikolaus-Gott”</em></strong> erinnert, an den man als Kind solange glaubte, bis man merkte, wer sich dahinter verbarg. Und weiter schreibt er: <strong><em>“ So hat es auch mit Gott begonnen: Im Anfang gab es Geschichten über Götter. Jeder Stamm, jedes Volk hatte seine eigene Geschichte von der Entstehung der Menschen und der Erde und vom Walten der Götter über das menschliche Leben. Ohne Geschichten kann Gott nicht zur Sprache kommen.Und so geht es noch immer. Gott ist ein erzählter Gott. (…)  Es gibt Gott nicht ohne Menschen.”</em></strong></p>
<p>Es ist ein schmales, aber wunderschönes Buch, wo man einiges immer ´wieder liest, weil man darin gerne mitdenkt. Wenn es beispielsweise um die Geschichten der Bibel geht, und wie Klaas Hendrikse sich dem <strong>Moses</strong> so verwandt fühlte<strong><em>: “Manchmal fühle ich mich, – gerade wie er – getragen, manchmal dagegen alleingelassen in dieser Wüste. Seine Erfahrungen im Unterwegs-Sein sind die gleichen wie meine. (…) Die Wüste ist dann  kein geologisches Phänomen mehr, sondern die Bezeichnung für eine Situation, in der ein Mensch auf die Probe gestellt wird durch die Unwirtlichkeit und Undurchschaubarkeit des Lebens.”</em></strong></p>
<p><strong>Und wie ist das mit dem Gott, von dem viele meinen, dass sie ihn in sich haben? Jeder. Dazu zitiert Klaas Hendrikse <em>Chesterton</em>:</strong></p>
<p><strong>“Von allen schrecklichen Religionen ist die schrecklichste der Kult um den Gott im Innern. Dass Meier den Gott in seinem Innern anbeten soll, läuft letztlich darauf hinaus, dass Meier Meier anbetet.” </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 14px;">Wie bei fast allen meinen Rezensionen lasse ich auch hier am liebsten den Autor selbst zu Wort kommen:</span></p>
<p><strong><em>“<span style="text-decoration: underline;">Der Leser, den ich beim Schreiben stets vor Augen hatte</span>, ist sich nicht so sicher. Er zweifelt oder glaubt überhaupt nicht (mehr) daran, dass es Gott gibt, und fragt sich, welchen Sinn es hat zu glauben, wenn es Gott nicht gibt. (Mancherlei Sinn, sage ich mal vorläufig.) Innerhalb der Kirche sehe ich ihn als einen, der Woche für Woche erfährt, wie groß der Unterschied ist zwischen seinem eigenen Glaubens -empfinden und der Selbstverständlichkeit, mit der die Kirche jedem, der sich fragt, ob es Gott gibt, den Mund stopft. Für ihn versteht sich das eben nicht mehr von selbst, und darin fühlt er sich nicht ernstgenommen; seine Fragen werden nicht beachtet oder umgangen. Außerhalb der Kirche sehe ich ihn als einen, der mit den Jahren der Kirche enttäuscht den Rücken gekehrt hat, jedoch nicht ungläubig geworden ist Er hat bloß die Antworten hinter sich gelassen, die Fragen aber mitgenommen. Vielleicht versteht er sich selbst als «Etwasist» , glaubt er doch, dass es «etwas» gibt, das er aber nicht Gott nennt, weil er inzwischen allergisch reagiert auf das, was in den Kirchen unter diesem Wort verstanden wird. Außerhalb der Kirche sehe ich ihn auch als einen, der sich auf dem Markt der Religionen und Sinngebungen herumtreibt und versucht, sich sein eigenes «Glaubens-Paket» zusammenzustellen. Er möchte offen sein für etwas, was die alltägliche Oberflächlichkeit übersteigt, er ist unbefangen und vorurteilslos gegenüber dem Wort «Gott», in der Überzeugung, dass mit diesem Wort jeweils das gemeint sei, was er gerade sucht. Und ich sehe ihn überall suchen außer in der Kirche, denn er weiß, dass er in einer Institution, die auf aktuelle Fragen mittelalterliche Antworten gibt, nichts finden wird. Ich fühle mich als Bundesgenosse des zweifelnden Lesers, der ringt mit überholten Gottesvorstellungen, der sich verabschieden möchte von dem, was die Kirchen von Gott behaupten, aber nicht von seinem Glauben. Ich stehe auf der Seite derer, die in Nebel gehüllt werden von Theologen, die so tun, als ob es Gott gäbe oder – schlimmer noch – die Frage, ob es Gott gibt, als überholt oder irrelevant betrachten. Ich fühle mich verwandt mit jenen Sinnsuchern, die davon ausgehen, dass es etwas gibt, das mehr ist als das, was wir mit unsern Augen wahrnehmen können, die aber um das Wort «Gott» einen Bogen machen, solange es nicht vom kirchlichen Ballast befreit ist.</em></strong> [&#8230;]</p>
<p>NB) : Die regionale Kirchenleitung der südwestlichen niederländischen Provinz Zeeland nahm sich daher den Fall vor. Wochenlang debattierten die Kirchenoberen, die zur Protestantischen Kirche der Niederlande (PKN) gehören, den Fall Hendrikse. Nun kamen sie mit einem Urteil. Es ist genauso überraschend und paradox wie die Ansicht des Pfarrers, der nicht an Gott glaubt. Es lautet nämlich: Pfarrer Hendrikse darf Pfarrer bleiben. Er darf auch weiterhin von der Kanzel verkünden, dass es keinen Gott gibt. Er wird nicht aus der protestantischen Kirche ausgeschlossen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 20px;"><strong>PS  </strong></span>Eben habe ich mir das Buch nochmals durchgeschaut &#8211; vielleicht noch ein paar Zitate daraus hier in den Text? &#8211; Ich hätte fast 3/4 des Buches abschreiben können! (Und beim nun dritten Lesen gefiel es mir noch besser als bei den Malen zuvor)<br />
<span style="font-size: 18px;"><strong>Daher mein Rat</strong></span>: Wenn Sie diesen Beitrag bis hierher gelesen haben, <span style="font-size: 18px;"><em>sollten<strong> gerade Sie</strong> das Buch sofort selbst lesen! Es ist für Sie geschrieben!</em></span></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net/glauben-an-einen-gott-den-es-nicht-gibt-von-klaas-hendrikse/">Glauben an einen Gott, den es nicht gibt von Klaas Hendrikse</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://literaturkurier.net">Literaturkurier.net</a>.</p>
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