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	<title>Drittes Reich &#8211; Literaturkurier.net</title>
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	<description>Bücher - Meinungen - Rezensionen</description>
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		<title>Das evangelische Pfarrhaus von Cord Aschenbrenner</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2015 10:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Baltikum]]></category>
		<category><![CDATA[BestsellerSachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Sehr lesenswert! 300 Jahre Glaube, Geist und Macht: Eine Pfarrer-Familiengeschichte Deutsche Geistesgeschichte von Luther bis in die Gegenwart. Das evangelische Pfarrhaus war über Jahrhunderte ein seelisch-geistiger Fixpunkt der deutschen Geschichte. Seit Martin Luther ging von ihm eine ungeheure Wirkung aus: &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/das-evangelische-pfarrhaus-von-cord-aschenbrenner/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong><em>Sehr lesenswert!</em> 300 Jahre Glaube, Geist und Macht: Eine Pfarrer-Familiengeschichte</strong></span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2015/04/yozqcqp4.jpg"><img style="margin: 0px 25px 22px 0px; display: inline; border-width: 0px;" title="yozqcqp4" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2015/04/yozqcqp4_thumb.jpg" alt="yozqcqp4" width="301" height="480" align="left" border="0" /></a></p>
<p><span style="font-size: large;">Deutsche Geistesgeschichte von Luther bis in die Gegenwart. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Das evangelische Pfarrhaus war über Jahrhunderte ein seelisch-geistiger Fixpunkt der deutschen Geschichte. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Seit Martin Luther ging von ihm eine ungeheure Wirkung aus: Aus dem Ideal des für alle offen stehenden, christlichen Hauses mit geistiger Ausstrahlung und kultureller Ansprache erwuchs ein bis heute lebendiger Mythos</span>.</p>
<p><span style="font-size: large;">Schriftsteller wie Gryphius, Gottsched, Lessing und Wieland, Jean Paul und Matthias Claudius. Hermann Hesse, Albert Schweitzer,  und Gottfried Benn setzten den Weg fort, so wie Friedrich Dürrenmatt, (der sich daran erinnert, dass er einige Schleichwege zur Schule nehmen musste, weil ihn die Bauernjungen so gern verprügelten), Christine Brückner, Klaus Harpprecht, Gabriele Wohmann oder F. C. Delius. Auch Gegensätze: Gudrun Ensslin, Angela Merkel.  Auch ohne die Philosophen Nietzsche, Schleiermacher oder die Brüder Schlegel wäre deutsche Geistesgeschichte undenkbar. </span><span id="more-8315"></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Und damit ist die Liste wohl noch lange nicht vollständig. Das protestantische Pfarrhaus selbst prägte die deutsche Geistesgeschichte wie kaum eine andere Institution. Was machte diese Pfarrerskinder so besonders? </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Unwillkürlich musste ich beim Lesen an Wilhelm Raabes <em>Hungerpastor</em> denken, der zunächst etwas rätselhaft so beginnt: <span style="font-family: David; font-size: small;">”Vom Hunger will ich in diesem schönen Buche handeln, von dem, was er bedeutet, was er will und was er vermag. Wie er für die Welt im Ganzen von Schiwa und Wischnu, Zerstörer und Erhalter in einer Person ist, kann ich freilich nicht auseinandersetzen, denn das ist die Sache der Geschichte; aber schildern kann ich, wie er im Einzelnen zerstörend und erhaltend wirkt und wirken wird, bis an das Ende der Welt. […]</span> “</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Cord Aschenbrenner erzählt die Geschichte des Pfarrhauses am Beispiel nicht nur der deutsch-baltischen Pastorenfamilie von Hoerschelmann, die er über neun Generationen hinweg begleitet, und deren Leben  geradezu idealtypisch das Wirken und Walten zwischen Glauben, Macht und bürgerlichem Leben verkörpert.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Neun Generationen:  Und das beginnt wie bei all den aufgereihten Lebensbeschreibungen und Hindernissen und Erfolgen typisch damit: Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein musste der evangelische Pastor von den Pfründen des Amtssitzes leben, oft nur vom kärglichen Pfarracker. Der Idealfall war ein großes Stück Land, das genügend einträglich war, dass man davon leben konnte. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Es war ein hartes Leben als geistlicher Landmann, auch für ihre Frauen und Familien. Und nicht alle Pfarrfrauen waren aus einem solchen Holz geschnitzt, wie Katharina von Bora, Luthers tüchtigem Ehegesponst.  Er musste nicht, wie viele Pfarrer, hungern oder sich bei der Feldarbeit verausgaben. . </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Seit Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden im Pfarrhaus aber auch Enklaven musischer Interessen und bemerkenswerten Wissens. Zunehmend konnten Pfarrerskinder in einer väterlichen Bibliothek stöbern, wuchsen mit der Sprachmacht von Luthers Bibelübersetzung und der Strahlkraft von Choraltexten auf.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Es waren regelrechte Bildungsinseln, wo Menschen lebten und heranwuchsen, die kein materielles Erbe antreten konnten, im Gegenzug jedoch eine hohe Affinität zu Sprache und Literatur ererbten. Auch die Musik zählte zunehmend zum Inventar des pfarrhäuslichen Milieus. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">So wuchsen die Kinder mit jener besonderen Art von <em>‘Hunger’</em> heran, wie ihn Wilhelm Raabe schildert.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Cord Aschenbrenner gelingt es, auf Grundlage des einzigartigen Quellenfundus der Hoerschelmanns ein schillerndes, neun Generationen währendes Familienepos zu schreiben und die Geschichte und Bedeutung des Pfarrhauses in großen Linien nachzuzeichnen. Sein Buch ist reichbebildert mit eindrucksvollen Portraits und Ansichten von Pfarrhäusern. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Familien- und Zeitgeschichte verschränken sich so zu einem großen Panorama deutscher Geistlichkeit, die die Verwerfungen der deutschen Geschichte überdauert und bis heute Bestand hat.</span></p>
<p><span style="font-size: large;">Dazu schreibt der Autor: </span><span style="font-family: David; font-size: small;"><strong><em>‘Dieses Buch zu schreiben wäre nicht möglich gewesen, ohne die schriftlichen Hinterlassenschaften der Familie Hoerschelmann aus drei Jahrhunderten: Predigten, Artikel, Briefe, Erinnerungen, Gedichte und anderes mehr. Vieles  ist durch den Zweiten Weltkrieg, beziehungseise auf der Flucht nach Westen verlorengegangen, oder ist 1939 in Estland geblieben.</em></strong></span></p>
<p><span style="font-family: David; font-size: small;"><strong><em>Gotthard Hoerschelmnn hat nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft in Russland das, woran er sich aus Erzählungen, Lektüre und eigenem Erleben in seiner Kindheit erinnerte, zu Papier gebracht. Geholfen haben ihm dabei Untelragen aus der Familiengeschichte, die den weiten Weg von Thüringen nach Estland und schließlich zurück nach Deutschland gefunden hatten, und die Vorarbeit, die Pastor Constantin (Costi) Hoerschelmann bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts geleistet hatte.  […] ‘</em></strong></span></p>
<p><span style="font-size: large;">Jedes der Kapitel hat seinen eigenen Reiz. Es ist einerseits gerade der Hintergrund des damaligen Baltikums und da er auch die eine oder andere Anekdote zitiert, muss man sie sich auch in der dortigen breiten Sprechweise mit dem rollenden R vorstellen. In den frühen Zeiten gab es auch die überaus sinnvolle Anweisung, dass Paare nicht eher getraut werden durfte, als bis die jeweilige Braut lesen und schreiben konnte, um später die Kinder unterweisen zu können.  (Was auch heute noch, in den vielen buchlosen Familien, garnicht so sinnlos wäre.)  </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Besonders betroffen macht aber der letzte Abschnitt, wo die Familie mit dem Nationalsozialismus konfrontiert und davon betroffen wird und die Flucht am Kriegsende, bis zur Heimkehr Gotthard Hoerschelmanns, der zu den letzten Spätheimkehrern aus Russland gehörte. </span></p>
<p><span style="font-size: large;">Immer wieder einmal erscheinen Bücher über das Deutsche Pfarrhaus. Das hier vorliegende hat einen eigenen, ganz persönlichen – ja fast Charme. Es liest sich wie ein Roman, ist aber durch seinen ausführlichen Anhang mit Quellen und Literaturhinweisen ein wunderbar zu lesendes Sachbuch geworden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Cord Aschenbrenner, geboren 1959, Enkel und Großneffe evangelischer Pastoren, ist freier Journalist und Historiker. Er ist Autor der Neuen Zürcher Zeitung und der Süddeutschen Zeitung zu vorwiegend historischen und kulturwissenschaftlichen Themen. Darüber hinaus lehrt er an der Akademie für Publizistik. 2012 erhielt er den Journalistenpreis der Stiftung Weltbevölkerung. Cord Aschenbrenner lebt mit seiner Familie in Hamburg.</strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das evangelische Pfarrhaus<br />
von Aschenbrenner, Cord;<br />
Gebunden<br />
300 Jahre Glaube, Geist und Macht: Eine Familiengeschichte. 368 S. mit Abb. 215 mm 596g , in deutscher Sprache.<br />
2015   Siedler<br />
ISBN 3-8275-0013-3<br />
ISBN 978-3-8275-0013-7 |   24.99 EUR &#8211;</p>
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		<title>Als Hitler unser Nachbar war  &#8211;   Kindheitserinnerungen &#8211;  von Feuchtwanger, Edgar; Scali, Bertil;</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Apr 2014 14:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[BestsellerSachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Drittes Reich]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Erinnerungen an meine Kindheit im Nationalsozialismus: Ein (jüdisches) Kind vis-à-vis mit Adolf Hitler Links: Der Schnappschuss – wer würde in diesem die Straße überquerenden Mann oder Herrn jemanden vermuten, der bald die ganze Welt mit Feuer, waffenklirrendem Elend überziehen würde,  &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/als-hitler-unser-nachbar-war-kindheitserinnerungen-von-feuchtwanger-edgar-scali-bertil/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-large;"><strong>Erinnerungen an meine Kindheit im Nationalsozialismus: Ein (jüdisches) Kind vis-à-vis mit Adolf Hitler</strong></span></p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/04/afukoenr.jpg"><img style="margin: 0px 25px 22px 0px; display: inline; border: 0px;" title="afukoenr" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2014/04/afukoenr_thumb.jpg" alt="afukoenr" width="301" height="480" align="left" border="0" /></a></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Links: Der Schnappschuss – wer würde in diesem die Straße überquerenden Mann oder Herrn jemanden vermuten, der bald die ganze Welt mit Feuer, waffenklirrendem Elend überziehen würde,  mit nur mit Baggern zusammenzuschaufelnden Bergen von jämmerlich abgemagerten Leichen,   überzogen vom Rauch unzähliger Krematorien? </span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Wer überhaupt wäre in der Lage gewesen vorauszuahnen, was alles im Hirn oder sonstwo in dieser die Straße überquerenden Gestalt alles glomm oder loderte – zunächst nichts als ein Gedemütigter oder zutiefst Beleidigter – der seinen daraus entstandenen Größenwahn zunächst den anderen Erniedrigten und Beleidigten und dann das Unfassbare: auch  auf das Volk der Dichter und Denker übertragen sollte. Nie wird man in allen Einzelheiten zu begreifen lernen, aus welchen Wurzeln dieser Baum des Todes letztlich gespeist wurde. </span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Edgar Feuchtwanger, der Neffe Lion Feuchtwangers, ist 1929 fünf, als seine Familie<span id="more-7744"></span> und er am Münchner Prinzregentenplatz einen neuen Nachbarn bekommen: Adolf Hitler, damals vierzig Jahre alt. also vier Jahre jünger als der Vater des Jungen. Vier Jahre später wurde dieser Mann oder Herr Reichskanzler &#8211; aber bereits, als er in das Haus gegenüber den Feuchtwangers zog, gehörte er zu den  Hauptgesprächsthemen, und das ganze Viertel war darüber im Bilde, dass er am Prinzregentenplatz eine Wohnung beziehen würde. </span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Als ahnungsloser Augenzeuge erlebt Edgar von da an den Aufstieg Hitlers mit und beobachtet, zunächst kindlich-naiv, dann mit zunehmender Klarheit, wie die Nationalsozialisten Deutschland in eine brutale Diktatur verwandeln.</span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Edgar Feuchtwanger wächst in behüteten, bildungsbürgerlichen Verhältnissen auf. Sein Vater ist Verleger des angesehenen Verlages Duncker &amp; Humblot, seine Mutter Pianistin. Sein Onkel, Lion Feuchtwanger, damals fünfundvierzig Jahre alt, hatte 1925 sein Buch <em>Jud Süß</em> veröffentlicht,  in dem er vom Leben der Juden in Deutschland des 18. Jahrhunderts erzählte. Mit diesem Werk wurde er im Ausland zum meistgekauften deutschen Autor; allerdings entzogen ihm deswegen die Nationalsozialisten nach deren Machtübernahme die Staatsangehörigkeit.</span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">In Edgar Feuchtwangers jüdischem Elternhaus geben sich die Intellektuellen der Weimarer Republik die Klinke in die Hand: Schriftsteller, Maler, Musiker. Sein Onkel Lion, der berühmte Autor, geht ebenso ein und aus wie Carl Schmitt und Thomas Mann.</span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Doch mit dem Aufstieg Adolf Hitlers, dem Nachbarn der Feuchtwangers, legt sich ein Schatten über Edgars Kindheit, der zunehmend düsterer wird. Mit immer neuen Schikanen werden die deutschen Juden gedemütigt und ausgegrenzt, der Vater verliert seine Stelle und wird verhaftet, als im November 1938 in ganz Deutschland die Synagogen brennen.</span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Anrührend, eindrucksvoll, oft komisch und bedrückend zugleich berichtet der renommierte Historiker Edgar Feuchtwanger, 2012, nun neunundachtzig Jahre alt, in seinen Erinnerungen – zehn Jahre lang wohnte der vis-à-vis mit Hitler &#8211;  vom Untergang der Weimarer Republik, vom Verlust der Kindheit und von einer großbürgerlich-jüdischen Welt, die es in Deutschland heute so nicht mehr gibt.</span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Nicht zuletzt noch dies: Das Buch gehört in jede Jugendbuchabteilung &#8211; auch in den Büchereien &#8211; es erinnert in vielem dem so berühmten wie ergreifenden  Kinderbuch: <em>Als Hitler das rosa Kaninchen stahl</em> von Judith Kerr.  </span></p>
<p><span style="font-size: 14px;">Die Zeitzeugen starben aus!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als Hitler unser Nachbar war<br />
von Feuchtwanger, Edgar; Scali, Bertil;<br />
Gebunden<br />
Erinnerungen an meine Kindheit im Nationalsozialismus. Mit Scali, Bertil .   Übersetzung: Peter, Antje .   Originaltitel: Hitler mon voisin 224 S. m. Abb. 215 mm 425g , in deutscher Sprache.<br />
2014   Siedler<br />
ISBN 3-8275-0038-9<br />
ISBN 978-3-8275-0038-0  19.99 EUR</p>
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		<title>Buch des Monats Juni 2013:: Sergej Lebedew &#8250;Der Himmel auf ihren Schultern</title>
		<link>https://literaturkurier.net/buch-des-monats-juni-2013-buch-des-monats-juni-2013-sergej-lebedew-der-himmel-auf-ihren-schultern/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Jun 2013 13:14:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Ingeborg Gollwitzer]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
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		<category><![CDATA[Buch des Monats Juni 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Reise in den russischen Norden]]></category>
		<category><![CDATA[Sergej Lebedew]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachlich ergreifendes Kunstwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheitsbewältigung eine Unbeteiligten]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Für den “Enkel” war er eine Lichtgestalt – wie lebt man mit einer grausamen Entdeckung?  „Zweiter Großvater – nur so kann ich ihn nennen, ein blinder, alter Gärtner“. Was dieser früher gemacht hatte, das wusste niemand im Dorf, der „zweite &#8230; <br /><a href="https://literaturkurier.net/buch-des-monats-juni-2013-buch-des-monats-juni-2013-sergej-lebedew-der-himmel-auf-ihren-schultern/"><span class="btn btn-default">Lesen Sie weiter <span class="meta-nav">&#8594;</span></span></a></p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Für den “Enkel” war er eine Lichtgestalt – wie lebt man mit einer grausamen Entdeckung?</h3>
<h3> „Zweiter Großvater – nur so kann ich ihn nennen, ein blinder, alter Gärtner“. Was dieser früher gemacht hatte, das wusste niemand im Dorf, der „zweite Großvater existierte stets außerhalb der Nachforschungen“.</h3>
<blockquote><p><span style="color: #ff0000; font-size: large;">Die Begründung der Jury zur Wahl:<br />
</span></p></blockquote>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/06/Serge.jpg"><img style="margin: 0px 15px 17px 0px; display: inline; border: 0px;" title="Serge" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/06/Serge_thumb.jpg" alt="Serge" width="313" height="480" align="left" border="0" /></a> .<span style="font-size: medium;"><strong>Ein junger Mann macht sich auf und sucht nach der Vergangenheit des Mannes, der sein „zweiter Großvater“, sein Nenn- und Zieh-Opa, war. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Und da das Ganze um 1990 in der gerade untergehenden Sowjetunion spielt, bewegt sich der junge Mann, den Sergej Lebedew in seinem furiosen Roman „Der Himmel auf ihren Schultern“ auf die Reise in den russischen Norden (und an die Ränder des westlichen Europa) schickt, im Niemandsland: des Schreckens. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Denn der „zweite Großvater“ war Kommandant eines Straf- und Arbeitslagers im Ural. Der junge Mann von heute (Lebedew ist Jahrgang 1980) gräbt das  Leben eines Vergangenen, Toten aus, dessen Taten nachwirken. In Gewalt und Terror und Lüge, die im Alltag aufgehoben, aber nicht verschwunden sind. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Ein Enthüllungs- und Entdeckungsreisebericht. Ein Blick in die russische Lagerwelt: geworfen nicht mit den Leidensaugen der Opfer, sondern mit den Eisesaugen der Täter. Mit sprachlicher Virtuosität und einer Wort-Musikalität ohnegleichen protokolliert.</strong></span> (Gerhard Stadelmaier)</p>
<p><span id="more-7295"></span></p>
<p><strong><span style="font-size: 20px;">Worum geht es?</span></strong></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Ein dunkles Geheimnis schweißt sie zusammen &#8211; Enkel und Großvater sind unzertrennlich. Doch dann stirbt der Großvater. Der Enkel reist in dessen Vergangenheit und findet nördlich des Polarkreises eine grausame Wahrheit. </strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Im stalinistischen Russland war der Großvater Kommandant eines Gefangenenlagers. Wie k</strong></span><span style="font-size: medium;"><strong>onnte er all die Jahre mit dieser Last auf seinen Schultern leben? Rettete ihn seine tiefe Liebe zum Enkel? </strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>In einer kraftvoll poetischen Sprache erzählt Lededew von Russlands Hölle, einem Ort, an dem das Leben endet und das Sterben ewig weitergeht.<br />
Die neue Stimme aus Russland &#8211; dieser packende Roman brennt sich tief in die Seele ein</strong></span></p>
<blockquote><p>&#8222;Seine Unscheinbarkeit war anziehend: Neben ihm wirkte jeder ein wenig bedeutungsvoller, als er in Wirklichkeit war. Der zweite Großvater war wie eine Kulisse, die Apotheose der Unscheinbarkeit [&#8230;] . Er lebte, als wolle er der Aufmerksamkeit des Lebens entgehen, und darin erreichte er eine fast mönchsgleiche Perfektion.&#8220;</p></blockquote>
<blockquote><p>Sergej Lebedew in: Der Himmel auf ihren Schultern</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/06/image.png"><img style="margin: 0px 15px 17px 0px; display: inline; border: 0px;" title="image" src="http://literaturkurier.net/wp-content/uploads/2013/06/image_thumb.png" alt="image" width="602" height="290" align="left" border="0" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der Himmel auf ihren Schulternrn<br />
von Lebedew, Sergej;Gebunden<br />
Roman. Aus d. Russ. v. Zwerg, Franziska .   Originaltitel: Predel zabvenija 336 S. 215 mm 510g , in deutscher Sprache.<br />
2013   <a href="http://www.buchkatalog.de/gtw-bin/gtwxml.cgi?opacdb=XMLKOD&amp;uid=KNO%2D25062013%2D142124690%2D005792&amp;intid=CPC2ZC0&amp;ldbname=KNO&amp;a_search=xxx&amp;PU=S%2E%20FISCHER&amp;shorthtm=shortcfg&amp;cfflevel=0&amp;cffcluster=dbindex&amp;resultname=ASSIGN">S. FISCHER</a> ISBN 3-10-042510-3 SBN 978-3-10-042510-2 | KNV-Titelnr.: 35188942<br />
19.99 EUR &#8211; 28.90 sFr inkl. gesetzl. MwSt.</p>
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